Auf dem Weg in ein besseres Leben…

Okay, heute mal keinen Fußball, keinen KSV, keinen Sport – oder vielleicht nur ein wenig am Rande. Wer ausschließlich an Informationen, Meinungen oder Einschätzungen zum Verein von der Müllverbrennungsanlage (die übrigens so gut wie abgerissen ist) interessiert ist, kann jetzt abschalten. Ich habe seit einigen Tagen darüber nachgedacht, was die Medien im Allgemeinen und die sozialen Medien im Speziellen eigentlich mit einem bzw. mit mir machen. Ich bin dabei zu dem Schluss gekommen, dass die Rechnung übel aussehen würde, sollte ich sie jemals aufmachen wollen. Also die Rechnung, ob mir persönlich der Gebrauch und die Nutzung von (sozialen) Medien mehr nützt oder schadet. Ich versuche einmal grob zu skizzieren, wie so ein Tagesbeginn bei mir passiert und was im Anschluss mit mir passiert. (Wie gesagt: Wenn es nicht interessiert, ab hier einfach abschalten 🙂 )

Ich wache grundsätzlich sehr früh auf, aber das ist rein schlaftechnisch kein Problem, weil ich auch früh schlafen gehe. Ich habe mein ganzes Leben lang noch nie einen tieferen Sinn darin entdecken können, besonders in der dunklen Jahreszeit und schon gar nicht während Corona übermäßig lange unter dem Einfluss von künstlicher Beleuchtung vor dem Fernseher zu sitzen und mir Sachen anzuschauen, die ich bereits mehrfach gesehen habe. Aber okay, ich wache also gegen 5 Uhr auf und weil es ebenfalls keinen Sinn macht, dann wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett zu springen, hole ich Smartphone und Lesebrille und lege mich wieder hin. Das Drama beginnt. Zuerst ein Blick in den Blog, aber da mein Blog morgens erscheint, ist die Wahrscheinlichkeit nicht besonders groß, dass während meiner Schlafzeit weltbewegende Beiträge gepostet wurden. Also ein oder zwei Schwachsinnigkeiten von Stalkern mit Bett-Allergie ungelesen löschen und weiter im Text.

Facebook. Auf Facebook bin ich vor ca. 13 Jahren mal von einem Ex-Kollegen aufmerksam gemacht worden, am Anfang fand ich das noch einigermaßen spannend. Inzwischen nutze ich dieses Medium eigentlich nur noch, um den nächsten Blog zu verlinken, dann bin ich auch schon wieder raus. Über die Jahre habe ich ca. 400 Primaten gesperrt und blockiert, weil sie meinten, sich auf meiner Facebook-Seite auskotzen und mich permanent beleidigen zu können, inzwischen ist hier Ruhe im Karton. Ich weiß, dass es maßgeblich von mir abhängt, was ich auf Facebook konsumiere, ich muss ja niemandem folgen. Aber trotzdem werde ich auf diesem Medium ständig mit „Informationen“ konfrontiert, die ich eben nicht „bestellt“ habe und die mich einen Scheißdreck interessieren. Was ich nach wie vor nutze ist der Messenger-Dienst, ansonsten habe ich für mich festgestellt, dass mir der Gebrauch dieses asozialen Mediums mehr schadet als nützt. 

Next step – Twitter. Für mich als mittlerweile politisch interessiertem Menschen war Twitter in den letzten Jahren Segen und Fluch zugleich. Das omnipräsente Trommelfeuer eines geistesschwachen Narzissten war am Anfang erschütternd und nach 4 Jahren einfach nur unerträglich. Das Üble an Twitter: Ich bin dem Idioten gar nicht gefolgt, aber es waren halt so unendlich viele, die retweeten mussten, die ihn zitierten und bepöbelten, man konnte dem gar nicht entgehen. Aber Twitter ist noch mehr, Twitter ist weitaus schlimmer. Denn nun wohnen dort zig-Millionen von Virologen und neuerdings wieder zig-Tausende von Bundestrainern und am Ende des Tages befindet man sich im weltgrößten Klugscheißer-Medium der Welt. Jede Bratwurst mit Smartphone kann sich einen Twitter-Account zulegen und „publizieren“. Die Meisten nutzen dieses Medium jedoch nur und ausschließlich dazu, um anderen unaufgefordert zu erklären, wie scheiße sie sind. Ich nutze Twitter wie Facebook zur Verlinkung des Blogs, ansonsten macht es mich krank. Gewinn für mein Leben durch Twitter: Null! 

