Die Kultur der Kritik

Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist ein Dummkopf. Aber wer sie weiß, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.(B.Brecht)

Ich habe darüber nachgedacht, wie es früher war, also das mit der Berichterstattung. Vielleicht habt ihr Lust, mir und meinen Gedanken zu folgen. Ich habe überlegt, wie die journalistische Berichterstattung vor dem Jahr 2012 ausgesehen hat. Wie wurden Sachverhalte beschrieben, wie wurde mit der Wahrheit umgegangen. Ich meine die ganzjährige Wahrheit, denn diese unterscheidet sich gravierend von der temporären Wahrheit oder von der Wahrheit, die man turnusmäßig einmal im Quartal aus der Schublade holt, um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Betrachten wir also die Presselandschaft vor dem Jahr 2012, was hatten wir? Wir hatten, HSV-bezogen, die BILD, die Mopo, das Hamburger Auftragsblatt, den überregionalen Kicker und elektronisch den Blog „Matz Ab“, aus der Not geboren und zu diesem Zeitpunkt noch mit einem Alleinstellungsmerkmal versehen. Sie alle hatten eines gemeinsam, die Art und Weise der Berichterstattung. Die Herangehensweise, die chronische Unlust an der Recherche, den Hang, voneinander abzuschreiben. Und natürlich dem immer gleichen Schema zu folgen, welches lautete: Jeder neue HSV-Spieler ist per se ein Juwel, ein Torgarant, eine Säule der Nation und jeder wird den HSV in Regionen führen, von denen der Führer träumt. Jeder unmittelbar vor Saisonstart verpflichtete Neu-Coach hatte den Extrem-Überblick, war Schleifer, Motivator, Laptoptrainer und zukünftiger Nationalcoach von Andorra in einer Person. Ganz zu schweigen von den jeweils herrschenden Sportchefs, denn jeder von ihnen war im Besitz des ultimativen Netzwerks, lebte ehemals in einer WG mit Volker Struth und kannte sowohl den argentinischen wie auch den thailändischen Markt wie seine Westentasche. Im Trainingslager vor der Saison wurde wahlweise in Dubai oder auf irgendeinem Gletscher geackert wie nie zuvor, die Spieler waren fit ohne Ende und hatten Luft für 12 Runden. Und dann änderte sich alles. 

Denn plötzlich gab es da zwei Schreiber, die machten es anders. Der Eine war Jung-Journalist und schrieb eine wöchentliche Kolumne für das Online-Portal goal.com, der Andere betrieb einen Blog, den niemand liest. Obwohl sie Beide allein auf weiter Flur waren, von den Platzhirschen ausgegrenzt, vom Verein teilweise bekämpft und von Hohlhüpfern bedroht wurden, änderten sie ihre Geisteshaltung nicht, denn sie waren der Meinung, dass eine realistische Betrachtungsweise der Geschehnisse nicht nur ehrlich wäre, sie sei auch notwendig und überfällig. Aus diesen beiden Idealisten entstand etwas, was sowohl rosa Salafisten wie auch dem Verein gewaltig gegen den Strich geht, es entstand eine Bewegung der Kritiker. Plötzlich konnten die Hofberichterstatter nicht mehr schreiben was sie wollten, plötzlich wurde der Inhalt ihrer Produkte genauer betrachtet. Der HSV musste zur Kenntnis nehmen, dass es nicht mehr nur Abnicker unter seinen Anhängern gab, sondern plötzlich auch Menschen, die sich trauten, die Wahrheit zu sagen. Nachzufragen. Antworten einzuklagen. Mit anderen Worten: Die lustigen, bequemen Zeiten waren vorbei. 

