3 Jahre Pleiten, Pech & Pannen – Wer hat schuld?

Es kam mit Ansage. Die fünfte Niederlage in acht Spielen. Im Derby gegen St. Pauli. Irgendwie haben es alle geahnt und befürchtet. Aber dank einer scheinbar nicht totzukriegenden Hoffnung haben die HSV-Fans wieder mal alle Augen zu und Daumen gedrückt, dass es anders ausgeht.

Ist es aber nicht.

St. Pauli hat den HSV am Freitag streckenweise vorgeführt wie eine Schülermannschaft. Und dass die Spiele gegen Dresden und Braunschweig alles andere als souverän waren, ist ein offenes Geheimnis.

Soweit eigentlich nichts Neues. Auch in den vergangenen Jahren hat der Verein regelmäßig seine Fans enttäuscht, erlag unerklärlichen Leistungseinbrüchen und hat jedes einzelne seiner Saisonziele verfehlt, den Wiederaufstieg sogar dreimal in Folge. Stattdessen hat man Millionen aus dem Fenster geworfen, schreibt seit Jahren tiefrote Zahlen und wechselt seine Trainer öfter als Helm-Peter seine Unterhosen.

Woran liegt es, dass seit mehr als einem Jahrzehnt das „V“ in HSV nicht für Verein sondern für Versager steht? Was ist die Ursache dieser Dysfunktionalität? Wer ist schuld an diesem Horror namens HSV? 

Nehmen wir die einzelnen Teile dieser Höllenmaschine mal genauer unter die Lupe.

 

1.) Der Spielerkader

Saison 2018/2019

Pollersbeck, Mickel, Behrens, Ambrosius, Bates, Santos, Jung, Knost, Lacroix, Papadopoulos, Pfeiffer, Sakai, Vagnomann, van Drongelen, David, Ferati, Holtby, Hunt, Jairo, Janjicic, Köhlert, Kwarteng, Mangala, Özcan, Arp, Drawz, Hwang, Ito, Jatta, Lasogga, Narey, Opoku, Winzheimer

Kader: 33

25 Zugänge, 23 Abgänge

Fluktuation: 70 %

 

Saison 2019/2020

Heuer Fernandes, Mickel, Pollersbeck, Ambrosius, Beyer, Ewerton, Gyamerah, Jung, Knost, Leibold, Letschert, Papadopoulos, Vagnomann, van Drongelen, Amaechi, Dudziak, Fein, Hunt, Jairo, Kinsombi, Kittel, Kwarteng, Moritz, Schaub, Harnik, Hinterseer, Jatta, Narey, Pohjanpalo, Wood

Kader: 30

17 Zugänge, 20 Abgänge

Fluktuation: 66 %

 

Saison 2020/2021

Ulreich, Heuer Fernandes, Mickel, Oppermann, Ambrosius, Gyamerah, Hein, Jung, Leibold, Leistner, Vagnomann, van Drongelen, David, Dudziak, Fabisch, Gjasula, Heil, Heyer, Hunt, Kinsombi, Kittel, Kwarteng, Onana, Jatta, Narey, Terodde, Winzheimer

Kader: 28

13 Zugänge, 15 Abgänge

Fluktuation: 50 %

 

Saison 2021/2022

Heuer Fernandes, Johansson, Mickel, Oppermann, Ambrosius, Bates, Gyamerah, Leibold, Leistner, Muheim, Schonlau, Vagnomann, David, Dudziak, Heyer, Kinsombi, Kittel, Meffert, Reis, Rohr, Suhonen, Glatzel, Jatta, Kaufmann, Meißner, Opoku, Winzheimer

Kader: 26

Bis jetzt

10 Zugänge: Johansson, Schonlau, Muheim, Meißner, Meffert, Rohr, Reis, Suhonen, Glatzel, Kaufmann

11 Abgänge: Ulreich, Terrode, Hunt, Narey, Onana, van Drongelen, Jung, Gjasula, Amaechi, Heil, Dudziak

 

Jede Saison wurde mindestens die Hälfte des Spielerkaders ausgetauscht. Es gaben sich die Klinke in die Hand: Bayernstars, Deutsche Meister, Pokal-, UEFA-/Super-Cup-Sieger, gestandene Erstligarecken, skandinavische Juwelen, Premier-League-Talente, Torkanonen-Jäger, Säulenspieler, Mentalitätsmonster, Muttersöhnchen, Spieler, die Teile ihrer Ablöse selber zahlten (Zwinkersmiley), U17, -18, -19 und -21 Nationalspieler, WM-Teilnehmer, millionenschwere Bankdrücker, undundund.

