Fragen zur neuen Super League

Nachdem sich der erste „Schock“ gelegt hat, tauchen (jedenfalls bei mir) spontan die ersten Fragen auf, die über die erste Frage „Wie soll es nun weitergehen“ hinausgehen. Mal angenommen, das Ganze läuft jetzt tatsächlich so ab, wie die Herren Agnelli, Perez und Co. es sich mit Sicherheit seit Monaten überlegt haben. 

Werden dann tatsächlich all die Spieler, die in diesen Super League-Klubs spielen, für internationale Turniere gesperrt? Und wenn ja, welchen Wert haben diese Turniere dann überhaupt noch, wenn all die Topstars fehlen?

Wen interessiert eine Champions League ohne die spanischen, italienischen und englischen Top-Teams? Welcher TV-Sender ist noch bereit, diese Monstersummen zu bezahlen, wenn nur noch Bayern gegen Anderlecht spielt?

Welche Auswirkungen hat das Ganze auf die nationalen Ligen, wenn die Top-Teams nicht mehr dabei sein? Will in England jemand immer nur West Ham gegen Everton sehen? Soll in Zukunft Bilbao oder Sevilla in Spanien Meister werden? 

Welche Auswirkungen hat die Gründung der Super League auf den internationalen Transfermarkt? Angenommen, man ist Spieler in Amsterdam und hat ein Angebot von Barcelona. Man weiß, dass man dann in Zukunft nicht mehr in der spanischen Liga und auch nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen darf. Ab wann ist einem Spieler das eigene Konto mehr wert als für sein Land spielen zu können? Und wie wird mit diesen Spielern umgegangen, wenn sie sich dann ganz offen für das Geld entscheiden.

Wo werden die Spiele der Super League übertragen? Gibt es in Europa einen TV-Sender, der sich dazu bekennen wird oder läuft das Ganze dann ausschließlich online?

Was machen die Spieler der Super League-Vereine eigentlich zwischen September und April? Da sie ja nicht mehr an den nationalen Wettbewerben und an den Spielen der Nationalteams mitwirken können, dürften sie relativ viel Tagesfreizeit haben. 

Wie reagieren die Fans der „abtrünnigen“ Teams? Bleiben die Stadien dann aus Protest gegen die endgültige Kapitalisierung leer? Und wenn ja, weichen die Vereine dann in andere Länder (Asien) aus?

Ist der nationale Anreiz in den Ligen, sich für die Champions League zu qualifizieren, überhaupt noch da, wenn es dann unter der Woche nur noch gegen internationale B-Klasse geht?

Würden die Trainer bzw. Spieler der betroffenen Verein über die Pläne zur „Ausgliederung“ überhaupt befragt? Schließlich stehen sie unter Vertrag und die Entscheidung ihrer Klubführung hat massiven Einfluss auf ihre Karriere.

Können Spieler/Trainer, die mit dem Weg ihres Vereins nicht einverstanden sind, aus arbeitsrechtlichen Gründen aus ihren Verträgen aussteigen?

Mal angenommen, die 12 Vereine „überlegen es sich anders“, würde es für sie überhaupt einen Weg zurück die UEFA-Organisation geben oder ist dieses Tischtuch endgültig zerrissen? 

Haben Ausrichter zukünftiger Meisterschaften (EM/WM) das Recht auf Rückzug oder Kostenausgleich, wenn die besten Spieler der Welt dauerhaft fehlen?

Ist nicht sogar die Gründung dieser Super League das Beste, was einer mehr und mehr in die Kritik geratene UEFA/Champions League passieren kann? Am Tag nach der Verkündung präsentierte der Verband die CL-Reformen und diese hätten wohl ohne die Super League zu einem deutlichen Aufschrei geführt

Angesichts der ohnehin schon grasierenden Fußballmüdigkeit und der immer größere werdenden Anzahl derjenigen, die sich vom Profifußball abwenden, wird diese Entscheidung diese Entwicklung noch zusätzlich beschleunigen? 

Ist es nicht eigentlich ein Schlag ins Gesicht eines jeden Fußball-Fans, wenn sich ausgerechnet Verbände, an deren Spitze korrupte Gestalten und Profiteure wie Blatter und Infantino standen und stehen, nun als Moralapostel und Verteidiger gegen die dunklen Künste aufspielen? 