Instagram nutze ich so gut wie gar nicht. 

Und der Rest? Natürlich springe ich morgens zwischen 5 und 6 Uhr durch die gängigen Medien. Mopo, Bild, Abendblatt, Stern, Spiegel, Zeit. Bin ich anschließend schlauer? Nein. Bin ich anschließend schlechter gelaunt? Definitiv ja. Denn im Grunde ist es überall das Gleiche. Die Welt ist voller Versager, am schlimmsten versagt unsere Regierung- Überall ist es besser, in Israel, Dubai und Slowenien impfen sie besser. Die Luft wird schlechter, Greta Thunberg sollte man wieder zur Schule gehen und bla bla bla. Natürlich lese ich auch (und besonders) die Nachrichten über den KSV, aber auch dort ist der Erkenntnisgewinn gleich Zero. Die Fan-Blättchen Mopo und Abendblatt verbreiten verzweifelt das Bild eines erfolgreichen Vereins, die Bild kann man sich sparen, die Anderen berichten aufgrund zunehmender Unwichtigkeit gar nicht mehr über diesen Verein. Nach 4 Minuten denke ich mir: „Das hättest du dir wie immer sparen können“. 

Eines weiß ich genau: An dem Tag, an dem ich den Blog schließe, verkaufe oder übergebe, bin ich raus. Kein Facebook mehr, meinen Twitter-Account werde ich übergeben, Instagram lösche ich. Ebenso werde ich, sobald ich in Australien bin, auf die Lektüre der gewohnten Blättchen verzichten und mich wieder wichtigen Dingen widmen. Eines weiß ich sicher – der KSV wird definitiv keine Rolle mehr in meinem Leben spielen. Und ich weiß noch etwas: Die Abkehr von den (a)sozialen Medien wird mein Leben massiv bereichern. Ich werde mich wieder viel mehr mit mir und mit realen Menschen beschäftigen und weniger mit von Bots gesteuerten Fake News oder primitiver Propaganda. Ich werde garantiert ein besseres Leben führen, denn am Ende machen nicht nur die Medien, sondern auch dieser Verein einen krank. Und das habe ich mir nun weiß Gott lange genug gegeben. 