Eine Hundertschaft an den verschiedensten Spielertypen, jung, alt, national, international, neu, erfahren und meist mit Verträgen ausgestattet, deren Honorare weit über den Leistungen lagen. Und die man zum Abschied entweder verschenken musste oder gezwungen war, sie mit üppigen Abfindungen loszuwerden.

Und dennoch müsste nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit mindestens ein Teil dieser Spieler für den Job geeignet sein. Zumindest theoretisch hätte unter den vielen Blinden auch der ein oder andere Profi sein müssen, der sich nicht verschlechtert, sondern der Leistung zeigt und den Verein nach vorn bringt. Viele konnten auch gar keine Versagenskontinuität reinbringen, da sie schon nach einem Jahr wieder weg waren.

Natürlich sind die Spieler schuld, wenn man 3-Tore-Führungen herschenkt oder sich mit einem 0:5 gegen einen mittelmäßigen Zweitligisten im eigenen Stadion bis auf die Knochen blamiert. Aber um allein den Spielern die Schuld für drei Jahre kontinuierlichen Versagens zu geben, fehlt es den Spielern an Kontinuität. Es waren einfach zu viele unterschiedliche Typen, um so komplett zu versagen. Unter normalen Umständen hätten ein paar von denen positiv einschlagen müssen. Aber selbst diejenigen, denen man es zugetraut hätte, wie Terodde oder Pohjanpalo, haben irgendwann ihren Einbruch gehabt.

 

2.) Die Trainer

Saison 2018/2019: Titz, Wolf, Goebbels, Kilian, Stremlau, Müssig, Capel

Saison 2019/2020: Hecking, Bremser, Schweinsteiger, Rabe, Müssig, Capel

Saison 2020/2021: Thioune, Hrubesch, Polzin, Rabe, Müssig, Capel

Saison 2021/2021: Walter, Hübner, Polzin, Tapalovic, Höh

 

Jede Saison wurden Cheftrainer und Co-Trainer fast komplett gewechselt. Es versuchten sich Fußballrevolutionäre, Laptop-Novizen, alte Erstliga-Hasen, inklusionsversessene Spielerversteher und rauhbeinige Schleifer. Nach der Methode „Aus jedem Dorf ein Köter“ hat der HSV verzweifelt versucht, ein Rezept gegen das Scheitern zu finden. Geholfen hat‘s nix.

Das soll nicht heißen, die Herren Cheftrainer hätten keine Fehler gemacht. Die wurden gemacht und das oft sogar mit System. Der eine hatte ein extrem ausgeprägtes Händchen dafür, ein Spiel mit unverständlichen Einwechselungen zu vercoachen, der andere kannte nur ein System und war dementsprechend leicht auszurechnen für die Gegner. Aber auch hier fällt auf, dass keiner der Trainer länger als ein Jahr, d.h. kontinuierlich für die Mannschaft verantwortlich war. Nur der Misserfolg, der klebt am Verein, als wäre er festgewachsen.

 

3.) Die Vereinsführung

Saison 2018/2019: Boldt, Mutzel, Wettstein, Jansen

Saison 2019/2020: Boldt, Mutzel, Wettstein, Jansen

Saison 2020/2021: Boldt, Mutzel, Wettstein, Jansen

Saison 2021/2021: Boldt, Mutzel, Wettstein, Jansen

 

Nanu, da schau mal einer an: Die einzige Konstante neben dem permanenten Versagen des Vereins sind die Bosse.

Wenn es jedes Jahr 50 bis 75 Prozent Erneuerung in der Mannschaft gibt, kann kontinuierliches Versagen nicht ursächlich an der Gruppe der Spieler liegen.

Wenn es jedes Jahr 100 Prozent Fluktuation auf der Cheftrainer-Position und viele Co-Trainerwechsel gibt, kann kontinuierliches Versagen nicht ursächlich an der Gruppe der Trainer liegen.