Dabei waren diese beiden Vorreiter selbst aus den Reihen der Fans und Anhänger hervorgegangen und die Wurzel ihrer Kritik war von Anfang an der Versuch, einen besseren Verein zu haben. Einen Verein mit einer Identität und keinen Verein der hohlen Sprüche. Einen Verein mit Haltung und USP und keinen Verein der beliebigen Austauschbarkeit. Einen Verein mit Werten und keinen Verein ohne Wert. Das Ziel war es, sowohl Berichterstatter wie auch Vereinsfunktionäre für das zu sensibiliseren,was tatsächlich ist und nicht, was sein soll. Vor der Zukunft muss die Gegenwart liegen und diese muss eine verarbeitete Vergangenheit ablösen. Das Ziel war nie die Kritik um der Kritik Willen, sondern die Schaffung eines Bewußtseins für die wahren Umstände. Mein Antrieb war immer: „Was bringt es einem Fan, wenn ihm jedes Jahr zum gleichen Zeitpunkt der immer gleiche Quatsch von den immer gleichen Leuten untergejubelt wird? Ist die Wahrheit als Kern einer Berichterstattung nicht verpflichtend?“ Die Erfahrungen, die wir Beide in den letzten 9 Jahren gemacht haben, waren bedeutsam. 

Denn auf der einen Seite standen und stehen diejenigen, die einem niedere Beweggründe unterstellen, wenn man nicht, wie sie es gewohnt waren, Scheiße als Gold verkauft. „Als Fan (und Berichterstatter) hat man gefälligst zu jubeln und grundsätzlich positiv zu berichten, sonst ist man nicht nur kein Fan, man ist sogar der Feind“. Auf der anderen standen diejenigen, die auf eine Berichterstattung wie die unsrige scheinbar gewartet hatten. Die gespürt hatten, dass man sie all die Jahre für dumm verkauft hatte und die nun den Beweis bekamen. Beispiel: Wenn der HSV einen Spieler namens Ludovit Reis verpflichtet,  dann berichten die üblichen Verdächtigen von dem Juwel, welches man vom großen FC Barcelona loseisen konnte. Ein Quantensprung quasi und eine unvorstellbare Leistung der sportlich Verantwortlichen. Wenn ich über Herrn Reis berichte,schreibe ich: 21 Jahre alt, ein Jahr bei der zweiten Mannschaft des FC Barcelona trainiert und gespielt,wurde dann nach einem Jahr in die zweite Liga nach Osnabrück verliehen. Dort erzielte er als Mittelfeldspieler ein Tor und eine Vorlage. Im Jahr nach dieser Leihe will ihn die zweite Mannschaft des FC Barcelona nicht zurück, sondern gibt ihn erneut in die zweite Liga zum HSV ab. Ich schreibe weder, dass der Mann blind ist,noch schreibe ich, dass er der Durchschnittstruppe des HSV nicht helfen kann, aber ich schreibe die Fakten auf. Das, was die Hofberichterstatter schreiben, sind PR-getriebene Wunschträume, die sich in Hamburg zu 99% nicht erfüllen werden. Was ist nun ehrlicher? Den Fans und Anhängern gegenüber? 

Stand heute schreibt der damals junge Kollege kaum noch und auch meine Zeit als Blogger neigt sich dem Ende zu. Allerdings ändert unser Schicksal nichts an dem, was wir geschaffen haben, wir haben nämlich ein verändertes Bewußtsein geschaffen. Vielleicht nicht bei allen und vielleicht nicht bei vielen, aber bei einigen und das reicht bereits. Denn diese Wenigen geben unsere Philosophie weiter und können diese auch mit den „Erfolgen“ der letzten Jahre und den Fakten beweisen. Wir haben beide jeweils ein Buch über das Thema geschrieben, auch diese Werke werden nicht verschwinden. Tatsache ist: Wir haben etwas entwickelt und geschaffen, nämlich etwas, was es vorher in dieser Form nicht gab – eine Kultur der Kritik. Diese Kultur wird bleiben, auch wenn wir nicht mehr schreiben sollten. Die Fans und Leser werden den Ausführungen der Hofberichter deutlich skeptischer gegenüberstehen und den immer gleichen PR-Texten des Vereins keinen unmittelbaren Glauben mehr schenken. Sie werden anspruchsvoller, verlangen mehr für ihr Geld, sind kritischer. Wir (und unsere Leser) sorgen dafür, dass sich alle mehr Mühe geben müss(t)en, um zu überleben und allein dafür hat sich der Einsatz gelohnt. Wenn ich mit meiner Arbeit einen kleinen Teil dazu beigetragen haben sollte, dass sich der Verein verbessert, habe ich alles richtig gemacht. 