Von | 2021-03-17T10:39:37+01:00 13. März 2021|Allgemein|22 Kommentare

22 Comments

  1. Gravesen 13. März 2021 um 08:00 Uhr

    Mehr Angst vor dem Image als vor dem Virus
    Ja, es hätte durchaus besser laufen können. Wir in Deutschland könnten Corona-technisch deutlich besser dastehen, wir könnten deutlich mehr Menschen geimpft haben, könnten mehr Vakzin-Einheiten gebunkert haben, unsere politischen Verantwortlichen könnten sich feiern lassen. Wie Biden, wie Johnson oder wie Netanjahu. Wir könnten Daten liefern, die andere blass aussehen lassen würden, wir könnten mit Prozenten prahlen. Tun wir aber nicht. Dies hat zwei Gründe, einer davon sind die deutschen Profitmedien. Was seit einem Jahr in diesem Land von BILD bis ZEIT abgeliefert, gehetzt und verunsichert wird, spottet jeder Beschreibung und die Damen und Herren Chefredakteure können für sich beanspruchen, unzählig viele Depressive und Verzweifelte auf ihre Habenseite zählen zu können. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit.
    Denn tatsächlich stehen wir Deutschen uns selbst im Weg. Wir, die wir uns immer noch im Schein von „made in Germany“ sonnen, haben nicht nur technologisch den Anschluss verloren, weil wir uns viel zu lange auf etwas ausgeruht haben, was längst Geschichte ist. Wir haben auch jeglichen Pragmatismus verloren. Früher wurde in diesem Land entschieden und angepackt, heute wird gezögert, verhandelt und verschoben. „Wir müssen doch sicher gehen“ ist das „made in Germany“ von heute.
    Hinzu kommt – wir haben Angst. Angst davor, dass ein Image, von dem wir meinen, es haben zu müssen, Schaden nehmen könnte. Deutschland hätte im Jahr 2020 vorpreschen können wie Israel. Hätte rücksichtslos sein können wie England oder egoistisch wie die USA. Aber was hätten dann die Anderen von uns gedacht? Das ist seit vielen Jahren die größte Sorge der deutschen Politik. Was würden die Anderen denken, wenn wir etwas so oder so machen oder sagen würden? Wenn wir als Deutschland so etwas machen (wie Israel oder England oder die USA), denkt der Rest der Welt wahrscheinlich, „wir wären wieder so weit“. Deshalb lasst uns lieber schön in der Reihe hinten anstellen, europäischer zu denken als der Rest von Europa und lieber leidend zuzusehen, wie die Anderen langsam die Krise überwinden. Lieber noch ein paar Tausend Tote, aber das Image vom rücksichtsvollen Deutschland bleibt erhalten.
    Dies mag alles sehr ehrenvoll sein, aber ab einem bestimmten Zeitpunkt ist einem Großteil der Bevölkerung das Image des Landes im Ausland scheißegal. Wir wollen nicht mehr neidisch dahin gucken müssen, wo etwas passiert, wir wollen, dass es bei uns passiert. Wir wollen im Mallorca-Urlaub nicht den Ruf des freundlichen Deutschen (ist ohnehin eine Illusion) genießen, wir wollen, dass unsere ältere Generation überlebt. Diese Angst der deutschen Politik, dass man Deutschland etwas vorwerfen könnte, was alle anderen längst praktizieren, steht diesem Land jeden Tag mehr im Weg. Und es lässt sich nicht nur auf die Corona-Krise anwenden.

    • EffPunktErr 13. März 2021 um 11:12 Uhr

      „Wenn wir als Deutschland so etwas machen (wie Israel oder England oder die USA), denkt der Rest der Welt wahrscheinlich, „wir wären wieder so weit“.“

      Die einzigen die das wahrscheinlich denken bzw. aussprechen würden wären Leute aus Deutschland. Wer aus einer nationalen Impfstrategie ernsthaft Vergleiche zu damals zieht hat Grundsätzliches nicht verstanden.

      Unsere Solidarität und unser Gerechtigkeitssinn bei der Verteilung/Beschaffung der Vakzine haben uns genau dahingebracht wo wir jetzt sind, nämlich vom einstigen Corona-Vorbild zum abgehängten Impfzögling, der im Ausland nur noch Mitleid erntet.

      Joe Biden will am 04. Juli ALLE Amerikaner geimpft haben (die es wollten). Warum auch nicht? Wenn ein Sturm aufzieht, sichert JEDER zuerst den eigenen Garten. Das ist normal und völlig ok. Ich kann nur dann anderen helfen wenn es mir selbst gut geht. Die Moral sollte ein wichtiger Filter sein, aber nicht der einizge dem sich Staat, Politik und Gesellschaft komplett unterordnen.

      Man kann, darf und sollte auch mal was im Eigeninteresse durchziehen.

