Vorsätzliche Täuschung!

Wir kennen das Spielchen nun schon seit 7 verdammten Jahren: Jedesmal, wenn es an die Finanzen geht, wenn die nächste Bilanz mit dem nächsten Rekordminus zu erklären ist, kommt Frankie Wettschein, der Sanierer, der nicht saniert, aus seiner Vorstandshöhle und erklärt, dass alles halb so wild ist. Der HSV ist trotz seiner 300 festangestellten Mitarbeiter, trotz jahrelangen Abstiegskampf, trotz Abstieg, trotz dreimal verkacktem Wiederaufstieg, trotz der zigten Trainer-Entlassung, trotz fehlender Stadionsponsoren, trotz desastörer Transferpolitik etc. bestens aufgestellt, sieht einer goldenen Zukunft entgegen und ist besser dran als 80% aller anderen deutschen Profiklubs. Zwar hat man inzwischen so gut wie keinen Profi mehr im Kader, mit dem man eine signifikante Summe auf dem Transfermarkt generieren kann und man muss sich bei seinen eigenen Anwerb-Bemühungen nahezu ausschließlich auf ablösefreie und Leihspieler konzentrieren, aber wen kratzt das schon groß. „Wir“ sind immer noch der HSV und bla bla bla. Wer auch nur eine Silbe dessen, was diese Kreatur von sich gibt, für bare Münze nimmt, dem ist eh nicht mehr zu helfen. Nun aber wird s langsam aber sicher kriminell, wenn es das nicht vorher bereits war.

Bislang ist der Deal von einigen so interpretiert worden, dass die 23,5 Millionen Euro zweckgebunden für die Modernisierung des Volksparkstadions eingesetzt werden müssen. So berichtete beispielsweise der NDR am 26. September 2020, der HSV dürfe das Geld „ausschließlich für die Renovierung der Arena nutzen“. Dies habe die Hamburger Finanzbehörde auf Nachfrage betont. Und tatsächlich: Wie aus dem Kaufvertrag zwischen der Stadt und dem HSV hervorgeht und beide Parteien dem Abendblatt bestätigten, darf der Club die Einnahmen für den Grundstücksverkauf auch anderweitig einsetzen – zum Beispiel für laufende Kosten.

Eine Verpflichtung gibt es lediglich zwischen dem HSV und der Europä­ischen Fußball-Union (Uefa), dass der Club die Sanierungsanforderung des Verbands für die EM 2024 zu erfüllen hat. Dieser Vertrag ist vor der Einigung mit der Stadt unterschrieben worden. Gegenüber der Stadt hat sich der HSV nur dazu verpflichtet, den Vertrag mit der Uefa zu erfüllen. Mit welchem Geld die anstehende Sanierung bezahlt werden soll, ist dagegen nicht Bestandteil des Kaufvertrags mit der Hansestadt.

Im Klartext: Die 23,5 Millionen Euro dienen zwar als finanzielle Unterstützung, um das Volksparkstadion zu modernisieren. Explizit dafür eingesetzt werden muss die Zahlung dafür aber nicht.

Etwas verklausuliert lautet die entsprechende Passage auf Seite 39 im Kaufvertrag wie folgt: „Der HSV verpflichtet sich, mithilfe des Erlöses aus dem Ankauf des Stadiongrundstücks u. a. die für die Uefa Euro 2024 (…) erforderlichen Maßnahmen im Stadion und im Stadionareal fristgerecht durchzuführen.“ Unter anderem.

„Der Teufel steckt im Detail“, sagt Kapitalmarktexperte Eric Wiese von der Hamburger Vermögen GmbH dem Abendblatt. „Es besteht die Gefahr, dass Hamburg am Ende kein saniertes Stadion hat und die Stadt vorerst um 23,5 Millionen Euro ärmer ist“, warnt Wiese.

 Der Club ist felsenfest davon überzeugt, die Finanzierung für die Stadionsanierung stemmen zu können. (Spätestens an dieser Stelle müsste eigentlich jeder, der diesen Verein einige Jahre begleitet hat, in Tränen ausbrechen. Vor lachen) Täte er dies nicht, wäre ohnehin eine satte Vertragsstrafe fällig. Wie aus Anlage II Ziffer 2 hervorgeht, wäre dann eine Zahlung in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises für das Stadiongrundstück – also 2,35 Millionen Euro – an die Stadt fällig. Doch so weit soll es natürlich nicht kommen.