 

Von | 2021-07-13T07:52:00+02:00 13. Juli 2021|Allgemein|33 Kommentare

33 Comments

  1. Gravesen 13. Juli 2021 um 08:20 Uhr

    Heute vor 9 Jahren:

    Tickt der Kühne noch ganz sauber ???
    Kühne hat der Vereinsführung des HSV unter anderem vorgeschlagen…
    ? den Erlös aus dem Verkauf des Spielers Guerrero in die Verpflichtung von van der Vaart zu investieren; Kühne ist an dem Verkaufserlös beteiligt und bereit, seinen anteiligen Verkaufserlös zur Verfügung zu stellen.
    ? die mehr als 60.000 Vereinsmitglieder zu bitten, sich ebenso wie er an der Finanzierung der van der Vaart Verpflichtung und seinen laufenden Kosten zu beteiligen. Wäre jedes Vereinsmitglied mit Beträgen zwischen 50 und 200 Euro dabei, könnten einige Millionen Euro zusammenkommen.
    ? private Geldgeber zu finden, die in grösserem Umfang finanzielle Beiträge zur Verpflichtung von van der Vaart leisten
    ? durch Umschuldung der Finanzierung des ehemaligen Volksparkstadions eine zusätzliche Liquidität zu schaffen, die für die Verpflichtung des Spielers und seine laufenden Kosten bereitgestellt werden.
    zum Thema
    Letztlich stellte Kühne nochmals klar, dass er dem Klub finanziell unter die Arme greifen werde. „Vorausgesetzt, dass der HSV diese und andere Initiativen ergreift, um die nicht einfache Finanzierung der van der Vaart-Verpflichtung zu ermöglichen, bin ich bereit, über mein bisheriges Engagement bei mehreren HSV-Spielern hinaus eine maßgebliche Summe beizusteuern“, so Kühne weiter. „Ich appelliere an die Vereinsverantwortlichen, schnell und konsequent zu handeln, damit zu Beginn der neuen Bundesligasaison der Spielmacher van der Vaart dem HSV zu neuem Glanz verhelfen kann.“

    • Hein 13. Juli 2021 um 08:26 Uhr

      Die Verpflichtung gehört nicht gerade zu den herausragenden Momenten des HSV

      • Gravesen 13. Juli 2021 um 08:28 Uhr

        Eine von zig. Oder anders gefragt: Welche Verpflichtung in den letzten 9 Jahren gehörte denn zu den herausragenden Momenten des HSV?

    • FoppaXL 13. Juli 2021 um 09:43 Uhr

      Stell dir vor, wir hätten stattdessen Eriksen geholt.
      Dann stünden wir jetzt richtig dumm und mit leeren Händen da.
      *Sarkasmus aus*

      • Gravesen 13. Juli 2021 um 09:48 Uhr

        Genau. Wahrscheinlich so um die € 50 Mio. „reicher“, aber auch die Kohle hätten die Versager inzwischen verbrannt

      • hamuburgmini 13. Juli 2021 um 12:13 Uhr

        Moin,
        neulich bemerkte ich, wie gut Frank Arnesen rückblickend war, was für Spieler er für „kleines Geld“ (hohe Gehälter aber kaum Ablöse) er
        nach Hamburg holen konnte und der HSV diese gewinnbringend verkaufen konnte… Aber gerade am Beispiel Eriksen kann man die fortwährende
        Interessenslage sehen… Eriksen – damals deutlich unerfahrener, aber mit Perspektive, Herr Kühne wollte aber lieber einen Säulenspieler Van der Vaart..

        Letztendlich müssen alle Beteiligten von einem Transfer überzeugt sein und die Spieler brauchen auch irgendwo Vertrauen – insbesondere junge Spieler.