      • Ex-HSVer im Herzen 13. März 2021 um 16:42 Uhr

        Es soll sogar Anfang Mai!!!! soweit sein, Das genug Impfstoff für alle da ist. Lediglich die Logistik könnte es verzögern. ich wollte Ende Mai zum 65. Geburtstag des Dads meiner süßen nach North Carolina reisen. Vielleicht kann ich mich ja sogar dort impfen lassen. Denn in Deutschland bin ich vielleicht zu Halloween dran

    • Ex-HSVer im Herzen 13. März 2021 um 16:40 Uhr

      Brillante Analyse! Deshalb wird Deutschland in einigen Jahrzehnten nur noch ein kleiner Fleck auf der wirtschaftlichen Landkarte sein. Die „Deutsche Gründlichkeit“, wo versucht wird alles für 100 % der Menschen zu optimieren statt schnell und flexibel 90 % zu bedienen, ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Wir sind wie ein schwerfälliger Tanker zwischen lauter Schnellbooten. Die deutschen Politiker sind eine Katastrophe, die sprachlos macht. würde es hier eine Person/Partei wie Trump geben, ihm wäre die Wahl im September 100 % sicher. Das einzige was übrig bleiben wird ist hervorragende Maschinentechnologie, Biotech und Bier-Export. Vorzeigebranche Autos? Werden China und die USA dominieren. Und in allen anderen Bereichen spielt Deutschland schon seit Jahrzehnten nicht mehr in der oberen Liga mit.
      Es ist eine Katastrophe, dass seit zwei Monaten gerade einmal 7 % der Bevölkerung geimpft sind. Und das sind alles Menschen, die nicht mehr oder kaum am Alltagsleben unter WertSchöpfung teilnehmen. Pflegekräfte sind immer noch nicht durchgeimpft und wenn ich alle Punkte aufzählen würde, würde ich morgen noch hier sitzen.

  2. Dennis 13. März 2021 um 08:35 Uhr

    Völlig richtig was du schreibst. Ich habe mich bei Facebook und Twittr such abgemeldet und Instagramm nie gehabt. Alle 3 Dinge haben mir keinen Mehrwert gegeben.
    Natürlich klicke ich mich morgens auch durch die üblichen Nachrichten, und auch die vom HSV aber 90 Prozent davon sind völlig überflüssig, weil belanglos.
    Und im allgemeinen ist es auch schwierig an gute vernünftig recherchierte Nachrichten zu kommen.

  3. Gravesen 13. März 2021 um 08:45 Uhr

    Das ist exakt das, was ich meine. Man stelle sich vor, die Bundesregierung würde so argumentieren.

    In den USA lagern Berichten zufolge etwa 30 Millionen Dosen des AstraZeneca-Impfstoffes ungenutzt in Kühlschränken, obwohl er noch gar nicht zugelassen ist. Statt das Vakzin zu exportieren, will die Biden-Regierung vorbereitet sein.

    Angeblich 30 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca lagern in amerikanischen Kühlschränken, obwohl das Vakzin hier überhaupt nicht zugelassen ist. Warum lasst ihr es nicht einfach dorthin exportieren, wo dringend Impfstoff gebraucht wird, in Europa zum Beispiel wird die Regierungssprecherin Jen Psaki gefragt. „Wir wollen sicherstellen, dass wir maximale Flexibilität haben, dass wir überausgestattet und übervorbereitet sind.“

    AstraZeneca wird wohl in den nächsten Wochen zugelassen, dann soll das Unternehmen auch am selben Tag liefern können. Die US Regierung wehrt sich gegen Vorwürfe, sie würden Hersteller mit einem Exportstopp daran hindern, zugesagten Impfstoff nach Europa zu liefern. Es gebe kein Exportverbot. Der Impfstoff im Kühlschrank gehöre den USA, sei gekauft und bezahlt, den gebe man nicht einfach ab. Das habe nichts mit Exportverbot zu tun.

  4. Christian 13. März 2021 um 09:23 Uhr

    Guten Morgen Grave,

    ein toller und wahrer Blog heute.
    Wie du es beschreibst, die Social Medien sind ein Segen und Fluch zugleich.
    Es gibt Z.B. bei Fb einige gute Seiten, die mit meinem Hobby der Musik zu tun haben oder über mein Lieblingsland in Europa, wo ich gerne Urlaub mache.
    Twitter nutze ich nicht und Instagram habe ich meinen Account gelöscht.

    Es ist eine verdammt beschissene Zeit momentan und wie du schon geschrieben hast. Es tummeln sich soviele Virologen und Bundestrainer in den Social Medien rum und jeder weiss es besser. Und es werden auch verdammt viele Fakenews über das NET verteilt und so die Menschheit gespalten.

