Ich möchte mich bedanken

Der gestrige Blog bzw. eure Reaktionen auf den gestrigen Blog haben mir wieder einmal gezeigt: Dieses Forum ist längst über den Status einen KSV – oder Fußballblogs hinausgewachsen. Im Gegenteil, ich hätte inzwischen das Gefühl, euch zu Tode zu langweilen, wenn ich an dieser Stelle über Formkurven oder mögliche Aufstellungen parlieren würde. Dennoch ist das nicht selbstverständlich und ich möchte mich dafür herzlich bedanken. Denn immerhin steht da immer noch „HSV-Arena“ oben drüber, oder? Aber ich finde es wichtig und offenbar empfindet ihr ebenso. Sei es nun das Thema Doping oder Finanzen, sei es Katar oder Beraterhonorare, ihr zieht mit und das freut mich extrem. Es zeigt mir aber, dass das intellektuelle Gefälle zwischen verschiedenen KSV-Blogs offenkundig größer ist als erwartet. 

Ehrlich gesagt, wollte ich in den nächsten Tagen einen kleinen Test veranstalten, aber eigentlich hat sich dieses Experiment erledigt. Ich wollte auch einmal einen Blog Abends veröffentlichen und ich wollte nichts anderes dort reintackern als bereits seit Stunden bekannte Vorgänge und uralte Äußerungen. Ich wollte einfach nur einmal 7 Minuten lang copy/paste spielen und die täglichen Ergüsse, die Herren wie Mutzelbacher oder Thioune abgesondert haben, als hohle Kopie in den Blog stellen, das Ganze natürlich versehen mit zahllosen Rechtschreibfehlern wie „Bolg“ oder „Bog“. Und ich wollte schreiben, dass alles unendlich geil ist, der Verein sowas von auf dem richtigen Weg ist und dass man doch bitte schnellstmöglich mit Ahorn Hund verlängern sollte. 

Und dann wollte ich eure Reaktionen „genießen“, aber eigentlich ist das nicht nötig, denn ich kenne sie. Ihr beteiligt euch wesentlich mehr an Diskussionen über Impfprobleme oder Satzungsfehler als an Themen wie 3er-Kette oder Tabellenstand und ihr spendet für ein gebeuteltes Land wie Australien, etwas, das in anderen Fußballblogs undenkbar wäre. Ich bin sehr stolz, dass es mir gelungen ist, in den letzten 8 Jahren diese Community aufzubauen und zu erhalten, denn in der gleichen Zeit sind zwei andere KSV-Blogs eingestellt, einige KSV-Podcast beerdigt worden und der Nachfolger vom Insolvenzblogger wird auch nicht lange überleben. Warum? Weil einfach nur kopieren, hofberichten, arschkriechen, faul wie die Sünde sein und lügen, dass sich die Balken biegen scheinbar doch nicht genug ist, selbst für eine eher unterdurchschnittlich intelligente Klientel. Und, wer weiß? Vielleicht ist das ja der Ansatz für die Zukunft, denn natürlich würde und werde ich gern weiterhin schreiben. Vielleicht mache ich in Zukunft einen Blog, der sich überhaupt nicht mehr mit dem KSV beschäftigt, dafür aber mit Themen von allgemeinem Interesse. Dann nicht mehr täglich, sondern vielleicht einmal pro Woche. Wäre toll, wenn ihr mir auch dann die Treue halten würdet. 

Andererseits – irgendwo hatte das alles dann wohl doch seinen Sinn, denn ich wollte mit diesem Blog ja auch etwas bewegen. Ich wollte, dass sich die Leser mit anderen Dingen (im Verein) beschäftigen als nur mit dem letzten Wochenende und der nächsten Aufstellung und dies ist in jedem Fall gelungen. Wenn es mir dann noch gelungen ist, dass sich auch nur einer etwas inhaltlicher mit den Dingen beschäftigt, die falsch laufen, im Fußball und in der Gesellschaft, dann hat sich das alles gelohnt. Mehr als das….