Braucht es eigentlich noch mehr, um den Zynismus des heutigen Profifußballs erkennen zu können? Eine Branche, die sich für so bedeutend hält, dass normale Regeln für sie längst schon nicht mehr gelten? Die in Zeiten einer weltweiten Pandemie so tut, als würde es diese nicht geben? Wer genau braucht diesen lächerlichen Zirkus eigentlich noch? 

Meine Meinung dazu: Diese Super League ist aus Sicht eines Fußball-Fans natürlich kompletter Nonsens, aber es war vorhersehbar, dass sie kommen würde (siehe „Alles andere ist Propaganda“). Für mich wirkt diese gespielte Entrüstung der Verbände FIFA, UEFA, DFB, DFL etc. allerdings scheinheilig ohne Ende, denn zusammenfassend könnte man sagen: Die noch ein wenig Gierigeren haben die ohnehin schon Gierigen getoppt. Es waren UEFA und FIFA, die die Büchse der Pandora öffneten, als sie Schwachsinnigkeiten wie eine Nations League für Nationalmannschaften ins Leben riefen, Weltmeisterschaften nach Katar vergaben und die internationalen Wettbewerbe bis zur Besinnungslosigkeit aufbliesen. Nun wird man die geldgeilen Geister, die man rief, nicht wieder los und versucht sich selbst als letzte Bastion des Fan-orientierten Fußballs zu positionieren. Das ist krank, pervers und zynisch. Am Ende beschleunigt die Super League nur das, was die Verbände eingeleitet haben – das Ende des Fußballs. 

 

 

 

 

 

Von | 2021-04-20T08:11:27+02:00 20. April 2021|Allgemein|24 Kommentare

24 Comments

  1. Demosthenes 20. April 2021 um 08:43 Uhr

    „One of the great things about money is it buys a lot of things. One of wich is the luxury to disregard what football likes, doesn’t like. What football thinks, doesn’t think.“

    Dieses nur leicht verfälschte Zitat aus „Moneyball“ beschreibt die Situation perfekt.

    Den Fans in China, Indien und Indonesien ist das Befinden der Fans in Liverpool oder Mailand völlig schnuppe. Sie wollen geilen Fußball von großen Traditionsvereinen und die Mega-Spielerstars sehen und sind bereit, dafür zu zahlen.

    Den Investoren von Agnelli über Abramowitsch und Singer bis Mansour bin Zayed Al Nahyan ist das Befinden der Fans in Tottenham oder Barcelona völlig schnuppe. Sie wollen den ganz großen Profit machen und sind bereit, dafür über Leichen (UEFA) zu gehen.

    Den Spielern und Trainern von Neymar bis Mourinho sind Vereine und Fans völlig schnuppe, weil sie Ihnen schon immer am Arsch vorbeigingen. Man hat nur diese eine Karriere und geht dahin, wo das meiste Geld geboten wird.

    Die UEFA ist machtlos, was man daran erkennt, dass sie jetzt schon die ultimative Eskalationsstufe zündet und den Ausschluss von Teams, Spielern und Trainern aus Liga-, Europa- und WM-Wettbewerben fordert und die Super League das nicht mal ignoriert.

    Die skrupellosen Gierhälse haben ihre Meister gefunden.

    Klopps Weg zum Bundestrainer ist jetzt offen.

    • Gravesen 20. April 2021 um 08:49 Uhr

      Und Münchhausen schreibt: „Zum Glück spielt der HSV nicht Champions League“ und das Auftragsblatt macht einen Podcast mit Köprerklaus Gisela und fragt, ob er in einem Käfig gegen einen Löwen kämpfen würde. Mehr Hirnschiss ist nicht mehr möglich, aber es zeigt halt auch, wie weit die Medien inzwischen von Realität und Leser entfernt sind. Und welche Mitschuld sie durch ihre Hofberichterstattung und bewusste Verdrängung an all dem tragen

      • Ex-HSVer+im+Herzen 20. April 2021 um 12:21 Uhr

        Also bei so einem Thema musst du da nicht schauen, was dieser Versager schreibt. Vielleicht solltest du ihn generell mal ignorieren. Wenn deine Aufmerksamkeit fehlt, beachtet ihn keiner mehr

  2. Demosthenes 20. April 2021 um 08:55 Uhr

    Münchhausen ist ein irrelevanter, journalistischer Kreisliga-Kicker.
    Maximal.

