Die Götterdämmerungs-PK

In der Pressekonferenz vor dem Aue-Spiel gab es wieder das übliche Frage-Anwort-Spielchen zwischen Medienvertretern und Chefcoach. Dümmlich, uninteressant, null informativ.

Aber dann kam er: Simon Braasch, Redakteur bei der Mopo. Ein strahlender Stern am Hamburger Medienhimmel, ein leuchtendes Vorbild für alle Nachwuchsjournalisten, ein Reporter, der Licht in die Dinge bringt und Sachverhalte erhellt.

Zusätzlich sammelte Simon heute auch noch Fleißkärtchen: Nicht eine, nicht zwei, nein, ganze drei mal meldete er sich mit seinen Fragen zu Wort. Hier sein optisch voll überzeugender Auftritt in der PK:

 

PK-Minute 01:45 – Was macht Aua in Aue?

 

PK-Minute 04:02 – Tommy Doyle: Did he stay or did he go?

 

PK-Minute 07:30 – Wettanbieter und Fußball, eine seriöse Sache.

 

Mann oder Mysterium? Deep Throat Braasch, ein Woodward von der Waterkant. Ein Reporter, so investigativ und geheimnisvoll, dass sein Gesicht im Dunkeln verborgen bleibt. Dazu diese dramatisch zitternde Handkamera, was für ein gelungener Auftritt.

Jetzt mal ernsthaft: Dreimal in die PK eingeblendet und keiner sagt es ihm. Und er selber merkt auch nix. Sauber. Ist ja nicht so, dass die Pressekonferenzen öffentlich zu sehen sind auf YouTube oder hsv.de oder so. Das macht was mit einem, wenn man solche Medienprofis hinter sich weiß, was Herr Walter?

Für alle, die noch nicht genug haben, hier der link zur Gesamt-PK: https://www.youtube.com/watch?v=H25LZuaaq5A

 

Bonus Track: Es waren nicht nur Journalisten unter den Fragestellern, auch der ein oder andere Blogger durfte ran.

 

Gut, dass das mal gefragt wurde.

Von | 2021-09-30T20:20:22+02:00 30. September 2021|Allgemein|27 Kommentare

27 Comments

  1. Gravesen 29. September 2021 um 17:53 Uhr

    Ich finde, die ergänzen sich alle wunderbar. Die Medienkasper sind das untere Ende der journalistischen Nahrungskette und Walter ist ein unendlicher Unsympath.

  2. jusufi 30. September 2021 um 08:21 Uhr

    Wie peinlich sie bemüht sind, dem Interviewten zu beweisen, dass sie auch etwas von Fußball verstehen und daran scheitern; nicht zu verwechseln mit über Fußball etwas zu wissen. Wissen kann angelernt werden, das Verständnis liegt tiefer verborgen.

  3. Dirk 30. September 2021 um 08:42 Uhr

    Die PKs sind wirklich eine Farce. Ist das bei anderen Vereinen auch so dümmlich und langweilig? Die einzige Frage die noch einen gewissen Unterhaltungswert hatte (Welchen Topstar würden Sie verpflichten?), hat TW so langweilig beantwortet das ich mich fremd geschämt habe. (meine Frau). Gruselig.

    Die sind Lichtjahre vom Arbeitsmodus entfernt.

    • Demosthenes 30. September 2021 um 08:59 Uhr

      Bemerkenswert, das Geplänkel.
      Walter: „Die könntest Du nicht bezahlen“. Antwort: „Typisches HSV-Problem.“
      Allgemeines Gelächter, klar, 100 Mio Schulden sind ein Witz, solange die eigene Kohle kommt.

      • Dirk 30. September 2021 um 15:44 Uhr

        Der hätte noch einfach antworten können, wir wollten Messi holen und das hat wegen Corona nicht geklappt.

        Ausser den Medienprofis hätte das jeder als Witz verstanden. (ich sehe schon die Schlagzeilen vor mir)

        • Demosthenes 30. September 2021 um 16:42 Uhr

          Walter hat statt Messi seine Frau angeboten, auch nicht ohne. Zwinkersmiley, aber kein Clownsgesicht!