        Man hat einen Marcus Berg für 10 Mio geholt, in Hamburg hat man den Kauf nur auf „Namen“ ausgerichtet, ins damalige Spielsystem, bzw. an den vorhandenen
        Stürmern kam er nicht vorbei – nun steht er am Karrierende, aber, in den nachfolgenden Vereinen, insbesondere in Griechenland hat er wie am
        Fließband getroffen.. Nun werden viele sagen „ja Griechenland – schlechtere Liga“.. nun denn, dem mag so sein, jedoch spielen auch dort Vereine
        Euro – und Championsleague und dort hat er auch getroffen… lag es nun am Spieler das es nicht passte oder kann man dem HSV zumindest eine
        Mitschuld geben, daß der Transfer nicht funktionierte…

        Aktuelle EM:
        Bei Dänemark spielte im EM Halbfinale ein 27jähriger Däne namens Christian Nørgaard.. Man sollte meinen, daß auch so ein Spieler, der EM-Halbfinale
        spielt, nicht so schlecht sein kann.. In Hamburg wiederum hat dieser Spieler nur U23 gespielt, wurde jedoch nie – als Jungspieler – in der Profimannschaft eingesetzt wurde..

        Es sind nur zwei Beispiele an denen sich das „verkorkste System HSV“ ablesen lässt… Spieler werden nicht auf Basis einer durchgehenden Spielphilosophie, passt der Spieler für Summe X ins System und auch nicht aus Überzeugung verpflichtet, hingegen werden propagierte Stars, Säulenspieler propagiert an denen
        sich die Hüpfer aufreiben (Van der Vaart, Berg, Behrami, Holtby, Olic, Ulreich und unzählige mehr)… Junge entwicklungsfähige Spieler mit Talent werden offenkundig
        nicht gefördert und gefordert, oder das Vertrauen geschenkt sich zu bewähren… Es gibt beim HSV unzählige Beispiele für Spieler die es später, nach ihrem Abgang vom
        HSV geschafft haben sich zu etablieren.

        • Angelfreund 13. Juli 2021 um 18:44 Uhr

          Norgaard spielt letzte Saison in Brentford. Zweite englische Liga. Wenn man Reis zurecht nicht hypt, sollte man im umgekehrten Fall bei Norgaard genauso verfahren.

          • Gravesen 13. Juli 2021 um 18:47 Uhr

            Wäre da nicht die Geschichte mit der Europameisterschaft

          • Hamuburgmini 13. Juli 2021 um 20:42 Uhr

            Es geht nicht ums hypen. Sicherlich gibt es bessere, aber auch deutlich schlechtere Spieler. Aber trotz der Tatsache, daß er sehr verletzungsanfällig scheint und aktuell in der zweiten englischen Liga spielt ist er Nationalspieler… Er kann nicht so schlecht sein..
            Wollte damit nur exemplarisch aufzeigen, daß wenn man junge Spieler verpflichtet ihnen auch die Perspektive aufzeigen muss. Das ist beim HSV mittel- und langfristig nie geschehen, im Gegenteil…

      • St. Patrick 13. Juli 2021 um 20:18 Uhr

        Ach Quatsch! Den hätten „wir“ in Grund und Boden entwickelt. Danach hätten wir ihn mit Abfindung vom Hof gejagt und ein kleiner Ausbildungsverein im Raum Freiburg hätte ihn systematisch aufgebaut und dann locker zweistellig vergoldet..

  2. Bauer 13. Juli 2021 um 09:08 Uhr

    Ich kann keinen entdecken, aber herrlich (traurig) zu sehen, wie die durchschnittlichen Ausgaben von 2012/2013 bis 2017/2018 von jährlich 25 Mio auf 1,1 Mio in den Saisons 2020/2021 bis 2021/2022 zusammengebrochen sind. Alle Spieler waren Säulen, Legenden, Juwelen, Ostblock Messis etc pp und es nichts, aber auch gar nichts bei rum gekommen. Auch heutzutage werden die Spieler genauso angepriesen wie eh und je. Außerdem gibt es immer einen alten Spieler, der nur das Beste über den nächsten Neuzugang zu berichten weiß. 150 Mio in 6 Jahren verbrannt und als Ergebnis die zweite Liga. Danke für Nichts!