  3. Kugelblitz 20. April 2021 um 09:22 Uhr

    Das Ganze wirkt auf mich, als wolle die Camorra die Cosa Nostra erpressen und die Vorherrschaft im internationalen Geschäft übernehmen.

    Aber zumindest haben die „Gründungsvereine“ schon mal eines geschafft. Zur Zeit spricht niemand über die Reformen der CL, welche die UEFA als Zugeständnis an die Großvereine verabschiedet hat. Falls die Super-League (Super-Liga, falls Volkspark-Leser anwesend sein sollten) nun doch nicht kommen sollte, denkt man die kleinere Kröte geschluckt zu haben.

    Zur Übersicht einmal der Schuldenstand der Gründungsvereine. Denen geht dank der Pandemie der Stift.

    https://twitter.com/swissramble/status/1384043501432709122

    Die Gründungsvereine (15 sollen es ja mal werden) wollen 5 weitere Startplätze durch sportliche Qualifikation einräumen. Wie soll das dann laufen? Bayern qualifiziert sich als Meister für die CL und für die Super-League (Super-Liga, für die Gastleser des anderen Bolgs). Bayern entscheidet sich für die SL (Super-Liga, für, ihr wisst schon wen), wird aus der nationalen Meisterschaft für ein Jahr rausgeschmissen und ist im Folgejahr in keinem internationalen Cup vertreten? Schwer vorstellbar.

    Eine CL ohne die etablierten Vereine könnte auch wieder Spannung verheißen. Es werden immer noch namenhafte Clubs vertreten sein. Sollten die nationalen Verbände tatsächlich die Gründungsvereine aus der Meisterschaft ausschließen, würde ja der italienische Meister, der dann eben nicht aus Mailand oder Turin kommt, CL spielen.

    Spieler werden sich genau überlegen, ob sie ihre Nationalmannschaftskarriere sausen lassen wollen.

  4. Ex-HSVer+im+Herzen 20. April 2021 um 10:50 Uhr

    Die Basis wird zerstört (der Fan) und das wird dieses Konstrukt langfristig scheitern lassen. Denn jeder Superstar war einmal Fan oder stand in der Kurve. Und war fasziniert davon, vor den ganzen Zuschauern einmal auf zu laufen. Wenn Spiele nur noch in Asien oder sonstwo auf der Welt stattfinden, wird das fehlen und es werden keine Stars mehr nachwachsen und lieber zu anderen kleinen Vereinen gehen. Diejenigen, die diese Liga gründen wollen leben in einer Parallelwelt und haben keine Ahnung, wie der Fußball wirklich funktioniert. „For The Love of the Game“ ist der wesentliche Antrieb und nicht Geld. Der Traum eines jeden Zehnjährigen besteht darin, für die Nationalmannschaft aufzulaufen und Weltmeister zu werden. Und nicht möglichst viel Geld zu verdienen und in der Welt rum zu tingeln. Dieser Antrieb sorgt für Training und Üben bis man es kann. Und wie bei vielen Dingen im Leben ist der motivationale Antrieb entscheidend dafür, ob man erfolgreich ist. Mit der Super League gäbe es keinen Messi, Neymar, Maradona, etc und so weiter.

  5. Demosthenes 20. April 2021 um 11:16 Uhr

    Nochmal, die regionale Fanbasis interessiert das globale Kapital nicht im geringsten. Das ist keine relevante Größe für Investoren. Deren Markt ist nicht die Stadt Liverpool oder Tottenham oder Barcelona oder Mailand. Deren Markt sind Kontinente. Asien, Afrika und darüber hinaus. Das sind Milliarden potentieller Bezahlzuschauer, die, nebenbei gesagt, auch mehr Trikots, Fanschals und den anderen Marketing-Mist kaufen, als die paar zehntausend Hüpfer vor Ort.

    Als Super League Macher würde ich allen Fans der 12 Vereine kostenlosen Stadion-Eintritt zu den Spielen versprechen.

