Saison-Analyse, Teil 3

Da wären wir also wieder. Die Saison ist, zumindest für den KSV, gelaufen, übrig blieb wie immer maximaler Katzenjammer, weinende Vereins-Salafisten, trotzig-arrogante Funktionäre und eine tote Mannschaft. Aber was kommt danach? 

Das Fazit:

Ich denke, man muss kein Prophet sein, wenn man sagt, dass es vielleicht die vorerst letzte große Chance des Vereins auf eine Rückkehr ins deutsche Fußball-Oberhaus war und der Umstand, dass die Spieler diese Chance durch die Opferung des Trainers und der nicht vorhandenen Einstellung zum Beruf vorsätzlich über Bord geworfen haben, macht die Situation umso ärgerlicher. Die nächste Saison wird eine zweite Liga mit Vereinen wie Schalke, Bielefeld/Köln/Bremen, Fürth, Düsseldorf, Nürnberg, Hannover, Heidenheim, Paderborn, Dresden, Rostock, ev. München 60, Aue sehen und viele dieser genannten Klubs hegen Aufstiegsambitionen. Die Absteiger wollen sofort zurück ins Glück, Klubs wie Düsseldorf, Nürnberg und Hannover sind mit der zweiten Liga auf Dauer auch nicht glücklich. Gegen Heidenheim, Paderborn et.c. hat der KSV schon die letzten 3 Jahren schlecht ausgesehen, warum sollte dies mit einer qualitativ schlechteren Mannschaft anders laufen? Nein, der Klub von der Müllverbrennungsanlage ist nicht in Liga 2 angekommen, er ist jetzt endgültig eine graue Maus dieser Spielklasse. Natürlich könnte man sagen: „Warum sollte der KSV nicht auch einmal eine Saison wie Kiel oder Fürth spielen“, aber hat er das jemals getan? Fakt ist doch, dass dieser Verein seit 2005 grundsätzlich nicht über- sondern underperformed und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Ich gehe sogar noch ein Stückchen weiter und erinnere an den Weg des ehemaligen deutschen Meisters (1997/98) 1. FC Kaiserslautern.

Abstieg aus der Bundesliga (2011/12)

(2013: 3. Platz)
(2014: 4. Platz)
(2015: 4. Platz)
2016: 10. Platz
2017: 13. Platz
2018: 18. Platz
2019: 9. Platz in der 3. Liga
2020: 10. Platz in der 3. Liga
2021: ~15. Platz in der 3. Liga
 
Und sorry. Jeder, der sagte, dies könnte dem KSV nicht passieren, sollte sich daran erinnern, was er selbst sagte, als man aus der Bundesliga abstieg. Glaubte damals jemand, dass danach (mindestens) 4 Jahre Zweitliga-Fußball folgen würde? Ich nicht. Aber welche Schlüsse ziehen wir nun daraus? Ich werde immer wieder gefragt (gerade gestern), was man denn nun machen sollte oder was man noch machen könnte, um den Turn around mit diesem Verein zu vollziehen und vielleicht doch irgendwann mal wieder ein Verein werden zu können, auf den Hamburg stolz sein kann und für den man sich nicht jeden Mai fremdschämen muss. Meine Antwort, so leid es mir tut: „Vergessen sie’s, es ist zu spät. Die geschaffenen Strukturen aus e.V., Beirat, Aufsichtsrat, AG und Vorstand verhindern eine Veränderung.“ Natürlich könnte man die Hoffnung darauf stützen, dass ein neues (gutes) e.V. Präsidium gewählt wird, dass dieses Präsidium für einen kompetenteren Aufsichtsrat sorgt und dass dieser kompetente Aufsichtsrat die Pfeifen Wettstein und Boldt endlich über die Planke wandern lässt, aber wie viel Zeit würde das alles benötigen? Und selbst, wenn es getan wird, wie lange bräuchte ein fähiger Sportchef, um einen guten Trainer und eine funktioniernde Mannschaft zu bauen? Eher 10 als 5 Jahre? Aber wo steht der KSV in 10 Jahren? 
 