  3. ausgegliedert 13. Juli 2021 um 09:35 Uhr

    1979 hatte ich das Glück, Harry Valerien bei einer Podiumsdiskussion (der ganz junge Völler war damals auch dabei) zu sehen und danach auch kurz zu sprechen. Mein Traumberuf war Sportreporter und ich fragte, ob es Praktikumsplätze beim ZDF gibt. Ohne Abitur war damals aber nichts zu machen.
    Gefühlt war seinerseits die Berichterstattung noch ehrlicher, mag aber auch am Mangel an üppigen Informationsquellen oder Verleichsmöglichkeiten bei anderen Sendern gelegen haben.
    Den gleichgespülten Mist der Gazetten mag man sich dann auch nicht mehr geben, das Interesse am Fußball ist im letzten Jahr nochmals deutlich gesunken.

    Insofern – toller Blog 👍

    • Gravesen 13. Juli 2021 um 09:45 Uhr

      Ich habe 1995 in der Anzeigenabteilung der SportBild gearbeitet und während einer Weihnachtsfeier in der Schlachterbörse mit dem damaligen Chef-Berater der Chefredaktion, Herrn Achim Wagner, sprechen können. Ich habe ihm von meinem Traum erzählt, Sportjournalist zu werden und er bot mir spontan ein Volontariat bei der SportBild an. Dann erzählte er mir, was man dort in den zwei Jahren verdient und meine Tochter war im Jahr zuvor zur Welt gekommen,also musste ich ablehnen. Ich habe im Laufe der Jahre immer wieder bedauert, diese Entscheidung so treffen zu müssen, aber seit 2012 muss ich sagen: Ich mache täglich drei Kreuze, dass es anders gekommen ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich damit glücklich geworden wäre, jeden Tag meine Seele verkaufen zu müssen, um meinen Job zu behalten. Insofern – alles richtig gemacht,

  4. Markus Ross 13. Juli 2021 um 09:59 Uhr

    Hallo gravesen,
    Ich lese immer bei Scholle und bei Dir. Ich muss zu meiner Ehrlichkeit gestehen das ich gerne bei Scholle lese und nein ich bin kein rosa Hüpfer ich denke ich kann das meiste vernünftig einordnen.
    Was mir bei Dir in der Vergangenheit und bei Deinen Lesern nicht gefallen hat , war das ständige beleidigen der Leser und Scholle selbst aus dem anderen Block…ja manchmal läßt sich richtiger Hass rauslesen.
    Du prangerst es an das man dich verurteilt und beschimpft und dir droht und in deinem Block passiert im Prinzip dasselbe über Scholle und seine Leser.
    Inhaltlich finde ich Deine Blocks ( so wie heute) oft sehr gut. Ich mag nur den Hass gegen den HSV und gegen Leute die den Verein mögen nicht.
    Auch das rumgereite von wegen Insolvenz stört mich, da dies doch kein Grund sein kann einen Menschen zu verurteilen.Oft spielen da Hintergründe eine Rolle die man gar nicht kennt.
    Ich habe eh das Gefühl das es was persönliches zwischen euch ist.
    Ich finde es von Scholle gut das er es nicht genauso macht und dich nicht beleidigt oder auf Texte in deinem Block eingeht und diese beschimpft.
    Ich finde jeder Blogger sollte sich auf seinen Block konzentrieren und der Leser selbst entscheidet wem er täglich folgt, andere zu beleidigen hat niemand notwendig.
    Ich weiß nicht ob dies jetzt veröffentlicht wird,war auch nicht böse gemeint gegen dich,ich wollte dich nicht persönlich angreifen.
    Ich finde wie geschrieben deine Blocks ohne Beleidigungen sehr gut und finde das du es auch gar nicht nötig hast.
    So, jetzt noch eine kleine Entschuldigung wegen der Rechtschreibfehler….aber das war aus dem Bauch heraus.
    Jetzt könnt ihr verbal losprügeln
    Lg und bleibt Gesund

    PS haben wir nicht alle Gemeinsam den Wunsch das wieder erfolgreichere Zeiten kommen sollten für den HSV und das sollte uns verbinden?

  5. Alex 13. Juli 2021 um 11:59 Uhr

    Beim Training im Volkspark und in den Trainingslagern kann man sich ganz normal mit den Tschornalisten unterhalten. Und einige Stunden später liest man deren Artikel und fragt sich, was passiert ist. Aber so läuft das Spiel eben. Und der verfickte Zeitgeist hat seinen Anteil daran: Die Wahrheit ist nicht mehr erwünscht. ENDE

    Danke für die positiven Rückmeldungen zu meinem gestrigen Gastblog. Auf die Fragen werde ich im nächsten Beitrag eingehen.