Sollten die Kosten explodieren, muss der HSV das zusätzliche Geld auftreiben. Die Stadt hat sich durch den Grundstückskauf von weiteren Beteiligungen an den Kosten bis zum Jahr 2025 freigekauft. Ein Deal, den Eric Wiese kritisch sieht. „Der HSV hat sein Tafelsilber verkauft“, urteilt der Kapitalmarktexperte. „Für mich sieht es so aus, als wären hier letzte Reserven veräußert worden.“

Quelle: https://www.abendblatt.de/sport/fussball/hsv/article232555499/hsv-23-5-millionen-euro-volksparkstadion-vertragsstrafe-stadt-hamburg-uefa.html

Na schön, dann reden wir hier auch mal Klartext. Fakt ist: Ich habe seinerzeit den Hamburger Finanzsenator Andreas Dressel mit diesen Fragen konfrontiert (via Twitter) und dieser bestätigte, dass die von der Stadt Hamburg fließenden Gelder definitiv an die Stadionsanierung gebunden seien. „Es gibt Verträge“ hieß es damals. Dies scheint sich nun als Lüge herauszustellen, denn offenbar kann Herr Wettstein mit den Steuergeldern der Hamburger Steuerzahler die von ihm und seinen Kollegen selbstverschuldeten Finanzlöcher stopfen. Und sollen mir die Müll-und Geldverbrenner doch bitte nicht mit Corona etc. kommen, Herr Wettschein hat in den 6 Jahren davor auch ohne Covid-19 beständig Millionen-Fehlbeträge verkündet. Dieser Verein lebt immer noch weit über seine Verhältnisse, doch anstatt nun langsam mal die Bremse zu treten, werden Steuergelder dafür verschleudert, dass Maltafüße immer noch mehrere Hundertausende Euro im Jahr verdienen und sich 300 Angestellte die Ärsche breitsitzen. Man hat seit über einem Jahr keine Zuschauer, kein Catering, keinerlei Aufwand im Stadion, keine Sponsoren etc., wofür braucht ein durchschnittlicher Zweitligist 300 Mitarbeiter? 

Wofür braucht dieser Verein 4!!! Vereinssprecher? Wofür brauchen die Blindfische einen Torwarttrainer-Koordinator? Von mir aus können sie sich all den Käse gern leisten, wenn sie ihn nicht von meinen Steuern bezahlen würden. Als Hamburger Steuerzahler fühle ich micht vorsätzlich getäuscht und nachhaltig verarscht. Und die Zukunft ist jetzt schon zu erkennen. Wenn erst die € 23,5 Mio. von der Stadt für Gehälter, Abfindungen und Dienstreisen verknallt sind, folgt die nächste Eskalationsstufe. Denn dann hat man immer noch eine Stadionruine, aber keinen Cent mehr auf der Habenseite. Also wird man diesen KGaA-Quatsch neu beleben, man wird auf weitere Anteilsverkäufe drängen, man wird die Mitglieder erpressen, weil man nicht bereit und in der Lage ist, wirtschaftlich zu arbeiten. Kurz darauf hat man dann gar nichts mehr. Kein Vereinsgelände, keine AG-Anteile und kein Geld. Spätestens dann werden sich die Herren Boldt und Wettschein durch die Hintertür vom Acker machen und Herr Dressel wird erklären, dass damit nicht zu rechnen war. Wenn er dann überhaupt noch im Amt ist. Wer all diesen kranken Scheiß auch weiterhin unterstützen möchte, muss nur eines tun: am 7. August Präsident Pinselreiniger Jansen wiederwählen. 

P.S. Nun gibt es zumindest mal eine Reaktion. Ob sie auf Resonanz stoßen wird, darf indes bezweifelt werden. 

„Dieser Vorgang ist schlicht ein Schlag in das Gesicht aller Steuerzahler in Hamburg“, klagt Jürgen Nielsen, stellvertretender Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler. Schon bei der Verkündung des Deals im September 2020 habe der BdSt erhebliche Zweifel und Bedenken geäußert – und sieht sich darin nun bestätigt.

„Andreas Dressel (Finanzsenator) und Andy Grote (Innensenator), die damals versicherten, es handele sich nicht um einen HSV-Rettungsschirm, sollten sich für diese Täuschung schämen! Oder war ihnen etwa nicht klar, was sie da unterschreiben? Die Steuerzahler haben nicht die Aufgabe, für die Fehler im Management von Fußballvereinen geradezustehen“, sagt Nielsen.