    Eintrittsgelder werden zur vernachlässigbaren Größe, aber man will die Stadion-Kulisse haben. Und vor die Wahl gestellt, trotzig zuhause zu bleiben oder für lau im Kop zu jubeln, für was entscheidet sich wohl der durchschnittliche Stadionbesucher? Na, dreimal dürft ihr raten. Die Verstrahltesten der Fans wären der Super League dafür auch noch dankbar. VIP- und Business-Lounges blieben übrigens kostenpflichtig, Geschäftskunden funktionieren anders.

    Und die verblieben acht freien Teilnehmerplätze werden dann von Perez gegen Höchstgebot verkauft.

  6. Rudi 20. April 2021 um 11:31 Uhr

    ein interessanter Kommentar auf n-tv:

    https://www.n-tv.de/sport/fussball/Die-Super-League-Nicht-jammern-Handeln-article22500741.html

    Ich sehe es auch so, dass eine Bundesliga ohne Bayern und Dortmund nicht nur denkbar, sondern möglicherweise sogar attraktiver wäre als die ewige Regentschaft eines Überteams.
    In meinen Augen lebt der Fußball nicht nur von den Fähigkeiten der Protagonisten sondern vor allem von der Spannung. Und die war in der Bundesliga in den letzten Jahren nicht mehr vorhanden.

    • Ex-HSVer+im+Herzen 20. April 2021 um 12:23 Uhr

      Aber was für einen Wert hätte denn eine deutsche Meisterschaft ohne Bayern und Dortmund. Gar keinen.

      • Stellingen 88 20. April 2021 um 12:52 Uhr

        Sehe ich anders. Lies den Artikel noch mal. Das ist fast das Schlauste, was ich in den letzten Tagen zu dem Thema gelesen habe. Es wäre die Möglichkeit, wieder zu einem Wettbewerb um die Deutsche Meisterschaft zu gelangen. Und es nicht bei dem Wettbewerb um den zweiten Platz hinter Bayern bleibt. Die Bundesliga ist doch aktuell, wenn überhaupt, am spannendsten, wenn es um den Abstieg geht.

        Und die Idee eines „klassischen“ Europapokal hätte viel Charme. Ich glaube, dass das viele Fans und auch Sponsoren anziehen könnte.

        • Rudi 20. April 2021 um 14:17 Uhr

          Also, mich würde dieser klassische Europapokal definitiv anziehen.

      • Rudi 20. April 2021 um 13:03 Uhr

        Da stellt sich mir die Frage, wie man den Wert eines Titels berechnen kann. Der HSV hätte sich auch für eine Zweitliga-Meisterschaft auf dem Rathausbalkon feiern lassen, wenn es denn dazu gekommen wäre. Ein Meister in der Bundesliga wäre auch dann deutscher Meister wenn die Bayern nicht mitspielen würden und für die Fans ist das auf jeden Fall ein Grund zu feiern. Ich könnte mal ganz provokant eine Gegenfrage stellen: Was für einen Wert hat eine Meisterschaft, die man sich aufgrund exorbitanter Erlöse aus internationalen Wettbewerben erkaufen konnte?

    • Tommy 20. April 2021 um 15:08 Uhr

      Das sehe ich ganz anders. Auch vor Corona waren die Einschaltquoten von Spielen wie Leverkusen gegen Hoffenheim oder Wolfsburg gegen Bielefeld nicht messbar (unter 5.000 Zuschauer) bei Sky. Das liegt zum einen an den Vereinen zum anderen aber auch an dem unglaublich schlechten Niveau was mittlerweile dargeboten wird. Es ist mehr Folter als Freunde sich sowas anzuschauen. Mit Fussball hat sowas absolut nichts zu tun.

  7. atari 20. April 2021 um 11:54 Uhr

    Es wurde Zeit, dass sich die Gierigen gegenseitig zerfleischen! Es weckt in mir eine Hoffnung, dass alles Schlechte irgendwann in sich zusammen fällt. Von mir aus auch mal ein Jahr ohne Fussball und dann ein Neuanfang! Wenn wir ehrlich sind, dann sind irgendwelche Oberligaspiele streckenweise schon lange auf HSV Niveau. Auch dort habe ich herrliche Tore gesehen. Ein Jahrzehnt FC Bayern als Meister ist nicht spannender und ein Jahrzehnt HSV Versagen auch nicht gut fürs Gemüt.
    Ihr alle habt es selbst in der Hand. Kündigt Eure Fussball TV-Abos, die das alles erst verursachen und möglich machen, was wir eigentlich gar nicht sehen wollen!