Wenn seit drei und mehr Jahren ein und dieselben Gestalten für die sportliche und finanzielle Führung des Vereins verantwortlich sind, bleibt nur eine logische Schlussfolgerung. Verantwortlich für den langjährigen und anhaltenden Misserfolg sind folgende Personen:

 

Jonas Boldt – Vorstand Sport, Medien, Kommunikation und Fankultur, beim HSV seit 2019

Michael Mutzel – Direktor Sport, beim HSV seit 1. April 2019 (kein Scherz)

Frank Wettstein – Vorstand Finanzen, Recht, Personal, Organisation und Infrastruktur, beim HSV seit 2014

Marcel Jansen – seit 2018 Aufsichtsrat, seit 2020 Aufsichtsratsvorsitzender HSV Fußball AG, seit 2020 Präsident HSV e.V., wiedergewählt 2021

 

Also genau die Gruppe, die auf der Mitgliederversammlung des e.V. von der Menge mit Applaus bedacht wurde. Und von denen hinterher in den Zeitungen zu lesen war, wie eindeutig der Wahlerfolg, wie souverän die Reaktion auf einen Zwischenruf und wie zuversichtlich trotz Mega-Umsatzeinbruch der Finanzchef ist.

Und daran merkt man, dass es noch eine vierte Gruppe gibt, die für das kontinuierliche Versagen verantwortlich ist: Fans und Fan-Presse.

Von | 2021-08-19T07:08:01+02:00 17. August 2021|Allgemein|41 Kommentare

41 Comments

  1. Gravesen 17. August 2021 um 07:41 Uhr

    Top!

    Im Übrigen, Herr „abräumer“ – es gibt keinen „Nachbarblog“. Es gibt nur einen HSV-Blog und einen Insolvenzblog, verbrochen von einem opportunistischen, kriechenden und dauerlügenden Hofberichterstatter.

    Ende

  2. Oli 17. August 2021 um 08:24 Uhr

    Moin,Danke für die schöne bzw.auch nicht schöne Auflistung. Sehr tragisch,wenn man nochmal in die Zeitmaschine gesetzt wird. In der Aufzählung fehlt leider Ralf Becker,eigentlich kein Schlechter,der aber Hannes Wolf nicht ausreichend geschützt hatte bzw. in der Rückrunde 2018/19 recht tatenlos war ,und dann durch Mr.Arrogant ersetzt wurde. Was ein Wahnsinn !!
    Grüße aus dem Rheinland

  3. Maq 17. August 2021 um 09:15 Uhr

    Top zusammengefasst, genau das sind die drei Hauptpunkte.

    Es ist wie in mittelständischen Unternehmen oder großen Konzernen, wenn du wie die Trainer die GL jedes Jahr auswechselst, passiert a) ständig neue Kurswechsel und b) die MA gehen entweder weg oder stumpfen ab.

    Das die Fluktuation bringen Spielern so heftig ist hätte ich niemals gedacht, da braucht man kein Einstein zu sein, um zu wissen, dass das nichts wird.

    Man braucht einen festen Stamm und um den baut und ergänzt den einen oder anderen Spieler.

    Und das die einzige Konstanze die mit am wichtigsten schaltet sitzen sagt alles.

    Aber leider ist das in der Politik und vielen Bereichen auch so, keiner hinterfragt mehr, die (falschen) Leute werden beklatscht und abgefeiert und nicht abgefeuert.

    Und mit dem Wahlergebnis und der Beteiligung, ach was soll’s, wer das nicht versteht, dem ist nicht mehr zu helfen.

  4. Demosthenes 17. August 2021 um 10:20 Uhr

    Überschrift aus dem Abendblatt:

    Frederik Brauns Leidenschaft: „Ich bin HSV-positiv“

    Ist der Typ noch zu retten? Einen Wortwitz abzusondern, über den alle HIV-Positive, deren Partner und Angehörige sicher aus vollem Herzen lachen können. Gesund ist das nicht.

  5. torbeneb 17. August 2021 um 10:21 Uhr

    Sehr gute Zusammenfassung und Argumentation. Vor allem, weil ich glaube das die vier Herren dem völlig falschen Ziel hinterher laufen: Dem Wiederaufstieg. Wenn die finanzielle Lage so ist wie beim HSV, dann muss das oberste Ziel doch das vermeiden der Insolvenz sein. Stattdessen geben die „Bosse“ jedes Jahr mehr Geld aus, als sie einnehmen. Ob der Verein erfolgreich ist oder nicht, sollte sich zukünftig auf dem Konto zeigen und nicht auf dem Platz. Doch bei den vier Reitern der Apokalypse sehe ich schwarz. Das wird nichts mehr.