„Wir sehen die Gefahr, dass Hamburg am Ende kein saniertes Stadion hat und die Stadt vorerst um 23,5 Millionen Euro ärmer ist.

Ich bin sehr sicher, dass Herr Wettschein auch darauf wieder ein paar blumige, optimistische Worte finden wird. 

P.S. Wenn ich mir mittlerweile den Insolvenz-Blog „TschüssVollspack“ anschaue, tun mir die Augen weh. Jeder Millimeter mit irgendwelchen von Google generierten Werbetafeln zugekleistert, die weniger einbringen als eine Tasse Kaffee kostet. Mir wäre das zu peinlich, aber offenbar teilt Münchhausen das Schicksal des Vereins, auch ihm steht das Wasser Oberkante Unterlippe. So lange ich diesen Blog betreibe, wird es diesen Schwachsinn hier nicht geben, dann bezahle ich den Blog lieber aus eigener Tasche. 

 

Von | 2021-06-18T07:59:09+02:00 18. Juni 2021|Allgemein|35 Kommentare

35 Comments

  1. Hannover1958 18. Juni 2021 um 08:03 Uhr

    Irgendwann wird das ne Story für „Der reale Irrsinn“ vom NDR.

  2. Olli 18. Juni 2021 um 08:23 Uhr

    Wieder mal auf den Punkt, Grave. Spende ist raus. Dein Blog ist seit 5 Jahren fester Bestandteil meiner Frühstsückspause 🙂

  3. Miroslav Okonski 18. Juni 2021 um 08:53 Uhr

    Immerhin haben wir jetzt etwas mehr Klarheit über den Zeitrahmen in dem der HSV insolvent sein wird. Boldt, Wettstein und Co werden sich bis dahin vom Acker gemacht haben oder wurden verjagt (fragt sich nur von wem). Ich freue mich aber jetzt schon über die verdutzten Gesichter der Hüpfer. Und alle Journalisten werden schreiben, sie hätten das ja schon immer kommen sehen.

  4. Süd-Fan 18. Juni 2021 um 09:06 Uhr

    Sehr schön beschrieben, danke dafür. Ob da noch etwas passiert, also im Sinne eines Aufschreies…ich bin gespannt.
    Ist vermutlich auch von weiteren Details abhängig – die man derzeit kaum kennt.
    Umfang der geforderten Sanierungen
    Mein erster Gedanke war ja: 23,5 Millionen kassiert, für 10 Millionen etwas Farbe an die Wand und den Rest sinnlos verpulvern. Ob dies klappt ist natürlich von den UEFA-Vorgaben abhängig. Wettstein hat beim NDR von einem Brockhaus voller Anforderungen gesprochen. Unter anderem Flutlicht, Beschallung, Sanitäranlagen, VIP-Bereich, Medienplätze.
    Die Verbände sind sehr penibel und fordernd was solche Dinge angeht, aber wie hoch wird die Mindestsumme sein um dies zu erfüllen?
    Vertragsgestaltung HSV-Stadt
    Vertragsstrafe klingt gut…aber die 10% würden mich erstmal nicht jucken, ziehe ich einfach von der Summe ab, bleiben mir immer noch 90%. Die Frage ist halt was sonst noch da drin steht. Letztlich aber alles egal, weil 6-12 Monate vor der EM rauskommen wird, dass das Stadion nicht renoviert ist, die Kohle dafür aber auch weg – dann wird die Stadt zähneknirschend erneut zahlen, weil man sich die Blöße nicht geben will/kann.
    Vertragsgestaltung HSV – UEFA
    Wie sieht es da eigentlich aus, was bekommt der Betreiber eines Stadions eigentlich vom Verband bezahlt?