  8. Marcel 20. April 2021 um 11:58 Uhr

    https://www.sueddeutsche.de/sport/super-league-perez-fussball-spielzeit-1.5269953

    Weniger Leistung und mehr Geld, welch ein Traum.

    „Man müsse darüber nachdenken, warum die 16- bis 24-Jährigen nicht mehr am Fußball interessiert sind“.

    Es wird viel „nachgedacht“ momentan.

  9. Ex-HSVer+im+Herzen 20. April 2021 um 12:27 Uhr

    Eine weitere Folge wäre, dass Sky in Deutschland seinen Betrieb einstellen könnte. Ohne Bayern und BVB kündigt fast jeder sein Abo. Ebenso Sky UK. Ohne diese 6 Vereine ist die Premier League Geschichte.
    Wenn Bayern und BVB dabei bleiben, wäre es für die Bundesliga eine große Chance. Denn dann wäre es die einzige wirkliche Top Liga in Europa, was natürlich auch auf dem asiatischen Markt für großes Interesse sorgen würde. Dann gibt es halt wieder Europapokal der Landesmeister wie vor 30 Jahren. Ist doch super.

  10. Peter.Helm 20. April 2021 um 13:13 Uhr

    Ich finde es sehr amüsant, dass wenn man sich verschiedene Tweets, YouTube Kommentare oder ähnliches mit Bezug zu den englischen Big Six Clubs anguckt, oft der Tenor wie folgt lautet: „We should look over to Germany, where 51% of the club belongs to the fans“.

    Klar faktisch existiert eine 50 1 Regel und diese gilt auch als große Errungenschaft der aktiven Fanszene, dennoch bin ich der Auffassung, dass auch in Deutschland Fußball nicht den Fans gehört, welche auf Plastikschalen sitzen oder hinter Banden stehen. Meiner Meinung nach ist diese Empörung über die SuperLeague sowie der Verweis auf bestehende Fußballromantik in Deutschland heuchlerisch. Seit Jahren hat sich der Fußball im europäischen Raum auf eine Stufe entwickelt, die eben nicht weit weg von einer solchen Fußball Super League ist. Corona hat dies eigentlich unterstrichen und für jedermann erkennbar gemacht.

    Der Fan scheint sich einig im Moment, dennoch bin ich mir sicher, dass die Hemmschwelle bezüglich dieser Thematik noch sinken könnte. Viele können dem modernen Fußball einfach nicht die Rote Karte zeigen. Hätte man bei dem gekauften Sommermärchen 2006 Fans auf der Straße zu künftigen WMs in Katar im Winter oder Russland befragt, sie hätten alle den Vogel gezeigt und von mehrheitlichen Boykott gesprochen. Hätte man spaßeshalber in einer Bundesligasaison 2010 gesagt, dass an einem Freitag Hoffenheim und RedBull bei einem Streamingdienst zu sehen sind, hätten alle gesagt, dass würde kein Schwein sehen wollen und das würden die Fanszenen nicht zulassen. Man könnte etliche Beispiele aufführen.

    Fans haben Ihre Grenzen immer neu gesetzt und so Kapitalgebern eine Chance gegeben. Die Nachfrage blieb trotz problematischer Entwicklungen immer gleich. Ich würde mir wünschen, dass der Fan endlich mal klar akzeptiert, dass der Fußball in dieser Form schon längst auf Geld ausgerichtet ist und aufhört zu träumen. Des Weiteren sollte jeder seine Grenzen setzen und bei einem Überschreiten jener diesem Fußball in jeglicher Form fernbleiben. Wessen Grenze erst jetzt überschritten wird, war und ist nie ein Fußballromantiker mit Werten gewesen.

  11. Dennis61 20. April 2021 um 13:54 Uhr

    Ey, moment mal. Dümpelt der HSV nur deshalb seit Jahren vor sich hin, weil Kühne sich in die Super League einkaufen wird? Endlich ergibt alles einen Sinn. 🙂 🙂 🙂

  12. Tim 20. April 2021 um 14:09 Uhr

    Endlich spricht das mal einer aus:

    https://hsv24.mopo.de/2021/04/20/uefa-boss-dann-muesste-der-hsv-in-der-super-league-spielen.html

    😉

    Munter (und gesund) bleiben !