    Das deutsche Impfdesaster ist typisch für Deutschland…. Die scheisse Bürokratie steht sich immer selbst im Weg und die gewählten Volksvertreter vertreten nur sich selbst und haben Angst, daß sie ihren Posten verlieren könnten.
    *Achtung Ironie* Es wird, aufgrund fehlender Antragsformulare und Prüf- und Zulassungsverfahren, nie eine deutsche Variante des Covid-19 Virus geben.

    Es läuft einiges schief bei uns und warum nimmt sich z. B. Israel nicht als Vorbild? Es gibt hier soviele Menschen, die darauf warten, daß sie mit der Impfung dran kommen, aber die Bürokratie….

    Und Medien befeuern das ganze auch nochmal so richtig.

    Gruß
    Christian

  5. Maddin 13. März 2021 um 09:31 Uhr

    Habe Gestern im Radio eine, in meinen Augen, erschreckende Zahl gehört. In Deutschland wurden bisher erst 550.000 Menschen geimpft.
    Und das obwohl in jedem Kuhdorf seit Monaten ein Impfzentrum steht.
    Da fällt einem dann nichts mehr zu ein.
    Kann mich dunkel an meine Kindheit erinnern. War Impfung gegen Masern, glaube ich. Da kam in der Schule nen Arzt vorbei, piks piks zack zack und in einer Stunde war die ganze Klasse geimpft.
    Aber was willste erwarten bei Politikern die der Meinung sind: Im Baumarkt im linken Gang Blumen kaufen ist okay aber im Rechten Gang nen Pott Farbe kaufen biste ne Gefahr für die Menschheit.

  6. Matthias 13. März 2021 um 10:30 Uhr

    Moin,
    guter Blog Grave, auch wenn ich das mit made in Germany etwas anders sehe, aber das würde den Rahmen sprengen. Nur ein Stichwort, es liegt nicht an der Wirtschaftskraft sondern vielmehr an den Verantwortlichen. Wenn ich höre, Jens Spahn und der Scheuer Andi sollen die Taskforce Impfen leiten…..die zwei, die bislang nichts gerissen haben, Prost Mahlzeit.
    Noch kurz zu den Medien. Ich glaube, dass es einfach zu viele davon gibt. Früher als ich jung war, kein Internet, sonntags gab es, als einzige „Talkshow“, den internationalen Frühschoppen. Die Journalisten saßen rauchend und bereits leicht angetrunken zusammen und haben die politische Lage der Welt besprochen. Heute gibt es Internetportale, gefühlt 100 TV Sender und 10 Talkshows in der Woche. Nur die Themen sind nicht wesentlich mehr geworden. Guckt mal im Dritten „Tagesschau vor 20 Jahren“. Die kann man heute teilweise um 20 Uhr in den Nachrichten ausstrahlen und keiner würde es merken. Das Problem für die Sender ist, neue Themen er- gefunden werden müssen und das möglichst günstig. Darunter leidet auch die Qualität.

    • Gravesen 13. März 2021 um 10:34 Uhr

      Stimmt, und ein Teil der Schuld liegt auch bei uns. Alles soll so kostengünstig wie möglich und am besten umsonst sein, andererseits wird Qualität gefordert. Das fängt bei Nahrungsmitteln an und hört bei der Mediennutzung nicht auf. Am Ende kommt dann sowas wie mopo-online und TschüssVollspack dabei raus und alle wundern sich, warum jeden Tag größerer Quatsch dort verbreitet wird.

      • Ex-HSVer im Herzen 13. März 2021 um 16:46 Uhr

        Genauso ist es! Die Leute wollen immer alles umsonst haben, weil sie das Gespür für Qualität verloren haben. da kommt dann meistens der Hinweis: aber bei dem und dem gibt es das gratis. Das Resultat ist, dass die Menschen immer anspruchsloser und dümmer werden. Und diese landen dann irgendwann in der Politik.