  5. Süd-Fan 18. Juni 2021 um 09:30 Uhr

    Die Erklärung Deines Freundes ADressel (via twitter):
    Geschäftsgrundlage des HSV-Deals war es, d Verein in d Lage zu versetzen, Sanierungen am Volksparkstadion & Investitionen f d EM 2024 selbst zu tragen & d Stadt – damit d Steuerzahler – davon freizuhalten. Genau das ist passiert & vertraglich gesichert!
    Dies ist mit der Verpflichtungserklärung zwischen FHH & HSV gelungen, die Teil des Kaufvertrages ist. Das haben wir vollständig transparent Bürgerschaft & Öffentlichkeit dargelegt. Kaufvertrag & Anlagen sowie die Drucksache & Protokolle der Bü-Ausschüsse sind öffentlich einsehbar

    Der Steuerzahler wurde erfolgreich freigehalten – alles tutti! Wir machen uns umsonst Sorgen 😉

    • Nichtkunde 18. Juni 2021 um 11:08 Uhr

      Wo Dressel von „d Verein“ spricht – wer ist eigentlich konkret Vertragspartner? Wie nun von ihm dargestellt der e.V., oder doch die AG bzw. eines ihrer Tochterunternehmen?

  6. Gravesen 18. Juni 2021 um 10:25 Uhr

    Knapp dem Abstieg aus der 1. Bundesliga entgangen hielt der 1. FC Köln am Donnerstag seine digitale Mitgliederversammlung ab. Knapp 6000 Mitglieder waren dabei, als Präsident Werner Wolf für einen ordentlichen Eklat sorgte. Anstatt die eigenen Fehler in den Vordergrund zu stellen, lederte Wolf gegen Kölns Top-Berater Volker Struth und den HSV los. „Lieber Herr Struth, wir wissen ihre Sorge um den FC sehr wohl zu schätzen. Aber wir hätten es noch mehr geschätzt, wenn sie unser Angebot zum Gespräch angenommen hätten, wenn sie in einer Mitgliederversammlung Stellung beziehen. Ich kann Sie beruhigen: Wir tanzen nicht im Märchenwald“, sagte der Köln-Präsident und fügte an: „Wo wir schon über Märchen sprechen, dachte ich, ich lese Ihnen ein kurzes mal vor. Es war ein mal ein reicher König im Norden. Der wollte das seine kühnen Männer Fußball-Deutschland erobern. Darum holte er sich einen Zauberer aus dem Rheinland. Der sollte ihm zeigen, wie er sein Gold in Punkte und Ruhm umwandelt. Und der Zauberer zauberte und zauberte. Das Gold verschwand und verschwand. Aber Punkte gab es nicht. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann spielen sie noch heute in der 2. Liga.“ Eine klare Anspielung auf den HSV und Klaus-Michael Kühne. Immerhin beriet Struth auch Kühne in seiner Zeit bei den Rothosen

    • Hannover1958 18. Juni 2021 um 10:28 Uhr

      Geile Aktion😂😂

    • Demosthenes 18. Juni 2021 um 11:24 Uhr

      Ernsthaft? Wie geil ist das denn. Aber wenn man zweimal drüber nachdenkt ist Köln ist auch nur Teil der Gelddruckmaschine Fußball. Letzten Endes ist das nur Ablenkung von den eigenen Fehlern.

      • Calcetin 18. Juni 2021 um 12:48 Uhr

        Nee, da wird kein Geld gedruckt, nur umverteilt – und in einigen Ländern – wohl auch gewaschen.

  7. Demosthenes 18. Juni 2021 um 11:17 Uhr

    Was den Wahrheitsgehalt der Erklärungen der Herren, Dressel, Grote und anderen SPD-Granden betrifft, darf man geteilter Meinung sein. Hier eine kurze Erinnerung an einige der Tollhausstücke, die sich SPD-Politiker in den letzten beiden Legislaturperioden geleistet haben.

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    2016 bis heute: Cum-Ex-Skandal Warburg Bank

    Im Jahr 2016 ermittelte das Finanzgericht Köln, dass sich die Warburg Bank zwischen 2006 und 2011 bis zu 170 Millionen Euro zu Unrecht durch CumEx-Geschäfte an Steuern zurückerstatten ließ und forderte die Hamburger Finanzbehörde auf, in einer ersten Tranche 47 Mio von Warburg zurückzufordern.

    Eine seltsame Allianz aus SPD-Politikern (Scholz, Tschentscher, Kahrs, Pawelczyk) und einer leitenden Beamtin des Hamburger Finanzamts für Großunternehmen ließ die Zahlungsaufforderung verfallen. Als auch die nächste Rückzahlung zu verfallen drohte, griff das Bundesfinanzministerium ein. Es folgen unappetitliche Enthüllungen über Treffen, Absprachen und Tagebucheinträge.