  6. Libero 17. August 2021 um 11:28 Uhr

    Jutta war am Freitag der einzige Spieler im Kader des HSV, der beim letzen und einzigen Sieg des HSV gegen Pauli in der 2. Liga in 2019 dabei war.
    Das sagt doch schon alles über die Konzeptlosigkeit dieses Clubs aus.
    Wenn Helene Fischer einen Song über den HSV schreiben müßte, wäre der Titel sicherlich „Ahnungslos durch die Nacht“

  7. Süd-Fan 17. August 2021 um 11:29 Uhr

    Schöne Zusammenfassung
    Und die Konstante ist so klar – man muss schon sehr blind sein sie nicht zusehen.

  8. MoinMoin 17. August 2021 um 11:56 Uhr

    👍

  9. Vsabi 17. August 2021 um 12:20 Uhr

    DEMO die vierte Gruppe ist ein und dasselbe, zwei Gruppen mit dem gleichen geistigen ( nicht vorhandenen ) NIVEAU. Bestes Beispiel bei dem Zwischenruf eines zahlenden Mitglieds bei der Rede vom Heimschläfer, bei der arroganten Abkanzelung wäre in jeder normalen Mitgliederversammlung der Typ Heimschläfer, niedergebrüllt worden. Bei den verblödeten Anwesenden gab es Applaus. Keine Kritik der sportlichen oder finanziellen Situation seit Jahren incl. der Winzlinge der HH Medien.

  10. Grantler3006 17. August 2021 um 12:26 Uhr

    Die Aufstellung ist zumindest im Jahre 2018/2019 nicht ganz korrekt, aber es zeigt trotzdem das Ansinnen der Zeilen. Das Problem ist der Kopf und das Herz der HSV AG:

    Der Vorstand und der Aufsichtsrat. Warum die Anteilseigner der HSV AG gegen soviel Murks nicht aufbegehren, ist mir ein Rätsel. Vom Herrn Kühne hört man nichts mehr. Der muss doch durchdrehen….

    Das Jansen gewählt wurde, drauf geschissen, die Art und Weise finde ich viel fragwürdiger. Und jetzt bleibt der auch noch im Aufsichtsrat, vermutlich als Vorsteher. Das kann nichts werden.

  11. Gravesen 17. August 2021 um 12:37 Uhr

    Mhuahahahahahahahahaha

    Sky Info: Holstein Kiel angelt sich Lewis Holtby. #skytransfer

    • Süd-Fan 17. August 2021 um 15:48 Uhr

      Gratulieren würde ich Kiel nicht dazu und ich weiß auch nicht ob dies schlau war.
      Was ich aber nicht ausschließen würde: Das der Spieler dort besser funktioniert als beim HSV.
      Gilt auch für Klaus Gjasula, bin gespannt wie er bei Darmstadt „funktioniert“, die erste Karte hat er ja schon bekommen 🙂
      Am Wochenende erfolgt ja der direkte Vergleich an alter Wirkungsstätte.

  12. BesuchausdemSüden 17. August 2021 um 13:00 Uhr

    Nun meldet sich auch Säule Helm-Klaus zu Wort und beschwert sich über den Umgang mit ihm und den Spielern in den sozialen Medien. Bei aller berechtigten Kritik am Spieler selbst stinkt ja bekanntlich der Fisch immer vom Kopfe her. Unter Boldt/Mutzel/Wettstein/Jansen scheint sich St.Ellingen zu einer No-Go Area für Spieler zu entwicklen wo es offenbar von oben kaum bis keine Unterstützung für mental angeschlagene Spieler gibt. Neben dem Mangel an sportlicher Kompetenez scheint es wohl auch eklatante Defizite im Bereich sozialer Intelligenz und Mitarbeiterführung zu geben. Junge Talente werden es sich also bei vergleichbaren Angeboten dreimal überlegen ob sie an die Elbe oder woanders hinwechseln.

  13. Gravesen 17. August 2021 um 13:31 Uhr

    Ich weiß schon, warum ich eine tiefe Abneigung gegen alle Hohlbratzen habe, die ihren Namen mit 1887 „garnieren“

    Olli1887
    16 Minuten zuvor
    Einer der Wenigen, der sich immer mit dem Verein identifiziert hat und ganz sicher hätte helfen können, unterschreibt bei den Kielern….Lewis Holtby!
    Wurde ja bei uns vom Hof gejagt!

    Und ich wundere mich über Jansen-Wähler, Beirat, Boldt-Klatscher? Heilige Mutter Gottes, wie hohl können Menschen sein?