  7. Vsabi 13. März 2021 um 11:07 Uhr

    Da der HSV durch die Dummheit der anderen Aufstiegskanditaten ( Bochum rote Karte ) wohl den Aufstieg schaffen wird, ist es erfrischend sich einmal einem wichtigen Thema zu widmen.
    Ja der “ DEUTSCHE MICHEL “ immer perfekt und bemüht, im Ansehen durch das Ausland, alles unternimmt ohne Rücksicht auf die eigene Bevölkerung. Die Versorgung mit Impfstoff ist das beste Beispiel, hier wurde total versagt. Erst warten auf Zulassung ( halb Europa hat darauf gesch….) dann mischte Frau von der Lainen auch noch zu unserem Nachteil mit und Herr Spahn wurde durch nicht eingehaltene Versprechen täglich verarscht. Unsere Politiker sind Mimosen ohne Mut zu Entscheidungen für die, die sie gewählt haben. Behörden und deren Beamten sind zu 90% überfordert, eine solche Pantemie zu händeln. Jeden Tag können wir von den Verantwortlichen hören, das dies und jenes sich um Tage oder Monaten verschiebt.
    Wir haben in diesem Jahr die Möglichkeiten, uns bei den Parteien und Politikern zu bedanken für die Unfähigkeiten.

    • Matthias 13. März 2021 um 11:39 Uhr

      Vollkommen richtig!

      Vielleicht sollten sich die Politiker von heute ein Beispiel an Helmut Schmidt bei der Krisenbewältigung der historischen Sturmflut von 1962 nehmen. Ja, er war der meiner Meinung nach der beste Kanzler, damals noch Bürgermeister. Aber dafür sind wahrscheinlich alle zu weich gespült?

      • St.Patrick 13. März 2021 um 14:16 Uhr

        Nur eine kleine Korrektur, die das positive Beispiel von Helmut Schmidt noch unterstreicht: Er war Innensenator und hat drauf gesch*ssen, was er darf und wer alles bei ordnungsgemäßen Abläufen hätte gefragt und mit einbezogen werden müssen. Weil er wusste, dass es Menschenleben kostet, den Bürgermeister aufzuwecken oder das Bundesverteidigungsministerium zu fragen, ob die Bundeswehr helfen kann/darf. Er hat die Anweisungen selbst gegeben und vorhandene Kontakte zur NATO genutzt, damit die Hilfe sofort anläuft.
        Fun Fact am Rande: Jens Spahn wurde zurückgepfiffen (Impfstoffbestellung zusammen mit FRA, ITA, NED). Für die Impfzentrum hatte er eine extrem frühe Frist zur Einsatzbereitschaft ab 15.12.2020 gesetzt, vermutlich weil er zu Recht befürchten musste, dass die Bundesländer in ihrer Zuständigkeit versagen und nicht rechtzeitig am Start sein würden…
        Insgesamt sollten wir uns mMn mehr die Mühe machen, diejenigen vor Ort in die Verantwortung zu nehmen, die jedesmal direkt nach der Ministerpräsidenten-Runde die dort getroffen Vereinbarungen unterlaufen, hintertreiben und verwässern, weil sie meinen, es besser zu wissen.

  8. atari 13. März 2021 um 11:20 Uhr

    Nehmen wir zum Beispiel die täglichen Corona Meldungen das Intensivbetten frei werden. Dabei wird natürlich verschwiegen, was die Ursache für die meisten frei werdenden Betten gewesen ist. Wenn täglich bis zu 1000 Menschen sterben werden logischerweise Betten frei.

  9. Thomas Vernunft 13. März 2021 um 12:25 Uhr

    Ganz starker Blog ! Ich versuche auch mir nicht mehr den ganzen Scheiss reinziehen zu müssen. Du bist da schon ein bisserl weiter. Aber ich arbeite dran.