    Bis heute verweigern Scholz und Tschentscher die Mitarbeit bei der Aufklärung, indem sie sich auf „Erinnerungslücken“ berufen. Spätestens seit Helmut Kohl eine altbewährte Politiker-Praxis in Untersuchungsausschüssen. Kein Wunder, das in D so viel schief läuft, wenn das Führungspersonal so demenzlastig orientiert ist.

    Politische Konsequenzen: Keine!

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    2017: G20-Gipfel in Hamburg oder wie der Bürgermeister sagt: „Hafengeburtstag“

    20 Staatsoberhäupter. 31.000 Polizisten. 1 brennende Stadt. Und ein Erster Bürgermeister, der sich in der Elphie im Glanze illustrer Despoten (Trump, Xi, Putin) sonnt und dabei von Spezial-Einsatzkräften schützen lässt, während in der Schanze bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen. Brauer, Weichmann und Voscherau dürften im Grab rotiert haben.

    Bei der Sause herausragend beteiligt: Die Spitzen-Deeskalations-Truppen von Innen- und Partysenator Andy Grote und seinem Exekutiv-Einpeitscher Dudde. Man hat nichts ausgelassen, was auch in autoritären Drittweltstaaten gute Sitte ist: Journalistenausschluß, Anti-Personen-Kessel, Verhaftung Unbeteiligter, illegale Räumung von Protestcamps, Einschränkung von Grundrechten, Behinderung von Anwälten, massenhaft Polizeigewalt, zahllose Übergriffe und Verletzte und am Ende verlaufen alle Ermittlungen im Sande. (Erinnert sich noch einer an die Pinkelorgien feiernde Hundertschaft aus Berlin?)

    Dazu die Folgen des Antifa-Terrors und der Randale-Touristen, die es ohne Gipfel nie in unsere schöne Stadt gezogen hätte: Zerstörte Autos, brennende Barrikaden, geplünderte Läden, Ausnahmezustand. Statt das den Hamburgern versprochenen Riesengeschäfts und Glamour-Ereignis kam am Ende das öffentliche und geschäftliche Leben in der Stadt de facto zum Erliegen.

    Hauptverantwortliche: Scholz, Tschentscher, Grote. Politische Konsequenzen: Keine!

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    2018/19: Rückkauf der Energienetze

    Angeblich ein Schnäppchen für Hamburg weil nur 625 Mio. In Wahrheit ein Riesenreibach für Vattenfall, der Hamburg weit über 1 Mrd Euro gekostet hat. Und das abgeschriebene und marode Steinkohle-Kraftwerk Wedel hat man dem Hamburger Steuerzahler auch noch untergejubelt. Ratet mal, wer die Rückbaukosten trägt.

    Finanzsenator Dressel hat getrickst, getäuscht und verschleiert, über die Gesamtkosten stets die Unwahrheit gesagt und sich dabei auch noch von Vattenfall erpressen lassen.

    Politische Konsequenzen: Keine!

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    Nicht unerwähnt lassen wollen wir auch den Wirecard-Megabetrug, der in die Verantwortung von Hamburgs Ex-Bürgermeister Scholz als Bundesfinanzminister fällt. Auch hier: Zahlreiche Erinnerungslücken, keine eigenen Fehler erkennend, nichts draus gelernt. Ok, das hat mit Hamburg jetzt direkt nix zu tun, zeigt aber den Stoff, aus dem Hamburger SPD-Politker gewebt werden.

    Politische Konsequenzen: Keine!

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    2020: HSV Grundstücksverkauf an die Stadt Hamburg

    Tja, da sind wir nun: 23,5 Mio Hamburger Steuergelder für den Rückkauf eines Grundstücks, das dieselbe Stadt vor etwas über 20 Jahren für 1 (in Worten: EINE!) Mark an den Verein verkauft hat. Was für eine Rendite!

    Na, sichi, das ist doch keine versteckte Subvention oder gar Insolvenzverschleppung, Gottbewahre. Das ist alles grundsolides, hanseatisches Kaufmannsgebaren. Merkt man ja an knallharten Klausen wie „zweckgebundene Verwendung“, „Zuwiderhandlungsstrafen“ und so. Schon ein Jahrhundert-Deal, den die Herren Dressel, Grote und Wettstein da eingetütet haben. Fragt sich nur, für wen?