Und noch was. Ich bin nicht davon abhängig und brauchen tue ich es auch nicht, aber ihr könnt euch nicht vorstellen, wie jemanden, der jeden Tag seinen Spamfilter von niederstem Müll reinigen muss, jede kleine Spende freut. Sind es nun € 5 oder € 100, das spielt für das Gefühl keine Rolle. Es ist dieser eine Moment der Bestätigung, die Gewissheit, das man etwas gut und richtig gemacht hat. Das man etwas getan hat, was für einen anderen von Wert ist. Kein Werbebanner, kein Salmix und keine Eiersalbe kann das bewirken. Ich bin froh darüber, dass ich euch 8 Jahre lang den ganzen Dreck von chlorverseuchten Schwimmbädern oder illegalen Wettbuden vom Hals halten konnte. 

Von | 2021-03-17T10:39:42+01:00 14. März 2021|Allgemein|13 Kommentare

13 Comments

  1. Leonadomitcabrio 14. März 2021 um 09:27 Uhr

    Mein lieber Grave,

    ich kenne dich schreibender Weise, seit dieser verwirrte „the Frisur“ eigentlich eine gute Idee hatte und einen HSV Blog ins Leben rief. Man traf auf „Gleichgesinnte“ mit demselben
    Interesse. Die Idee war gut, nur die Ausführung… Ach schenken wir uns das.

    Was ich damit sagen möchte: schon damals fand ich deine Art und Weise zu schreiben sympatisch. Nicht immer Mainstream, nicht immer einer Meinung aber es ist hängengeblieben und hat zum Nachdenken bewegt. Ich bekam sehr viel Infos, Hintergrundwissen, die mich aufhorchen ließen, die Nachdenklich machen und gezeigt haben, was für ein Scheißgeschäft es eigentlich ist….

    Deine Art und Weise ist eigentlich gleich geblieben, Kontrovers, kein Mainstream, ehrlich und offen.. Vor allem INFOS, die Ungeschminkte Wahrheit, tut sie noch so weh. In heutigen Zeiten eine sehr seltene Blume. So geht Journalismus !

    Mach einfach weiter so, denn eigentlich haben WIR zu danken !

    • Saschas Alte Liebe 14. März 2021 um 15:41 Uhr

      Findest Du?
      ich lese hier seit fast Anfang an und lass‘ auch seit Jahren ab und an mal was ab ;-). In meiner Wahrnehmung ist es hier zuletzt inhaltlich gehaltvoller und stilististisch gehobener, breiter geworden, seit die aus dem thematischen und/oder biographischen HSV Hintergrund zunehmend distanzgewinnenden Inhalte Raum greifen und quasi herauswachsen.
      Waren die Gefechte früher so heftig wie teils auch unterhaltsam und womöglich wichtig, so blieben sie auf „HSV Format“ zwangsläufig begrenzt. Gezänk ist auch nicht so was für mich.
      Auch stichhaltige Analysen waren eben auf den Volkspark begrenzt.

  2. Gravesen 14. März 2021 um 10:25 Uhr

    Scheinbar befinden wir uns in einer Zeitmaschine und wir schreiben doch schon den 1. April 😀 😀

    „Auf Basis von Gerüchten Vorverurteilungen vorzunehmen, ist in der Unternehmenskultur von Axel Springer undenkbar. (Zum Thema Julian Reichelt)

    Genau mein Humor 😀 😀

    • Demosthenes 14. März 2021 um 11:43 Uhr

      Moin, Grave, es wird noch besser.

      Passend zu dem Verlagsstatement, das die Unschuldsvermutung für den feinen Herrn Chefredakteur gelten läßt, findet man aktuell, So, 14. März 21, 11:40, folgende Schlagzeile auf Bild Online:

      Der Killer aus der Downing Street

      .

      Dazu zeigt die BILD ein uverpixeltes Foto von Wayne Couzens mit der Bildunterschrift:

      Dein Freund und Mörder? Wayne Couzens in seiner Polizei-Uniform.

      Soviel zum Thema Vorverurteilungen.

      Die BILD zeigt übrigens auch ein unverpixetes Foto des Opfers. Das hat die Redaktion bestimmt mit den Angehörigen so abgesprochen und nicht etwa unerlaubt aus dem Netz gezogen und ohne Genehmigung abgedruckt.

