Der Austausch der Ligen

Wir befinden uns im Jahr 1997, am Beginn der Saison. Die erste deutsche Bundesliga nimmt am ersten Spieltag den Spielbetrieb auf und folgende 18 Mannschaften wollen Meister werden, UEFA-Cup spielen oder die Klasse halten: Bayern München, Leverkusen, Stuttgart, Schalke, Kaiserslautern, Rostock, Bremen, Duisburg, HSV, Dortmund, Hertha, Bochum, 1860, Wolfsburg, Gladbach, Karlsruhe, Bielefeld. 24 Jahre später sind von diesen 18 Mannschaften noch Bayern, Leverkusen, Stuttgart, Schalke, Bremen, Dortmund, Hertha, Wolfsburg, Gladbach und Bielefeld (also 10 Teams) übriggeblieben, die anderen spielen inzwischen eine Liga tiefer oder sonst wo. Mannschaften wie Freiburg, Mainz oder Augsburg traten in der zweiten oder dritten Liga an, mittlerweile sind sie seit vielen Jahren fester Bestandteil der Bundesliga, Leipzig ist komplett neu hinzugekommen und spielt um die deutsche Meisterschaft. Schaut man sich eine mögliche zweite Liga in der nächsten Saison an, bekommt man manchmal das Gefühl, man hat es mit großen Teilen der Bundesliga 20 Jahre zuvor zu tun. 

Nürnberg, Hannover, Düsseldorf, HSV, Karlsruhe und die möglichen Absteiger Schalke, Bielefeld, Hertha waren und sind allesamt Vereine, die nicht etwa weniger Geld als Freiburg oder Mainz hatten, sie haben nur schlicht und ergreifend schlechter gearbeitet. Man stelle sich eine Bundesliga in der nächsten Saison mit Teams wie Kiel, Bochum, Fürth, Mainz, Freiburg, Hoffenheim, Augsburg, Union Berlin vor, dann kann man mit vollem Recht sagen: Die Tradition hat verloren. Alte Traditionsklubs aus vergangenen Tagen wie Kaiserslautern, München 60, Nürnberg, Hannover, HSV, MSV Duisburg, Bochum, Braunschweig, Düsseldorf etc. dümpeln seit Jahren unterklassig herum, Vereine mit riesiger Fanbase. Und eben auch Vereine mit reichlich Kunden. Für die Vermarktung der Liga ist diese Entwicklung eine mittlere Katastrophe. 

Keinen Respekt

Vielleicht noch ein kurzes Wort zum Thema KSV und Respekt. In den letzten Jahren in der Bundesliga hatte der Verein grundsätzlichen einen Spieler-Etat, der sich irgendwo unter den Top 8 der Liga tummelte. Resultat: Man spielte jedes Jahr, unter egal welchem Trainer, gegen den Abstieg. Man kaufte teuer und verkaufte schlecht, egal, unter welchem Sportchef. Nun hat dieser Verein auch in der dritten Zweitliga-Saison den größten oder zumindest zweitgrößten Etat der Liga und ist gerade dabei, den Aufstieg erneut zu verkacken. Sorry, aber ich habe jeglichen Respekt vor diesem Verein verloren. Wenn man es einmal schaffen würde, mit einem Team mit einem Durchschnittsalter von 23,5 und einem Etat, der sich irgendwo im Mittelfeld der Liga ansiedeln würde, wäre ich bereit, so etwas wie Respekt zu erbringen. Aber nicht für eine amtlich anerkannte Geldverbrennungsmaschine ohne entsprechende Gegenleistung. 

Von | 2021-03-17T10:40:01+01:00 16. März 2021|Allgemein|4 Kommentare

4 Comments

  1. hamuburgmini 16. März 2021 um 10:41 Uhr

    Ach Mensch.. 1997… das waren noch Zeiten.
    Wenn ich an diese Zeit denke habe ich immer noch das Gefühl, daß zu der Zeit der einzige richtige sportliche Umbruch
    in der Mannschaft stattgefunden hat. Viele junge, relativ unbekannte Talente wie Butt, Hertzsch, Simunic, Gravesen, gepaart mit professionellen
    Spielern wie Panadic, Yeboah. Abgerundet mit einer offensiven Spielidee und unbekümmerten Spielweise dessen Entwicklung sich in den Folgesaisons
    bestätigt hatte.. Gut, es waren auch damals überteuerte Altlasten wie Martin Dahlin in der Mannschaft, dennoch war das Gesamtkonstrukt in sich stimmig.

    Der heutigen Führung kann ich auch keinen Respekt entgegenbringen, mir scheint es, als wäre jedwedes Anspruchsdenken – auch auf Fanseite – abhanden gekommen.

  2. Soenke Witt 16. März 2021 um 12:32 Uhr

    Es wurden entscheidende Transfer getätigt. Butt, Hoogma, Gravesen und natürlich Barbarez. Wehmeyer und Hieronymus, evtl. noch ein bißchen Felix Rezeptur.

  3. Soenke Witt 16. März 2021 um 12:33 Uhr

    Nebenbei wurde noch der Umbau des Stadions klargemacht.

  4. Gravesen 17. März 2021 um 07:33 Uhr

    Münchhausen droht mal wieder Sperrungen an (die nie passieren werden, weil er dann den Laden sofort dichtmachen kann) und von 127 Kommentaren drehen sich mindestens 110 darum, wer jetzt eigentlich scheißer ist als der andere, wer wie viele Nicks jemand betreibt, wer wer ist und bla bla bla. Wie heißt es doch gleich in der Beschreibung dieses Insolvenzblogs?

    Moin Volkspark! – Die #1 Plattform für alle HSV Fans

    Tatsächlich passt diese „Nr. 1“ zu einem Verein, der niemals mehr Nr. 1 sein wird. Dämliche, abgeschriebene und kopierte Hofberichtkacke, im Kommentarbereich dümmliches Gepöbel wie in der Südkurve. Und der Blogbetreiber, der alle 10 Tage beim Training auftaucht, ist die faulste Sau überhaupt.

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