    Und was, wenn sich hinterher rausstellt, das alle die schönen Worte im Vorfeld gelogen waren? Man nie die Absicht hatte, sich daran zu halten? Das Geld weg ist und die marode Daddelbude keine UEFA-Lizenz erhält?

    Welche politischen Konsequenzen folgen dann wohl?

    • hamuburgmini 18. Juni 2021 um 11:59 Uhr

      Genau daß meine ich auch! Top – Kommentar!

    • Fohlenstall 18. Juni 2021 um 17:56 Uhr

      Ganz stark,@ Demo!

    • St. Patrick 19. Juni 2021 um 11:17 Uhr

      Ist schon sehr speziell, dass ausgerechnet Scholz, der vorher eher Sozial- und Innenpolitik gemacht hat, kurz darauf Finanzminister in genau dem Ministerium wird, das seinen Finanzsenator Tschentscher geradezu zwingen musste, Steuerschulden aus kriminellen Handlungen der Warburg Bank nicht verfallen zu lassen…

  8. hamuburgmini 18. Juni 2021 um 11:20 Uhr

    Was für eine „Klüngelei“, was für ein Filz…
    Da fühlt man sich doch echt für dumm verkauft.

    Was soll man von der Hamburger Politik, der SPD noch erwarten….

    Ein Kanzlerkandidat, ehemaliger Bürgermeister der sich an Gesprächsinhalte mit der Warburg – Bank (immerhin Finanzvolumen von 120 Mio Euro) nicht erinnert.
    Ein aktueller Bürgermeister, damaliger Finanzsenator der sich alles andere als transparent hierzu verhält…
    Ein Finanz- und Innensenator die politische Gelder nutzen und nach Gutdünken Gelder vergeben – die keinen Nutzen für die Stadt bringen…

    Allein die Umrechnung bzgl. Erbpacht… Was hat der HSV von dem Grundstück, wenn da ein Stadion steht – im Falle einer Insolvenz des HSV –
    wer wird für den Stadionerhalt aufkommen.. Ein ganz schlechter Deal für die Stadt….

  9. Gravesen 18. Juni 2021 um 11:37 Uhr

    Was für ein Treppenwitz

    https://www.bild.de/sport/fussball/fussball/hsv-ueberraschende-chance-heuer-fernandes-wieder-nummer-eins-76778966.bild.html#fromWall

    Jetzt soll also Feuer Hernandes wieder die neue Nr.1 werden. Aber nicht, weil man plötzlich von ihm überzeugt ist, nachdem man ihn zwei Jahre lang enteiert und verarscht hat. Nein, weil man keine Kohle für einen anderen Keeper hat.

  10. Gravesen 18. Juni 2021 um 13:03 Uhr

    Wenn man sehen möchte, wie sich dieser Verein schon wieder blamiert

    https://www.youtube.com/watch?v=63gzBNsbNdE

    • Rudi 18. Juni 2021 um 14:23 Uhr

      Ein bekannter Insolvenzblogger würde hierzu schreiben: „Da ist Zug im Training“

  11. ExFohlen 18. Juni 2021 um 13:09 Uhr

    Wäre es nicht möglich, die Herren Dressel und Grote dafür anzuzeigen oder kann man dagegen als Hamburger Steuerzahlen nichts machen?
    Es ist doch klar, dass für die Stadionsanierung kein Geld mehr vorhanden sein wird und dann müsste die Stadt Hamburg noch einmal dafür einspringen.

    • omnipräsent 18. Juni 2021 um 13:41 Uhr

      Doch, das können Sie als Hamburger Steuerzahler.
      Rein in sämtliche Presseorgane, die hier in der Stadt vertrieben werden.
      Anzeigen schalten – haben Sie einen potenten Großspender in der Hinterhand. Ich nicht!
      Die Leserbriefe kommen dann von den Foristen hier.
      Nur, die Echokammern haben für derartige Informationen geschlossen.

  12. Finne 18. Juni 2021 um 13:11 Uhr

    Bei der Bewertung des Schurkenstücks ist noch zu berücksichtigen, dass nicht einmal das 1998 für eine DM erworbene Gelände vollständig zurückerworben wurde. Stattdessen nur das Grundstück, auf dem das Stadiongebäude steht. Oder sehe ich das falsch?
    Abgesehen davon Herr Dressel: Ist das Grundstück frei von Belastungen? Oder mit anderen Worten: Für welche Kosten muss der Steuerzahler aufkommen, wenn der KSV in absehbarer Zeit insolvent ist?