  13. Ralf Schulz 20. April 2021 um 14:15 Uhr

    Also ich muss sagen das ich Max Eberl schon lange als sehr guten Manager sehe, hat in M’gladbach eine enorm positive Entwicklung angeschoben, aber dieses Statement von ihm finde ich herausragend:
    Max Eberl: „Bis auf diese Zwölf sind unisono alle anderen der Meinung, dass Fußball und Sport aus Wettbewerb besteht, dass man sich mit Leistung für etwas qualifizieren kann und nicht per se oder per Order Mufti irgendetwas in Stein gemeißelt ist. Dementsprechend ist es für uns ein absolutes No-Go, was da gerade geplant ist, was zwölf Vereine für sich im Kopf haben. Wenn ich jetzt das Zitat von Herrn Perez höre, der Plan sei alternativlos, weil es 2024 diese Vereine wegen Corona nicht mehr geben würde, dann weiß ich nicht, ob das jetzt der Klub der Superreichen ist oder der Klub der Super-Verschuldeten. Das sind Vereine, die in den letzten Jahren maßlos über ihre Möglichkeiten gelebt haben und einfach jetzt mit dieser Super League versuchen, ihren Arsch zu retten. Deswegen hoffe ich sehr, dass der Fußball sich dagegen genauso wehrt, wie er es seit gestern getan hat. Und abgesehen von diesen zwölf Vereinen habe ich nicht einen gehört, der diese Super League haben möchte.“
    Mit der Superleague Gründung soll tatsächlich Vereinen der Arsch gerettet werden die über zig Jahre das Geld mit mehr als 2 Händen rausgeschmissen haben, speziell in Spanien bereits mehrfach vom Staat gerettet wurden, und dann wird deren Präsident noch zum Vorsitzenden dieser Gruppe, hat irgendwie was „vom Bock zum Gärtner machen!!!!!!!
    Da sollen durch die Erlöse jahrelange katastrophale Mamagement-und Vereinsführungsfehler übertüncht werden für die man früher im wahrsten Sinne des Wortes nicht nur vom Hof sondern aus der Stadt gejagt worden wäre!!!!!!
    Die Fragen von Grave gehören eigentlich den Vorständen dieser 12 Clubs geschickt, ne Antwort käme natürlich von keinem weil sie selbst keine darauf haben, müssen ja jetzt wahrscheinlich erst mal im detail die Verträge Ihrer Spieler durchlesen.
    Man kann wirklich nur für den Fussball hoffen das andere Clubs standhaft bleiben und sich diesem Konsortium nicht anschließen und das UEFA und FIFA knallhart bei den angekündigten Maßnahmen bleiben.

  14. Maddin 20. April 2021 um 14:45 Uhr

    In Europa gibs so ca. 1500-2000 1.und 2. Liga Cubs.
    12-18 davon wollen jetzt auswandern.
    Ja bitte tschüss und gute Reise. Der Fussball wird es überleben.
    Und ich bin mir doch ziemlich sicher ein Schalke Fan wird immer noch Schalke Fan bleiben und sich ein Spiel gegen den HSV anschauen auch wenn die Bayern sonst wo spielen.

  15. Gravesen 20. April 2021 um 19:57 Uhr

    Greuther Fürth liegt zur Halbzeit mit 3:0 gegen Braunschweig vorn.

    Münchhausen: Dass Greuther Fürth (da lege ich mich schon zur Halbzeit fest) auf vier Punkte Vorsprung davonzieht

    Er ist ein solcher Seher…

  16. Hein Blöd 21. April 2021 um 06:04 Uhr

    Moin!

    Die Superliga ist schon wieder vom Tisch.
    Für mich sieht es ganz nach Erpressung aus, um die neue Champion League mit finanzieller
    Hängematte, sollte sich einer der großen Clubs mal doch nicht qualifizieren bleibt er drin,
    durchzuziehen. Hat ja auch geklappt.

  17. Robert 22. April 2021 um 12:53 Uhr

    https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/sport-inside/index.amp

    Meine Empfehlung für diejenigen, die sich bisher noch nicht für Podcasts begeistern können.

    Die aktuelle Folge Sport Inside über die Super League ist Journalismus, nicht Sprachrohr.

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