  10. cajunX 13. März 2021 um 12:59 Uhr

    @Matthias

    Nur der Ordnung halber, Erster Bürgermeister war damals Paul Nevermann, ebenfalls ein Guter. Helmut Schmidt war zwar „nur“ Innensenator, aber in der Position das Beste, was Hamburg passieren konnte. Er hatte sich nicht um Zuständigkeiten gekümmert, wenn sie hinderlich waren. Als erstes hatte hatte er den Verantwortlichen der Feuerwehr nach Hause geschickt mit der Begründung: „Sie halten die anderen sonst nur von der Arbeit ab!“

    Er rief persönlich militärische Oberbefehlshaber aus europäischen Nato-Ländern an und bat um Hubschrauber und Pioniere. Normalerweise hätten das nur die entsprechenden Verteidigungsminister auf Ersuchen ihres deutschen Kollegen genehmigen dürfen.
    Zitat Helmut Schmidt: „“Ich habe die alle einfach selbst angerufen oder mit Funksprüchen oder Fernschreiben in Bewegung gesetzt. Ich habe gesagt: ‚Sie müssen Hubschrauber schicken, Sie müssen Pioniere schicken, die mit Sturmbooten die Menschen von den Dächern runterholen.‘ Die haben zunächst geglaubt, ich sei verrückt geworden. Weil sie mich aber gut kannten, haben sie auf mein Insistieren hin schließlich sehr schnell funktioniert“, erinnert sich Schmidt 1982 in einem Interview des NDR.“

    Kannst Du Dir irgendeinen Politiker von heute egal von welcher Partei vorstellen, der sich ähnlich über Bürokratiehindernisse hinwegsetzen würde, falls die Lage es erfordern würde?

  11. Michael 13. März 2021 um 13:32 Uhr

    @cajunX
    Wenn ich mir die Herren Spahn, Laschet und Co angucke, leider nicht ;(

    @Grave: Mal wieder geiler Blog. Ich finde es immer wieder gut, dass neben den Versagern vom HSV auch über wichtige Themen gesprochen wird…

  12. St.Patrick 13. März 2021 um 14:23 Uhr

    Nur zur Erinnerung: Jens Spahn wurde zurückgepfiffen (Impfstoffbestellung zusammen mit FRA, ITA, NED). Für die Impfzentren hatte er eine extrem frühe Frist zur Einsatzbereitschaft ab 15.12.2020 gesetzt,. Vermutlich weil er zu Recht befürchten musste, dass die Bundesländer ansonsten in ihrer Zuständigkeit versagen und nicht rechtzeitig am Start sein würden… Vielleicht ist er – entgegen der medial und Merkel-seitig betriebenen Sündenbock-Kampagne – tatsächlich der Einzige in der Bundesregierung, der zumindest ernsthaft versucht, proaktiv zu handeln und Tempo zu erzwingen.
    Insgesamt sollten wir uns mMn mehr die Mühe machen, diejenigen vor Ort in die Verantwortung zu nehmen, die jedesmal direkt nach der Merkel-Ministerpräsidenten-Runde die dort getroffen Vereinbarungen unterlaufen, hintertreiben und verwässern, weil sie meinen, es besser zu wissen.

  13. Ex-HSVer im Herzen 13. März 2021 um 16:52 Uhr

    Sehr zeitgemäßer und guter Blog! meiner Meinung nach ist Social Media eine große Katastrophe. Auch wenn sie für 10 % der intelligenten und reflektierten Menschen ein Segen ist, ist sie für 90 % der weniger ausgestatteten Menschen eine Katastrophe. Ungebildete, aggressive Menschen verbreiten Dinge, die von Menschen desgleichen Schlags konsumiert und verbreitet werden. Dadurch potenzieren sich Dummheit und Fake-News.
    Ebenso ist es eine ungemein große Gefahr, dass junge Menschen das Gefühl von Langeweile nicht mehr kennen und dadurch keine eigene Ideen, Kreativität und eine eigene Persönlichkeit entwickeln. Jede freie Sekunde wird vor dem Handy rumgedaddelt und Schwachsinn konsumiert (Tik Tok. Influencer). Die Folge ist soziale Inkompetenz und schrumpfende Hirne, weil bestimmte Areale nicht mehr benutzt werden.

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