 
Nein, es ist zu spät, so leid es mir tut. Ich würde tatsächlich, auch wenn es radikal klingt, eher einen anderen Ansatz anregen. Die Stadt Hamburg braucht einen neuen Verein, einen dritten starken und vor allem gesunden Verein. Der FC St. Pauli hat seinen Platz als durchschnittlicher bis guter Zweitligist, man ist glücklich damit, der angeblich etwas andere Verein zu sein. Der KSV ist fertig und jeder Cent, der aus traditionellen Gründen noch in diesen Klub gepumpt wird, ist verloren. Es wäre, aus sportlicher und perspektivischer Sicht deutlich sinnvoller, etwas vollkommen Neues aufzubauen, was in seiner Struktur schlank, effizient und gesund aufgestellt ist. Mit einem cleveren und durchführbaren Plan, solide finanziert und von Leuten geführt, die tatsächlich etwas für diesen Verein erreichen wollen und nicht für sich selbst. Aus meiner Sicht macht alles andere keinen Sinn mehr. 
 
Ein Satz, der aus meiner Sicht perfekt auf diesen Verein passt, seit mehr als 15 Jahren:
 
„Der HSV hat über seine Ambi­tionen irgend­wann die Rea­lität ver­gessen“
 
 
Von | 2021-05-22T07:54:52+02:00 22. Mai 2021|Allgemein|43 Kommentare

43 Comments

  1. Maddin 22. Mai 2021 um 08:52 Uhr

    Na ja, so in ca, 6 Monaten sollte bei den Fans „Die Erwachung“ stattfinden wo der HSV steht.
    Bis dahin stellt sich mir die Frage wird Wettstein es wieder schaffen irgend einem Idioten 20 Mio´s aus der Tasche zu ziehen um ein System des Niederganges am Leben zu erhalten.

  2. H4V00 22. Mai 2021 um 12:33 Uhr

    Als Blaupause könnte der HSV Handball dienen, der bald wieder 1. Liga spielt.

  3. Vsabi 22. Mai 2021 um 12:49 Uhr

    Für mich ist es nicht nachvollziehbar woher der Finanztrickser immer wieder Mittel regeneriert um diesen bankrotten Verein am Leben zu erhalten.
    Vielleicht sollte die Steuerfandung einmal aktiv werden. Jedes kleine Unternehmen wird regelmässig einer Prüfung unterzogen. Sind es einzelne Personen die den HSV schützen, sh. Beispiel die 23.5 Millionen für die Stadionsanierung, die sollten zweckgebunden sein, prüft das der Senat? Verehrter Senat, das sind STEUERGELDER und keine Spenden.

    • Ex-HSVer+im+Herzen 22. Mai 2021 um 13:05 Uhr

      Guter Ansatz. Ich wette 1 Million Bitcoin, dass bei einer wirklich tief gehenden Prüfung die Kacke am dampfen ist

  4. Ex-HSVer+im+Herzen 22. Mai 2021 um 13:04 Uhr

    Das Problem bei vielen dieser Vereine ist, dass sie im Kopf nur von ihrer Tradition leben und die emotionale Bindung der Fans und Medien aus früheren Erfolgen resultiert. Ohne die Phase 76-84 wäre der HSV wohl jetzt in der 1. Liga, weil es eben nicht der „große HSV“ wäre. Und keine Selbstoptimierer und Schmeißfliegen das Sagen hätten. Diese Denkweise, dass man eigentlich ein „großer Verein“ ist sorgt dafür, dass einfach Demut und Respekt fehlt. Und dieses führt zu „sich extra anstrengen“ und einem wirklichen Verbundenheitsgefühl und besserer Leistung. Bestes Beispiel sind Vereine wie Augsburg, Mainz und Freiburg. Letztere sind immer mal wieder abgestiegen, aber dann wieder hoch gekommen sind und mittlerweile lange oben bleiben, weil einfach dort die Struktur stimmt.
    In der Vereinsführung sitzen keine Wichtigtuer, sondern Leute, die mit Herz und Seele ihre Aufgabe erfüllen. Schaut euch doch mal den Aufsichtsrat des HSV an. Lauter Ahnungslose und Versager. Keiner hat einen Arsch in der Hose mal den Führungsstab zu übernehmen. Und Versager installieren eine Ebene tiefer ebenfalls Versager. Warum sorgen die Verantwortlichen nicht dafür, dass in der Geschäftsstelle nur noch 100-150 Leute arbeiten. Dass es genauso viele sind wie vor fünf Jahren ist doch durch nichts zu rechtfertigen. Ich finde das skandalös und ein Paradebeispiel für das Versagen der Vereinsführung.