    • Nichtkunde 17. August 2021 um 21:30 Uhr

      Gleiches Kaliber wie die Typen, die immer noch verzückt vom Hamburger Jung [sic] Maxi Beister schwärmen. 🙈

  14. Vsabi 17. August 2021 um 13:53 Uhr

    Dürfen solche Leute eigentlich noch frei rumlaufen, Olli 1887 ein echter HSVer 🤗

  15. atari 17. August 2021 um 14:01 Uhr

    Es gibt ja auch noch andere HSV Blogs und FOREN und ich bin zutiefst erschüttert, was man dort nach dem Spiel gegen St. Pauli überall lesen muss. Es ist entsetzlich.

    • Ex-HSVer+im+Herzen 17. August 2021 um 14:22 Uhr

      Warum liest du dort? 🤷🏻‍♂️ Krank bleibt krank, da helfen keine Pillen

    • Saschas Alte Liebe 17. August 2021 um 21:09 Uhr

      Ach, Du bist doch längst souverän und entspannt mit den gutmeinenden Rautenfans mit ehrlichen Sorgen, oder? Klar, von den Schwachköpfen mal abgesehen.
      😉

  16. Ex-HSVer+im+Herzen 17. August 2021 um 14:21 Uhr

    Es gibt auf der ganzen Welt nur einen „Verein“, der Versager nicht vom Hof schickt: HSV. Und warum? Weil es keinen „Chef“ gibt. Keine Führung = keine positive Zukunft. Das ist überall so. In einer Firma, in einer Familie, bei der Armee, beim Sportverein…. Der große Unterschied besteht darin, dass beim
    HSV nicht reagiert wird. Es ist erschütternd, wie absolut nichts zum Besseren geändert wird seit Jahren. Keine Aktion, die als „gut“ bewertet werden könnte. Fehler reiht sich an Fehler ohne Sanktionen.
    Genau das macht einen ja so wütend. Auch wenn man schon längst keine Emotionen mehr für diesen Verein empfinden.

    • Demosthenes 17. August 2021 um 14:44 Uhr

      Keine Sanktionen ist das Zauberwort. Wenn sich niemand für seine Taten verantworten muss, dann ist der ganze Laden den Vorstandsplünderern hilflos ausgeliefert. Und die wissen nur zu genau: Das Schlimmste, was ihnen passieren kann ist, mit vollgestopfter Brieftasche in Arbeitsfreizeit geschickt zu werden. Didi hat es ja allen vorgemacht und so mancher Hüpfer hält den Totengräber der Vereinsfinanzen heute noch für einen Zauberschlumpf.

      Auch wird spannend, welchen Futtertrog sich Präsident „Ehrenamt“ Pinselreiniger bauen läßt. Gut besoldeter Nebenerwerbs-Geschäftsführer einer der Betriebs-GmbHs oder einer kommenden KG auf Aktien?

      • jandpunkt 17. August 2021 um 16:14 Uhr

        Die aktuelle Situation ist für den Sacksalber wie gemalt. Der Trainer wird schon stark angezählt und wenn der jetzt sehr früh wieder gehen muss, dürfte zumindest Boldt das auch nicht überleben. Dann ist die Bahn frei für den neuen Kalifen im Reiche des Klaumi…

  17. Ex-HSVer+im+Herzen 17. August 2021 um 14:31 Uhr

    https://m.bild.de/sport/fussball/fussball/bundesliga-fan-umfrage-der-meistgehasste-klub-deutschlands-77407124.bildMobile.html

    Kann mir bitte einer erklären, warum der HSV der viertbeliebteste Verein ist? Das ist jetzt eine ehrliche Frage. Solange die Umfrage nicht unter der Altersgruppe 60+ gemacht wurde, kann ich das nicht nachvollziehen. 🤷🏻‍♂️

    • Rudi 17. August 2021 um 15:57 Uhr

      Ich versuche mich mal an einem Erklärungsversuch: Erstens: Die Umfrage war nicht repräsentativ. Wenn ein hoher Anteil Hohlhüpfer geklickt hat, dann kann das schon mal so ausgehen. Zweitens: Mit einer Mitgliederzahl von über 80.000 ist da ein großes Klickpotential vorhanden. Die wenigsten dieser 80.000 interessieren sich für Vereinspolitik und nur ein Bruchteil liest diesen Blog.
      Interessant finde ich, dass der HSV bei den meist gehassten Vereinen nicht (mehr) in der Spitzengruppe auftaucht. Er ist außerhalb Hamburgs einfach egal geworden. Ich glaube zu Zeiten als der HSV noch in der ersten Liga spielte und von Kühne mit Geld zu geschissen wurde war das Hasspotential deutlich größer.