    Kann man den Quatsch eigentlich nicht noch über die Volksgesetzgebung stoppen? Sinngemäß: Soll die Stadt Hamburg einen Teil des einst für 1 DM veräußerten Stadion Grundstücks für 23,5 Mio zurückkaufen? Ist es im Sinne des Steuerzahlers, dass der KSV nur einen Teil der Summe für Renovierungsarbeiten (EM) einsetzen muss und den üppigen Rest für Beraterkosten, Vertragsauflösungen und Gehälter verbraten darf?

    Ich tippe mal, dann wäre der KSV unverzüglich insolvent. Wetti hat das Geld sicherlich schon komplett zur Absicherung von neuen Krediten verwendet (Stichwörter: Das Geld ist noch nicht geflossen, dem KSV geht es so gut etc.).

  13. Demosthenes 18. Juni 2021 um 14:14 Uhr

    Wie ich hier schon an anderer Stelle schrieb…

    In Drucksache 22/1825 – Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft – vom 16.10.2020 heißt es in Anlage 2, Eckpunkte, Ziffer 6 – Zustimmung zur Belastung:

    „Der Grundstückseigentümer stimmt schon heute der einmaligen Belastung des Erbbaurechts mit Grundpfandrechten bis zur Höhe von insgesamt 70.231.328 Euro (zuzüglich Zinsen in Höhe von bis zu zwanzig Prozent jährlich und einer einmaligen Nebenleistung in Höhe von bis zu zehn Prozent) zu, wenn bestimmte Vorgaben erfüllt sind (u.a. Bewilligung der Grundpfandrechte zur Finanzierung der Instandsetzung und Modernisierung des Stadions, Auszahlung nach dem Darlehensvertrag nach Baufortschritt, Abschluss einer Gläubigervereinbarung zum Schutz der Interessen der FHH, Ausschluss von Neuvalutierung der Grundpfandrechte). Der vorgenannte Betrag entspricht einer Beleihung in Höhe von 80 % des Stadionwerts (kapitalisierter Gebäudereinertrag der Baulichkeiten aus dem Wertgutachten).“

    Dazu muss man festhalten:

    – Das Grundstück ist mit über 70 Mio EUR Grundpfandrechten belastet.

    Was bedeutet das? Ganz einfach: Die HSV AG hat Kredite bei Banken, Privatleuten oder anderen aufgenommen und diese Kredite mit Grundpfandrechten abgesichert. Kann die HSV AG nun die Forderungen von Gläubigern nicht erfüllen, so können diese mithilfe des Zwangsvollstreckungsrechts das Grundstück verwerten und die Erlöse zur Tilgung der Schuld nutzen. Sollte so ein Fall eintreten, wäre die Stadt gezwungen, einzugreifen, d.h. die Gläubiger zu bedienen, was de facto eine steuergeldfinanzierte Schuldenübernahme von der HSV AG ist.

    – Zuzüglich Zinsen in Höhe von bis zu zwanzig Prozent jährlich.

    Kann mir mal einer die Höhe des Zinssatz erklären?

    – Und einer einmaligen Nebenleistung in Höhe von 10 %.

    10%, das sind über 7 Mio EUR. Für wen?

    Interessant ist, das hier zum ersten mal die Formulierung „Auszahlung nach dem Darlehensvertrag nach Baufortschritt“ zu finden ist.

    Ich kenne das so: Es wird eine definierte Bauleistung (Bauabschnitt, Gewerk, etc) erbracht und erst, wenn diese vollständig ausgeführt und abgenommen ist, wird ein festgelegter Teilbetrag der gesamten Auszahlungssumme ausgekehrt. So gesehen darf gar kein Geld von der FHH (Freie und Hansestadt Hamburg) an die HSV AG fließen, bevor nicht diese Bauleistung tatsächlich stattgefunden hat. Auf gut Deutsch: Keine Modernisierungsmassnahmen, keine Kohle, Wettstein!

    Auch interessant: „Der Abschluss einer Gläubigervereinbarung zum Schutz der Interessen der FHH.“

    Um welche Gläubiger geht es (KMK, Bodenseebank, HCB und wer noch?) und in welcher Form werden die Interessen der FHH geschützt? Fällt diese Gläubigervereinbarung auch unter das Hamburgische Transparenzgesetz (HmbTG)? Wenn ja, wo kann man die einsehen?