    Dass die Mannschaft dreimal hintereinander eine gute Hinrunde gespielt hat und dann in der Rückrunde eingebrochen ist hat nur zwei Gründe:

    1.) Kopfsache. Mit der daraus resultierenden Überheblichkeit, Nachlässigkeit, fehlendem Respekt vor dem Gegner, kein „Hunger“, nachlassender Teamgeist („wir steigen eh auf“). Defizite in der Fitness und der Taktik kann man durch extreme Motivation und Zusammenhalt kompensieren. Und genau das fehlte.

    2.) Mangelnde Fitness. Kann man diese in der Hinrunde vielleicht noch kompensieren, bricht man in der Rückrunde regelmäßig ein. Wenn man sieht, wie diese Teams trainiert haben, ist das kein Wunder. Es muss doch für mich als Übungsleiter das Ziel sein, die Fitteste Mannschaft im deutschen Fußball zu haben. Die regelmäßig 5 km mehr läuft und dem Gegner den Schneid abkauft. Fitness ist etwas, das man jedem unabhängig vom Talent geben kann. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten ist es ohne Probleme möglich, dass jeder Spieler neben dem normalen Training ein Fitnessprogramm absolviert. Sei es durch 10-Kilometerläufe im Wald oder jeden Tag 1 Stunde auf dem Cycling Bike. Das sind Berufsfußballer und müssten eigentlich genauso wie normale Menschen 6-8 Stunden am Tag arbeiten. Dann bekommt man seine Mannschaft topfit. Normale Menschen arbeiten fünf Tage die Woche circa 40 Stunden. Fußballer sind super bezahlt und daher ist es kein Problem, wenn diese sechs Tage die Woche arbeiten und davon vier Tage hartes Training. Dann würde der HSV definitiv nächste Saison wieder erste Liga spielen.

    Um jedoch diese beiden Punkte zu realisieren, bedarf es eines guten Führungspersonals. Und genau dieses hat der HSV schon seit mindestens zehn Jahre nicht mehr. Das Ergebnis sehen wir ja jetzt.

    • St.Patrick 22. Mai 2021 um 16:00 Uhr

      Ich hätte noch einen dritten, möglichen Grund:
      Das hochbezahlte Pseudo-Management dieser Fußball-AG (angefangen mit Prozess-Anschieber Düdü) hat es mangels Kompetenz und Weitsicht hinbekommen, mit den Spielern Verträge abzuschließen, die bei näherem Hinsehen und realistischen Berechnungen keinen Anreiz für einen Aufstieg setzen. Der limitierte, selbstzufriedene Durchschnittskicker des HSV (oder sein Management) stellt während der Rückrunde fest, dass er im Falle eines Aufstiegs höchstens unregelmäßige Einsatzzeiten bekommt, überwiegend bei Niederlagen auf dem Platz steht und dementsprechend kaum mit Prämien, dafür aber mit öffentlicher Kritik zu rechnen hat. Dann doch lieber „Gucci Gucci Trallalla“ und zum Cappuccino im Porsche/Ferrari/Maserati vorfahren… Der größte Störfaktor im täglichen Leben dieser Spezies ist der Trainingsbetrieb und die Hotelübernachtung vor den Spielen. Drumherum lässt sich aber ein seeehr angenehmes Leben führen.

  5. Gravesen 22. Mai 2021 um 14:03 Uhr

    Und jetzt führen Judas WitzBoldt und Josephine Eierkneter den Verein endgültig zur Schlachtbank

    Für van Drongelen und Gyamerah, deren Verträge 2022 auslaufen, ist es die letzte Möglichkeit, noch eine Ablöse zu erzielen.

    Sogar ohne eine Transferentschädigung gehen dürfte Khaled Narey.

    Offen ist zudem die Frage, ob Aaron Hunt (34) ein Angebot erhält, seinen auslaufenden Kontrakt zu stark reduzierten Bezügen zu verlängern. Hunt würde gerne bleiben. Dem Vernehmen nach soll auch der HSV nicht gänzlich abgeneigt sein.

    • Ex-HSVer+im+Herzen 22. Mai 2021 um 14:59 Uhr

      Dafür müsste der Aufsichtsrat die beiden sofort freistellen. was muss denn noch passieren, damit endlich eine strategische Personalplanung gemacht wird?