  4. Kevin allein in Hamburg 30. September 2021 um 08:42 Uhr

    Das Gesicht von dem „BLOGGER“ im letzten Video ist grausam anzusehen.
    Man kann im Leben sicherlich mal Fehler machen.
    Wenn man auf die Nase fällt, dann steht man halt wieder auf.
    Aber mittlerweile habe ich mit so etwas kein Mitleid mehr.

  5. BesuchausdemSüden 30. September 2021 um 08:52 Uhr

    Auf die Medienbranche und insbesondere auf den klassischen Sportjournalismus werden harte Zeiten zukommen. Junge Menschen sind nicht mehr bereit für derartigen Journalismus auch nur einen Cent zu bezahlen. In Zeiten wo selbst ein 16 Jähriger ohne klassische Presseausbildung einen eigenen Taktik- bzw Fussballblog schreiben kann werden die alten Medien schlichtweg überflüssig. Zudem ist das alte Informationsmonopol wie zB, “ ich telefoniere täglich mit dem Trainer und weiß alles deswegen vorher “ , durch das Internet längst gebrochen. Insolvente unkritische Hofberichtsblogger werden ebenfalls von der Bildfläche verschwinden genauso wie eben die klassisch „ausgebildete“ Zunft. Eine Zukunft in der Branche haben nur diejenigen, welche entweder bei den staatlichen Medien oder bei den Rechteinhabern der Live-Sender (SKY, DAZN etc ) noch einen Job ergattert haben. Der Rest wird sich auf unruhige Zeiten einstellen müssen. Die Kündigungswelle in den großen Verlagshäusern wird genauso schnell und einfach verlaufen wie das Kündigen durch den Kunden von Pay-TV oder Zeitungsabos im Internet. Die ganze Branche befindet sich im Spätherbst ihres Schaffens und der Winter wird eisig und kalt.

    • Kevin allein in Hamburg 30. September 2021 um 09:04 Uhr

      Da stimme ich zu.
      Der Herbst hat schon begonnen.

  6. Dirk 30. September 2021 um 09:43 Uhr

    Es gibt mittlerweile KI Bots die Artikel schreiben. Das wird technisch die nächsten Jahre eher nicht schlechter…

    • Gravesen 30. September 2021 um 10:02 Uhr

      Es gibt sogar Journalisten-Simulanten und Blogger-Darsteller, die berichten von Trainingseinheiten, obwohl sie seit Monaten nicht mehr vor Ort waren. Was ist jetzt schlimmer?

      • Demosthenes 30. September 2021 um 11:47 Uhr

        Und auch nicht mehr im Stadion bei Heimspielen.

      • Dirk 30. September 2021 um 11:59 Uhr

        Aber was macht der Typ dann den ganzen Tag? Er muss doch irgendwie seine Familie ernähren?

  7. hekto 30. September 2021 um 12:04 Uhr

    Behauptete er nicht beim letzten im Stadion gewesen zu sein?

  8. Sarah Fröhlich 30. September 2021 um 12:07 Uhr

    Das nenne ich mal ein gelungenes Interview. Da war sofort begeistert, als ich es gerade eben gelesen habe.