    • Demosthenes 13. Juli 2021 um 13:02 Uhr

      Lieber Alex, ich hoffe, Du machst Deine Ankündigung wahr und lieferst uns noch ein paar spannende und lehrreiche Beiträge zum Trainingslager.

      Die Filme lassen schon eine Menge erkennen und erahnen, aber Du hast doch sicher noch viele weitere Beobachtungen abseits der Kamera machen können, oder? Sieben Tage sind nicht kurz und Du hast viel Zeit, Hingabe und wohl auch Geld investiert. Das soll sich auch rentieren.

      Btw.: Im Insolvenzblog wirst Du schon vermisst.

      • Alex 13. Juli 2021 um 15:07 Uhr

        Lieber Demo, die dort investierte „Tagesfreizeit“ muss jetzt natürlich wieder nachgearbeitet werden, deshalb bitte etwas Geduld. Aber ja, in der Tat gibt es noch reichlich zu berichten. Viele Sachverhalte ergeben sich gerade aus dem Kontext der beiden vorherigen Spielzeiten, in der HecKing und Thioune einen kaum wiedergutzumachenden Schaden angerichtet haben, da kann der durchgeknallte Walter so viel trainieren lassen, wie er will. Noch liegt es nicht an ihm, ganz im Gegenteil, er hätte jeden Grund, dieses unsägliche Zitat vom Schweber hinter der Gardine, dem FDP-Videothekar und Fananleihen-Veruntreuer Schnarchow hervorzukramen: „Sie wissen ja, was wir hier vorgefunden haben.“ Bis Peter…

  6. Demosthenes 13. Juli 2021 um 12:54 Uhr

    Unser aller Oberhanseat und Weltweiser Helmuth Schmidt hat mal gesagt: „Ehrlichkeit verlangt nicht, dass man alles sagt, was man denkt. Ehrlichkeit verlangt nur, dass man nichts sagt, was man nicht auch denkt.“

    Diese Zeiten sind, wie der Mann auch, längst Geschichte.

    Heute ist die Lüge längst gesellschaftlich akzeptiert und sogar gewollt. Denn dank der Lüge lassen sich Eigeninteressen und wirtschaftliche Vorteile, aber vor allem auch Macht gewinnen.

    Von Xi, Putin, Trump, Kim Yong-un, Johnson, Erdogan, Lukaschenko, Bolsonaro, Orban bis zu Höcke, Hildmann, Gauland, Weidel und Maaßen haben alle eines gemeinsam: Sie erzählen den Menschen die Lügen, die diese glauben wollen, wegen denen man ihnen zujubelt und für die sie gewählt und verehrt werden. Lügen, die sie in Demokratien legitimieren, höchste Staatsämter mit allen Konsequenzen auszuüben. Und das oftmals sogar wider besseren Wissens.

    Das ist nicht neu und auch nicht wirklich überraschend. Überraschend ist möglicherweise, wie schnell und in welchem Maße die Menschen, auch die gebildeten und sozial besser gestellten, darauf hereinfallen. Sind 80 Jahre eine wirklich so große Zeitspanne, dass man vergißt, was passiert, wenn man Lügen widerspruchslos akzeptiert?

    Und welche Rolle spielt dabei die Gesellschaft, Bildung und Erziehung, Sozialisierung und Miteinander? Was lernen junge Menschen heute, was bringt die Welt Ihnen bei?