      • Gravesen 22. Mai 2021 um 15:00 Uhr

        Du meinst den Aufsichtsrat, in dem Präsident Pinselreiniger den Vorsitz führt? Der soll Boldt feuern? 😀 😀

        • Ex-HSVer+im+Herzen 22. Mai 2021 um 15:17 Uhr

          Daher ja Konjunktiv! ☝🏼 Die Chance ist natürlich noch niedriger als die Wahrscheinlichkeit, dass die Uhren irgendwann mal rückwärts laufen.

        • St.Patrick 22. Mai 2021 um 16:13 Uhr

          Grave, weißt Du Näheres darüber, ob der verbliebene Aufsichtsrat aktuell keine offiziellen Sitzungen abhält und auch keine Entscheidungen trifft, weil man sonst satzungsrechtlich öffentlich dokumentieren müsste, dass der Pinselreiniger nach seinem Rücktritt nicht mehr im Aufsichtsrat sitzt, also keine Funktion mehr inne hat?
          (Ich frage für einen Freund 😉)

          • Gravesen 22. Mai 2021 um 16:21 Uhr

            Nein, höre ich zum ersten Mal.

  6. Demosthenes 22. Mai 2021 um 14:41 Uhr

    Hunt statt Verstand
    Grave, Auftragsblatt TV geht auch davon aus, dass Ahorn bleibt, d.h. er bekäme ’nen neuen Vertrag.
    Wenn sich das bewahrheiten würde, hätte Judas endgültig den Verstand verloren.

    Ups, was war’n das für’n Edit. Kalle Arsch wech?

    • Gravesen 22. Mai 2021 um 14:43 Uhr

      Hat sich totgesoffen, die Hohlbratze

  7. Gravesen 22. Mai 2021 um 17:25 Uhr

    Großes Kompliment an Arminia Bielefeld.

    Willkommen in der Hölle, Werder.

  8. Ex-HSVer+im+Herzen 22. Mai 2021 um 17:28 Uhr

    Nordderby Time!!!!
    Werder besitzt aber den Demut und die Struktur, wieder sofort hoch zu kommen.

    • Nichtkunde 22. Mai 2021 um 17:33 Uhr

      Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation ist der Wiederaufstieg für Werder alles andere als ein Selbstgänger.

    • Dennis 22. Mai 2021 um 18:20 Uhr

      Welche Struktur denn, die Werder Familie? Der Verein wurde ähnlich wie der HSV abgewrackt und Lizenz Auflagen, weil wirtschaftlich völlig am ende

  9. Gravesen 22. Mai 2021 um 17:30 Uhr

    Und weil es so schön war….

    Über das Vermögen
    des Herrn Marcus Scholz, geboren am 10.07.1975, Journalist, Ernst-Mittelbach-Ring 2 d, 22455 Hamburg
    wird wegen Zahlungsunfähigkeit heute, am 06.05.2020, um 16:45 Uhr das Insolvenzverfahren eröffnet.
    Die Eröffnung erfolgt aufgrund des am 12.02.2020 bei Gericht eingegangenen Antrags des Schuldners.
    Der Schuldner erlangt Restschuldbefreiung, wenn er in der Laufzeit seiner Abtretungserklärung den Obliegenheiten nach § 295 InsO nachkommt und die Voraussetzungen für eine Versagung nach den §§ 290, 297 bis 298 InsO nicht vorliegen.
    Zum Insolvenzverwalter wird ernannt Rechtsanwalt Prof. Dr. Klaus Pannen, Neuer Wall 25/ Schleusenbrücke 1, 20354 Hamburg.
    Forderungen der Insolvenzgläubiger sind bis zum 03.07.2020 unter Beachtung des § 174 InsO beim Insolvenzverwalter anzumelden

  10. Gravesen 22. Mai 2021 um 17:34 Uhr

    Wenn man jetzt so richtig hohler KSV-Spacken ist, dann feiert man den Abstieg von Werder Bremen. Für den KSV und seine allerletzten Ambitionen ist das eine Katastrophe.

  11. Maddin 22. Mai 2021 um 17:40 Uhr

    Hurrah, ich kann nächste Saison 180 Minuten „Scheiss Werder Bremen“ rufen.😁

    • Gravesen 22. Mai 2021 um 17:43 Uhr

      Ja, das bringt’s total. Du könntest auch 3.060 Minuten „Scheiß HSV“ rufen 😀

  12. Eiche+Nogly 22. Mai 2021 um 17:53 Uhr

    Werder Bremen scheint ja finanziell noch schlechter dazustehen als der HSV (warum eigentlich als bisher Erstligist?). Nicht das die wegen des Abstiegs direkt die Grätsche machen…

  13. St.Patrick 22. Mai 2021 um 18:07 Uhr

    Beim HSV bricht jetzt die Revolution aus.