  3. omnipräsent 14. März 2021 um 10:47 Uhr

    „Wenn es mir dann noch gelungen ist, dass sich auch nur einer etwas inhaltlicher mit den Dingen beschäftigt, die falsch laufen, im Fußball und in der Gesellschaft, dann hat sich das alles gelohnt.“ Hier ist zumindest einer, wobei die Reihenfolge des Falschlaufens hier bei uns sicherlich auch heißen könnte: erst „Gesellschaft“ und dann „Fußball“, vom Makro- zum Mikrokosmos. Denn „Je weiter sich eine Gesellschaft von der Wahrheit entfernt, desto mehr wird sie die hassen, die sie aussprechen“ (George Orwell).

  4. jusufi 14. März 2021 um 10:47 Uhr

    Wirklich der Witz des Tages! Haben sie wahrscheinlich aus ihrer Compliance-Richtlinie abgeschrieben.

  5. Kugelblitz 14. März 2021 um 11:01 Uhr

    Beim Insolvenzblogger kann man doch schon an seinem Motto erkennen, dass er lieber abkupfert anstatt sich etwas eigenes einfallen zu lassen.

    „Ein Tag ohne den HSV ist ein verlorener Tag.“

    • Demosthenes 14. März 2021 um 11:51 Uhr

      Wer liest denn noch Scholzens öde Oden an die Gurkentruppe?

      Der Kommentarbereich ist es, der Spaß macht. Ohne die sich dauerbepöbelnden Troglodyten wäre die Seite doch klinisch tot.

      Darum ein großes Demosthenes-DAZKE an alle Geronten, Alkis, Hartzer, Hüpfer und Bekloppten, die dort Gas geben: You made my day.

      • Saschas Alte Liebe 14. März 2021 um 14:56 Uhr

        Ehrlich, ich lese noch nicht mal hier, wenn es um diesen Kram geht, HSV Gerüchte,Rautenperle, Scholz, Mopo, HA etc. … gäähn!
        Mit Verlaub, selbst die Witze und Sprüche über Scholz und Anhang sind recht lahm inzwischen…

  6. Saschas Alte Liebe 14. März 2021 um 14:52 Uhr

    Hier ist es stets um so gehaltvoller und interessanter, je mehr es um Fußball per se, Sport, Gesellschaft geht und weniger um bzw. gegen den HSV/’KSV‘, wie er hier oft heißt.
    Insofern wäre dieser Test völlig überflüssig.
    Dagegen wäre der Gedanke spannend, womöglich auch logisch, über ebenjenen HSV Space grundsätzlich weiter hinaus zu wachsen, auch diesen „Homebase“ Horizont ‚HSV/HH/ VPark…‘ ein Stück ausweitend zurückzulassen, also grundsätzlich mehr und weiterblickend zu thematisieren …?
    >> something like „Fußball Arena“ Blog oder „Sport Arena“ Blog … o.ä. ?
    HSV ist zu klein, eng, begrenzt und selbstbezogen. Das schnürt auch alle im Umfeld mitbegrenzend ein, egal wie kritisch. Faktisch ist es hier eh schon kaum noch im „Rautenrahmigen“ zu halten, oder?
    Wachsen eben … 😉

    • omnipräsent 14. März 2021 um 19:24 Uhr

      „Get better before you get bigger“.

  7. Gravesen 14. März 2021 um 18:55 Uhr

    Aber zu diesem Thema sollte inzwischen alles gesagt worden sein. Mehrfach. Ebenso wie zum Thema BILD/Jatta, das gerade durch die Stellungnahme des Springerverlages bezüglich BILD-Chefredakteur Julian Reichelt berechtigt an Fahrt aufnimmt. Meine Meinung zur Causa Jatta hat sich seit dem ersten Tag nullkommanull verändert. Allein der Ekel vor der Scheinheiligkeit vieler Kollegen nimmt von Tag zu Tag zu.

    Schon ziemlich heftig. Ausgerechnet Hamburgs größter Wendehals, der schlimmste Fähnchen-in-den-Wind-Halter von allen, der übelste Arschkriecher im gesamten KSV-Kosmos wirft seinen Ex-Kollegen Scheinheiligkeit vor. Für ein wenig Beifall von seinen verblödeten Leser verkauft der Insolvenzblogger seine Großmutter.

  8. jusufi 15. März 2021 um 07:39 Uhr

    Wie er nicht müde wird, zu betonen, dass er sich für einen Journalisten hält und ständig „seine Kollegen“ in Bezug nimmt. Komplett lächerlich. Journalist darf sich zwar jeder nennen, das bedeutet aber noch lange nicht, dass er auch Journalismus betreibt.

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