    Meines Erachtens nach bahnt sich hier die nächste große Hamburger Sauerei an. Der Stadiongrundstücksverkauf ist das nächste dreckige Glied in einer langen, dunklen Kette von Skandalen und Bürgerverarschungen in unserer ach so schönen Stadt. Bin gespannt, was noch alles rauskommt, wer alles bei dieser Aktion seine Finger mit im üblen Spiel hat und wer am Ende dafür bezahlt. Obwohl, die Antwort auf die letzte Teilfrage kenne ich schon: Die Hamburger Bürger.

  14. Gravesen 18. Juni 2021 um 14:33 Uhr

    Liebe HSVerinnen und HSVer,
    meine Verbundenheit zum HSV und der Stadt Hamburg ist ungebrochen. Die Gespräche der vergangenen Wochen haben mir gezeigt, dass ich gemeinsam mit Euch unseren Verein weiter aktiv im Sinne der Mitgliedschaft sowie den Fans gestalten und entwickeln möchte. Ich habe daher heute meine Kandidatur beim Beirat eingereicht. Zudem freue ich mich sehr, dass ich mit Bernd Wehmeyer und Michael Papenfuß zwei weitere HSVer für eine Team-Kandidatur gewinnen konnte. Zusammen leben wir den HSV und würden gerne als neues HSV-Präsidium den Verein loyal und nachhaltig stärken.
    Selbstverständlich muss nun zunächst der Beirat intern alle Bewerbungen und Vorschläge besprechen und dann die finalen Kandidatinnen und Kandidaten benennen. Auch, ob es eine Team- oder Einzelwahl auf der Mitgliederversammlung geben wird, liegt allein in der Entscheidung des Beirates. In diesem Sinne NUR DER HSV – Euer Marcell🔷

    • Demosthenes 18. Juni 2021 um 15:00 Uhr

      War klar. Gibts keine Alternative?

      • Gravesen 18. Juni 2021 um 15:01 Uhr

        Keine Ahnung, aber ich finde es zutiefst traurig, dass nun auch jemand wie Bernd Wehmeyer auf Dauer verbrannt ist.Ich hätte ihm mehr Weitsicht gewünscht

        • Dennis 18. Juni 2021 um 15:10 Uhr

          Dass mit Wehmeyer hat mich auch überrascht, Schachzug von Jansen…..

        • Nichtkunde 18. Juni 2021 um 15:59 Uhr

          So brutal es klingen mag: Die 83er kommen zunehmend ins Zielgruppenalter für Enkeltrick und Co.. Das Urteilsvermögen erodiert, und eine gewisse – wenn auch i.d.R. ziemlich plump daherkommende – manipulative Grundbegabung konnte man dem selbsternannten „Weltfußballer“ Jansen schon zu Spielerzeiten nicht absprechen.

        • Demosthenes 18. Juni 2021 um 16:22 Uhr

          Ja, erst instrumentalisiert Judas den Horst, dann Präsident Pinselreiniger den Bernd.
          Was kommt als nächstes?

  15. Goldfather 18. Juni 2021 um 15:01 Uhr

    Gemessen an der gigantischen Kostenexplosion der Elbphilharmonie wird der HSV ein relativ billiger Skandal für FC St.Pauli-Fans und andere Steuerzahler in dieser Stadt. Und natürlich ist davon auszugehen, dass das Grundstück irgendwann für einen symbolischen Betrag (1 Klaus-Michicoin) zurück an den Club gehen wird, um die nächste Überweisung vorzubereiten. Senator Dressel weiß genau was er unterschrieben hat und wofür der HSV das Geld wirklich benötigt.
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    Zudem stellt sich bei Klaus-Michael die Frage, ob sein Engagement beim HSV nicht viel eher als eine Art Druckmittel gegen den Senat gerichtet ist, da es massenweise Projekte von Klaus-Michael in der Stadt Hamburg gab und gibt für die er das Wohlwollen des Senats benötigt.
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    Hamburg ist für Kühne Nagel in Deutschland sicherlich der wichtigste Ort, um Geschäfte zu tätigen die häufig in einer Größenordnung angesiedelt sind, dass sie politische Interessen tangieren. Und so gesehen ist der HSV eine Art Faustpfand mit dem man durchaus auch politischen Druck ausüben kann, da nicht wenige HSV-Fans in der Stadt auch Wähler sind.