    Hrubesch: „Wenn ich Onana nehme oder Meißner oder Ogechika Heil oder Jonas David – da geht mehr. Das reicht mir nicht. Ich bin da nicht mit zufrieden. Deswegen führe ich auch immer wieder Gespräche auf dem Platz. Der Vorteil ist, wenn ich es am Platz mache, dann kann ich sie im Training direkt daran messen und sehen, was bringen und tun sie wirklich mehr. Du kannst sie immer wieder mit der Nase draufstoßen. Das hat man mit mir früher auch gemacht. Das hat ganz gut funktioniert.“ (mopo)

    Da wird das Rad, der Fußball und die Trainingslehre komplett neu erfunden… 🙈

    • Goldfather 22. Mai 2021 um 19:33 Uhr

      @St.Patrick

      Bedenkt man das fortgeschrittene Alter von Horst Hrubesch und auf welch hohem Niveau er selbst gespielt und als Trainer gearbeitet hat, dann empfinde ich für seine Aussage höchsten Respekt.
      .
      Denn regelmäßig stellen sich alle möglichen Journalisten und Fans die ewige Frage: Warum wird beim HSV so gut wie kein Spieler besser?
      .
      Die Antwort lautet: Weil es kein Schwein mit Know-How interessiert.
      .
      Heung-min Son war der letzte Jungprofi beim HSV der ernsthaft daran gearbeitet hat besser zu werden. Geholfen hat ihm dabei sein Vater, der ihn telefonisch aus dem fernen Südkorea täglich gecoacht hat. Wenn für die meisten Spieler des HSV der Trainingstag beendet war hat Son mit seinem Vater gesprochen und damit begonnen an seinen Schwächen zu arbeiten.
      .
      Und in den frühen achtziger Jahren war ich als damaliger Jugendspieler, der nie für den HSV gespielt hat, am Spielfeldrand bei einigen Sonderschichten von Spielern dabei, die nicht unbedingt in Happels erster Elf standen. Wenn ich dabei an das Flanken- und Kopfballtraining bei strömendem Regen auf allen möglichen Belägen zurückdenke, bekomme ich noch heute Kopfschmerzen. Damals haben sich die Lederbälle noch mit Wasser vollgesogen und mit jedem Kopfball hatte der Spieler den halben Platz im Gesicht. Stundenlang, tagelang, wochenlang…gnadenlos, solange bis eine deutliche Verbesserung erzielt wurde. Das was man heutzutage als Magathtraining bezeichnet, war damals etwas vollkommen normales.
      .
      Das was Horst Hrubesch beschreibt ist bei den Bayern der Job von Hermann Gerland gewesen. Gerland hat sie in München alle geschliffen. Vollkommen egal was für eine Ablösesumme die Herrschaften gekostet haben. In München weiß man, dass jeder Spieler weiterentwickelt werden muß um in der Weltspitze mithalten zu können. Lediglich beim HSV glaubt anscheinend jeder Zweitligaspieler, dass Dienst nach Vorschrift ausreicht, schließlich überweist der Club regelmäßig Summen die andere Leute in ihrem ganzen Leben nicht verdienen werden.
      .
      Um einen Spieler verbessern zu können braucht es einen ehrlichen und fleißigen Handwerker der weiß wovon er spricht. Verbesserung ist Mühe, Arbeit und in der Regel unangenehm. Dass Horst Hrubesch in seinem Alter noch derart engagiert mit den Jungs arbeitet spricht für eine eigene Arbeistauffassung und dafür das er das Herz am rechten Fleck hat.
      .
      Damals kam ein Franz Beckenbauer zum HSV, weil er von Ernst Happel lernen wollte. Beim aktuellen Kader des HSV bezweifle ich, dass es auch nur einen einzigen Spieler gibt, der Horst Hrubesch zum Thema Kopfballtechnik ausgefragt hat geschweige denn gefragt hat ob er Sonderschichten zum Thema machen könnte, um nebenbei von Hrubesch unterstützt zu werden.
      .
      So wie dem Club fähige Leute im Präsidium abhanden gekommen sind so sind dem Club Spieler abhanden gekommen die an sich arbeiten und den sportlichen Zielen alles unterordnen: Work-Life-Balance…ich wollte schon immer mal in einer Großstadt leben…..
      .
      Und dazu muß man wissen, dass der Aufwand der Clubs im Vergleich zu den Achtzigerjahren sich vervielfacht hat. Während der Anspruch der HSV-Kicker und Trainer immer weiter abgesenkt wurde, hat das sportliche Umfeld massiv aufgerüstet. Wer einmal gesehen hat wie bereits schon in den neunziger Jahren der SC Freiburg gescoutet und seine Talente auf Herz und Nieren überprüft hat bevor sie einen Vertrag unterschreiben konnten (nur NASA-Astronauten wurden härter gecheckt), der wundert sich nicht darüber warum sogar der FC Bayern nicht gerne in den Schwarzwald fährt, während der HSV dem Amateurstatus immer näher kommt.