  18. Bidriovo 17. August 2021 um 14:32 Uhr

    Wenn man der Presse so viele neue Spieler ständig präsentiert, dann haben die gar keine Zeit und Platz mehr, um sich Gedanken über die Führung zu machen. Geschickter Plan, hier für reichlich Ablenkungsmanöver zu sorgen.

    Generell ist das Kind HSV vor den letzten 3 Jahren schon lange in den Brunnen gefallen. Die nun handelnden Protagonisten halten den Sturz nicht auf/beschleunigen ihn noch(?), aber sie haben auch schon einen verkorksten Verein vorgefunden. Hier müsste man meines Erachtens ca. 10 Jahre zurückgehen, um die Schuldigen ausfindig zu machen, die es geschafft haben, den HSV, als er noch International gespielt hat, binnen kürzester Zeit in die tiefsten Abstiegsregionen und weiter zu führen. Aber wenn ich mich da allein an den 12er Aufsichtsrat erinnere, aus dem nichts nach außen getreten ist…, erübrigt sich diese Fragestellung auch schon wieder.

    • Saschas Alte Liebe 17. August 2021 um 21:17 Uhr

      Mindestens 12 Jahre. In tiefer verortet zu findenden Problemen des grundsätzlichen Selbstverständnisses und der verlogenen Identität vom per se „ruhmreichen großen Verein“ usw. reicht die faulende Wurzel eher mal 30+ Jahre zurück.

  19. Ralf Schulz 17. August 2021 um 15:07 Uhr

    Super Zusammenfassung, man kann das ganze Dilemma nicht besser in Worte fassen. In diesem Verein hocken die allergrößten Luschen in den Vorstandsbüros, es wird keinerlei Leistungsgedanke vorgelebt und kann daher auch nicht eingefordert werden, folgerichtig lässt die Leistung und v.a. auch das Engagement der Angestellten immer mehr nach. Es ist so wie im normalen Leben auch, nur dort gehen all die Firmen die so geführt werden viel, viel schneller bankrott, in HH hilft notfalls noch der Senat die Zeitspanne bis zur Insolvenz etwas zu verlängern.
    Von Fans welche am Tag des erstmaligen Bundesliga-Abstieges noch mit Standing-Ovations die Mannschaft beklatschen(für mich die absolute Bankrotterklärung dieser Gruppierung) und der „Fähnchen im Wind-Presse“ brauchen wir bei dem Verein doch gar nicht zu sprechen, mindestens auf dem selben miserablen Niveau wie die Vorstandsetage!!!!!!

  20. Micha 17. August 2021 um 15:46 Uhr

    Hohe Fluktuation des Spieler-Personals = schnelles Geldverdienen mit Provisionen und Kickback-Zahlungen sowie hohe Korruption.

  21. Demosthenes 17. August 2021 um 17:11 Uhr

    Hahaha, schöne clickbait-Headline bei n-tv:

    „Ex-Mittelfeld-Ass rechnet mit HSV-Zeit ab“

    Die Rede ist von: Trommelwirbel,Tusch,…. Kappen-Klaus Gisela.
    Mittelfeld-Ass, mein Fresse!