    – Fußballer, die mit Schwalben Elfer schinden, sind nicht mehr unfair und zutiefst unsportlich, sondern clever.
    – Korrupte, unfähige Politiker, die Steuer-Milliarden versenken aber sich selbst super versorgen, tragen keine Konsequenzen und treten zurück, sondern bleiben im Amt.
    – Banker, die den Staat (also uns alle) bescheißen und um Steuergelder betrügen, kommen nicht in den Knast, sondern kaufen sich das nächste Hafencity-Penthouse.
    – Thronfolger-Scheichs, die Mordaufträge erteilen und kritische Journalisten zerstückeln lassen, werden auf Gipfeltreffen nicht kritisiert, sondern hofiert.
    – Verbände, die Weltmeisterschaften auf dubioseste Art und Weise in Sklavenhalterstaaten vergeben, lassen sich dafür auch noch feiern und spitzenmäßig bezahlen.
    – Manager, die tausende Mitarbeiter entlassen, kassieren selber fette Boni.
    – Unternehmen, die in Pandemiezeiten Milliarden an staatlichen Leistungen erhalten, schütten gleichzeitig Milliarden an Dividenden an die Aktionäre aus.
    – Priester, die Kinder missbrauchen, werden nicht geächtet und verknackt, sondern versetzt und geschützt, so dass sie in der nächsten Gemeinde ungestört weitermachen können.
    – Die Kirchen versagen in ihren moralischen Vorbildrolle komplett und sind stattdessen Vorreiter in Sachen Doppelmoral, Verlogenheit und unkontrollierter Geschäftemacherei.
    – Superreiche, die keinerlei Steuern zahlen, bauen sich Weltraumraketen und werden dafür auch noch bewundert und gefeiert.
    – Naive, junge Menschen (manche auch nur sehr dumm), die in fremdgesteuerten Castingshows sich zum Narren machen lassen, sind Vorbilder für Millionen Gleichaltrige.

    Und diese Liste ist noch lange nicht am Ende.

    Traumberufe waren früher Astronaut, Feuerwehrmann, Polizist, etwas später dann Arzt, Jurist, Manager oder vielleicht noch Rockstar. Heute heißt die Zukunft Influenzer oder Harz-4-Empfänger. Die Wahrheit ist, dass heute auch viele Familien darin versagen, den Kindern allgemeine Werte und moralische Verhaltensrichtlinien nicht nur zu erzählen, sondern sie auch vorzuleben. Das neueste Handy ist wichtiger, als dem Mobbingopfer in der Schule beizustehen.

    Wir sind von der Partylüge (gut siehst Du aus, Dein Kleid steht Dir super) mehr oder weniger unbemerkt zur Systemlüge gewechselt (Lügenpresse, Fake-News, Merkeldiktatur, Stop-The-Steal) mit zum Teil völlig realitätsbefreiten Auswüchsen (QAnon, Chemtrails, Flatearther, Gates/Impfung/Microchip, 5G-Strahlenopfer).

    Wenn die letzten Jahre uns eine moralische Essenz lehrten, dann diese: Der Ehrliche ist der Dumme, heute mehr denn je.

    Leider war die Konsequenz der Menschen nicht, zu sagen: „Ich muss mehr gegen die Unehrlichkeit tun“, sondern eher: „Ab jetzt bin ich auch nicht mehr ehrlich“. Andere sind aber auch einfach nur resigniert, haben sich abgewendet und die Augen verschlossen. Eine fatale Entwicklung. Wir leben im postfaktischen Zeitalter.

    Darum sind Dinge wie dieser blog wichtig. Denn Grave berichtet nicht nur Fakten, er bezeichnet die Lüge auch als das, was sie ist: eine interessengesteuerte, immer gleiche Fan-Verarsche, mit der die Selbstoptimierer in der Vereinsführung und ihre schmarotzende Entourage aus Medienvertretern, Mitläufern und Altfunktionären seit Jahren sich die Plätze am Futtertrog sichern und gleichzeitig dafür sorgen, das die dummen Hüpfer auch weiterhin die Schwindelpreise für „Spitzenspiele“, Trikots mit „Säulen“-Beflockung, Stadionplörre und den ganzen Ramsch zahlen. Und wenn das nicht reicht, kommt halt die nächste Fan-Anleihe (Idioten-Almosen wäre wohl die faktisch korrektere Bezeichnung).

    Darum Grave: Bitte weitermachen! Die Arena ist wichtig, zumindest, was den HSV betrifft.

    • Ex-HSVer+im+Herzen 13. Juli 2021 um 16:06 Uhr

      Als wenn du in mein Gehirn eingebrochen bist und meine Gedanken nieder geschrieben hast.