      • Gravesen 22. Mai 2021 um 19:40 Uhr

        Ist ja alles ganz nett, aber Sonnys Vater hat ihn nicht telefonisch gecoacht, der stand neben dem Platz. Jeden Tag. Und ich oft genug neben ihm

        • Goldfather 22. Mai 2021 um 20:15 Uhr

          Klar, aber doch nicht während seiner gesamten Zeit in Hamburg? ich erinnere mich an ein Interview von Son in dem er erzählte, dass sein Vater ihn telefonisch coacht, wenn er nicht bei ihm sein kann.

          • Gravesen 22. Mai 2021 um 20:17 Uhr

            Ich habe ihn da jahrelang gesehen

  14. BerndH60 22. Mai 2021 um 18:13 Uhr

    Ich glaube nicht, dass Bremen insolvent wird.
    Denen traue ich aber zu, dass sie das schaffen, wovon man beim HSV nur labert.
    Ein harter Schnitt, dann Neuaufbau mit jungen Talenten, ganz bewusst 3-4 Jahre Liga 2 um sich anschließend, wie Phoenix aus der Asche, wieder in Liga 1 zu etablieren.
    Und nicht mal dann wird den Vollspacken ein Licht aufgehen.

  15. BerndH60 22. Mai 2021 um 18:29 Uhr

    Und was ein Fußballer mit echter Berufsehre ist, können die Versager vom HSV bei Max Kruse lernen.
    Obwohl er in einem TV-Interview keinen Zweifel daran gelassen hat, dass ihm die Conference-League nicht gefällt, macht er heute den entscheidenden Treffer, der Union genau dorthin bringt.

  16. BesuchausdemSüden 22. Mai 2021 um 18:31 Uhr

    Köln wird auch noch folgen und dann wird die zweite Liga vollends zum einem Friedhof der Traditionsvereine. Erfolge von gestern garantieren eben keinen Erfolg von morgen . Alle die das nicht begreifen werden diesen Friedhof nie mehr verlassen und einen langsamen aber sicheren Tod sterben.

  17. Christian 22. Mai 2021 um 19:53 Uhr

    *Muhahaha*

    Der Artikel der „Perlenraucher“ treibt einem glatt die Tränen in die Augen, nicht weil es traurig, sondern lächerlich ist, was man zusammen getippt, kopiert und verdruckt hat.

  18. Gravesen 22. Mai 2021 um 20:42 Uhr

    Vor allem für meinen Freund Jürgen Linnenbrügger

    Mein Blogfreund Dr. Ringelband(t)

    Eigentlich wollte mich in der Zwischenzeit mein befreundeter Physiotherapeut behandelt haben

    Bei meinem Freund Dr. Volker Carrero, der ein bekannter Orthopäde hier in Hamburg ist

    Münchhausen ist reif für seinen Freund, den Pfleger und seinen Freund, den Psychiater. Nachdem sein Freund, der Insolvenzverwalter da war, gefolgt von seinem Freund, dem Haftrichter

    • Fohlenstall 22. Mai 2021 um 21:01 Uhr

      ….“wie ich aus gut unterrichteten Kreisen von meinen Freunden und Kollegen erfahren habe“…,immer das gleiche Geseier 🤦‍♂️!

  19. Kampmann-Tuning 22. Mai 2021 um 20:42 Uhr

    Am armseligsten ist ja, wie sich die Deppen bei Gute Nacht Vollspack über den Abstieg von Werder freuen. Was für Looser…
    6 Punkte könne