  22. Goldfather 17. August 2021 um 18:42 Uhr

    Boldt, Mutzel, Jansen sind leider auch nur temporäre Ausprägungen jahrzehntealter Inkompetenz in der Clubführung des HSV. Spitzenpersonal für einen außerordentlich anspruchsvollen Job zu bekommen ist seit jeher schwierig. Der erfolgreiche Verkauf von Eiercreme oder das ertragreiche Stapeln von Containern ist im Vergleich zu den Anforderungen im Spitzenfußball trivial zu nennen und dennoch weit davon entfernt ein Selbstläufer zu sein.
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    In diesem Zusammenhang ist der Führungswechsel an der Spitze des FC Bayern beachtenswert, zeigt er doch, dass die Aufsichtsräte und Beiräte des FC Bayern eindeutig auf fußballerische Kompetenz setzen und für wirtschaftliche Fragestellungen Profis aus der ersten Reihe dazu kommen.
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    Die Bayern haben verstanden, dass ihr Kerngeschäft erfolgreicher Fußball ist und es deswegen keinen Sinn macht auf ehemalige Amateure und Mitläufer zu setzen.
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    Josefine Mutzelbacher (Karlsruher SC, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt) erblickte die Welt in Memmingen und hat im defensiven Mittelfeld 92 Spiele in der ersten Bundesliga bestritten und kommt auf genau ein TOR (1). In der zweiten Liga hingegen machte Mutzelbacher 4 Tore, in ebenfalls 92 Spielen.
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    Im Gegensatz zum HSV kann sich Mutzelbacher Deutscher Zweitligameister nennen.
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    Heimschläfer Boldt hingegen lief laut Wiki als Torwart für folgende Clubs auf: FC Victoria Bammental, SC Gaiberg, SV Waldhilsbach. Boldt ist ein klassischer Betriebswirt der nie selbst auf höchstem Niveau gespielt hat.
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    Natürlich haben Leute wie Rangnick, Nagelsmann, Heidel, Lembke gezeigt, dass man auch als ehemaliger Amateur im Profigeschäft erfolgreich sein kann. Doch sollte ein Club, wie der HSV, darauf vertrauen? Wäre es nicht klüger gewesen nur ehemalige Amateure zu holen die bereits nachweislich in verantwortlicher Position erfolgreich auf höchstem Niveau gearbeitet haben?
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    Der einzige Ex-Profi in der Clubführung des HSV der auf höchstem Niveau gespielt hat ist Le Coq Rock Eiercremer Jansen. Doch schaut man sich den Track Record Jansens im Bereich der Verletzungshistorie auf Transfermarkt.de an und addiert die Zahlen, kommt Jansen innerhalb von sieben Jahren (2008 – 2015) auf insgesamt 2,5 Jahre Krankenstand.
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    Für mich sieht das eher nach einer ganz persönlichen Belastungssteuerung aus, die er, entweder aufgrund chronischer Probleme beispielsweise im Gelenkbereich oder der Muskulatur, konsequent gefahren hat, um seinen Profivertrag weiter laufen lassen zu können. Oder er hat sich bereits während seiner Profizeit wesentlich stärker um unternehmerische Fragestellungen gekümmert und einfach zwei Karrieren parallel gefahren.
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    Wie auch immer, Marcell Jansen ist nicht mit Oliver Kahn oder Hasan Salihamidzic zu vergleichen, die beide für gnadenlosen Einsatzwillen, Fokussierung und Siegeswillen stehen. Marcell Jansen steht für Selbstoptimierung ohne all die Attribute die einen Champion ausmachen. Uli Hoeneß wäre niemals auf die Idee gekommen Marcell Jansen, der sich laut Wiki ein selbtverfasstes Gedicht auf die Hüfte tätowieren ließ, zu seinem Nachfolger zu benennen.
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    Der FC Bayern München greift beim Personal immer ins höchste Regal, während man in Hamburg beim HSV überhaupt nicht weiß, dass es so etwas wie Regale gibt.
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    Und dazu passend der Blick auf die Hamburger Legende Uwe Seeler, der zwar ein Weltklassestürmer war, aber niemals hätte Präsident werden dürfen. Und zwar genauso wenig wie die Bayern Gerd Müller zum Präsidenten gemacht hätten.
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    Gerd Müller hat nach seiner Zeit als Profi und den für ihn schwierigen Jahren danach als Co-Trainer im Nachwuchs bei den Bayern zusammen mit Hermann Gerland gearbeitet und ich bin mir sicher, dass Spieler wie Schweinsteiger, Müller und Lahm enorm von ihm profitiert haben. Der Lohn war die totale Dominanz der Bayern in der Liga und der WM-Titel 2014.
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    Uwe Seeler hätte in Hamburg nach seiner Karriere als Profi als Jugendtrainer auf den Platz gehört. Möglicherweise als Trainer für die Stürmer des Nachwuchsbereiches und der Profiabteilung. Ebenso wäre es klug gewesen ihn beim Scouting mit einzubeziehen.
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    Danach hätte der Stab in diesem Bereich direkt an Horst Hrubesch übergeben werden müssen. Die Jahre die Hrubesch in der Ausbildung gefehlt hat wird der Club nie wieder aufholen.
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    Das Kerngeschäft von dem alles abhängt für den HSV heißt Fußball und nicht Eiercreme…