      Die Hirne schrumpfen von Jahr zu Jahr, denn sie werden seit Smartphone, Social Media & Co weniger gebraucht. Dadurch ist die Aufnahmekapazität begrenzt und so geht man sich mit dem zufrieden was man liest. Und es wird nicht reflektiert oder hinterfragt. Wir 10 % Hirninhaber müssen halt damit leben dass 90 % der Menschen damit zufrieden sind.

      Grave rock on!

    • Angelfreund 13. Juli 2021 um 18:47 Uhr

      Man muss deinen generellen, pathologischen Kulturpessismus nicht teilen.

      • Gravesen 13. Juli 2021 um 18:49 Uhr

        Vorsicht!

      • Ex-HSVer+im+Herzen 14. Juli 2021 um 01:22 Uhr

        Realismus. Fakten. Truth

  7. Profikommentator 13. Juli 2021 um 16:09 Uhr

    „Von daher stört es mich absolut überhaupt nicht, wenn der HSV inzwischen nicht mehr ins oberste Regal greifen kann, sondern Spieler aus der Zweiten Reihe verpflichtet. Der Umstand, dass er so handeln muss, ist zweifelsfrei ein Rückschritt, den man nicht schönreden darf. Aber ich behaupte weiterhin: Wenn die Verantwortlichen es richtig machen, wird aus diesem Rückschritt die vielleicht größte Chance der letzten Jahre, in Hamburg etwas Neues, wirklich Gutes aufzubauen. “

    Alles Richtig macht der HSV, immer. Egal in welche Richtung es geht, auf oder ab, es ist für die Zukunft genau das Richtige.

  8. Bauer 13. Juli 2021 um 17:39 Uhr

    @Ex-HSVer

    Problematisch ist bei deiner Ansicht nur, dass die anderen 90 Prozent genauso meinen, dass sie eben die 10 Prozent sind. Jeder meint, dass nun seine Position der heilige Gral ist und links und rechts davon alles falsch ist. Andere Meinungen zu akzeptieren und die Fähigkeit Kritik anzunehmen, statt ständig nur auszuteilen, sind Dinge, die mehr und mehr aus unserer Gesellschaft verschwinden.

    @Demosthenes

    Sehr schön geschrieben.

    • Demosthenes 13. Juli 2021 um 20:16 Uhr

      Danke

  9. prenk 13. Juli 2021 um 18:52 Uhr

    M.S. veröffenticht in seinem Urlaub (den er wie auch immer bezahlt) Gastblogs von ungemeiner Qualität, wie schon die Überschrift deutlich macht:
    „Fünf Gründe für eine erfolgreiche HSV-Saison“ meinen die das ernst oder lassen sie die 50 dagegen einfach unter den Tisch fallen?!
    Und ist das „morgen“ wieder einmal eines in der Parallelzeit des M.S. oder entspricht es mal dem Kalender aller anderen?!

    • Gravesen 13. Juli 2021 um 19:22 Uhr

      Das ist ja fast noch größerer Schwachsinn als das, was Münchhausen unregelmäßg abliefert. Man kündigt „5 gute Gründe für eine erfolgreiche Saison“ an,nennt aber leider keinen, weil es keinen gibt. Stattdessen Statements direkt von der Geschäftsstelle des HSV, einfach peinlich. Aber wen wundert es, wenn man normalerweise mit Atom-Experten wie „DerSpasti“ oder Blödrapper Elvis labert. Fehlen eigentlich nur noch Chrischan aus HB, Flöte Blödsinn und DerFurz, dann ist die Idiotentruppe, die jedes Jahr falsch liegt, komplett

  10. Maddin 13. Juli 2021 um 19:20 Uhr

    Wir werden erfolgreicher sein weil uns der Top Torjäger verlässt.
    Alles klar und weiter brauch ich dann nicht zu lesen.🤣

  11. BesuchausdemSüden 13. Juli 2021 um 19:54 Uhr

    „4. Ein Trainer mit klarem Konzept -Mit Tim Walter hat der HSV zudem einen Trainer, der eine klare Spielidee hat und gnadenlosen Offensivfußball mit viel Ballbesitz spielen lässt. “

    Gnadenlos bescheibt es eigentlich ganz gut. Egal welcher Gegner oder Wettbewerb, Walter prügelt gnadenlos seine Taktik und sein Sys