  9. Goldfather 30. September 2021 um 13:00 Uhr

    KI Bots könnten ohne Probleme eine PK mit dem jeweiligen Trainer abhalten, wenn sie vorher mit ein paar aktuellen Daten gefüttert würden.
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    Allerdings macht es doch gerade das regelmäßige journalistische Versagen und Scheitern auf vielfältigste Art und Weise so unterhaltsam für die meisten Zuschauer. Und es soll mir doch bitte keiner erzählen, dass er sich die PK reinzieht, weil er auf irgendeinen weitreichenden Erkenntnisgewinn hofft.
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    Viel interessanter als die Frage ob eine KI eine PK durchführen könnte, wäre für mich die Frage, ob eine KI in der Lage wäre ein Spitzenteam zu trainieren. Ich bin mir sicher, dass wir in den USA irgendwann innerhalb der nächsten zehn Jahre so eine Entwicklung sehen werden. Derzeit findet die schnellste Entwicklung der KI im wesentlichen in Bereichen statt die direkt Geld verdienen mit einem Informationsvorsprung, also der Finanzindustrie und natürlich im militärischen Bereich.
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    Von dort ausgehend wird es Entwicklungen geben die zunächst den Transfermarkt beeinflussen bis weit hinunter in den Amateurbereich. Danach werden sich dann Fragen an die Leistungsdiagnostik im Profibereich anschließen bis hin zu taktischen und auch psychologischen Erwägungen. In letzter Konsequenz entscheidet auf lange Sicht natürlich immer noch ein Mensch, aber dieser Mensch wird sich immer stärker auf das stützen was ihm die künstliche Intelligenz vorgibt.
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    Eine KI ist übrigens nicht mit einem Laptop und ein paar Analysedateien zu verwechseln. Wie gut diese Systeme mittlerweile sind kann man bei Sportwettenabietern beobachten denen es immer besser gelingt ihre wirtschaftlichen Interessen zu wahren.
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    Bezugnehmend auf die im gestrigen Blog gezeigten Videos von Alex würde ich davon ausgehen, dass eine KI eher wie Tim Walter trainieren lassen würde. Also strukturierter mit klaren Raumaufteilungen auf dem Platz. Allerdings würde eine KI sehr schnell anmerken, dass sowohl die Flanken als auch die Torabschlüsse nicht den Qualitätsanforderungen eines Profis genügen.
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    Im weiteren Verlauf würde eine KI sich auf dem Transfermarkt nach Spielern umschauen die in das wirtschaftliche Gefüge passen und höhere Präzisionswerte im Passspiel und beim Torabschluss aufweisen. Dafür gibt es bereits massenhaft Datenbanken, da kein Bundesligaprofi auch nur einen einzigen Schritt auf dem Platz machen kann ohne das dieser automatisch vermessen und einsortiert wird.
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    Und genau das macht es für wirtschaftlich kaputte Clubs wie den HSV so schwer einen Vorteil auf dem Transfermarkt zu erringen, so dass eigentlich nur der Weg über die Ausbildung junger Spieler bleibt. Und dabei geht es um die Qualität der Trainer im Club und um die Qualität der Ausbildung.
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    Walter macht für mich mit seiner strukturierten Form des Trainings einen besseren Eindruck als Thioune, aber er scheint genauso wenig auf die mangelhafte technische Umsetzung Bezug zu nehmen. Und das führt leider dazu, dass die Spieler sich nicht verbessern. Doch genau so einen Trainer benötigt der HSV so dringend wie nichts anderes.
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    Ich empfehle dem interessierten Fußballkenner sich in diesen Wochen einmal das Drama rund um den FC Barcelona anzuschauen. Barca ist wirtschaftlich, nach dem das gesamte Clubvermögen an Lionel Messi überwiesen wurde, ebenfalls am Ende und hat mit Koeman einen Trainer der von vielen Leuten dort kritisch gesehen wird. Doch wie auch immer die Personalie Koeman in Barcelona am Ende ausgehen wird, gehe ich davon aus, dass Barcelona über die Qualität seiner Fußballschule wieder zurück in die Spur finden wird.
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    In Barcelona weiß man, das die Grundlage des Spiels und des Clubs die Qualität der Ausbildung junger Spieler ist. Das kann zwei Jahre oder vielleicht sogar vier Jahre dauern, aber in letzter Konsequenz wird es nicht der Transfermarkt sein der Barca zurückbringt, sondern die Qualität der Trainer und Betreuer aus dem Jugendbereich und das dazugehörige Verständnis des Cheftrainers.
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  10. Alex 30. September 2021 um 13:35 Uhr

    Als seriöse Medienvertreter müssten die Herrschaften spätestens seit Corona den Umgang mit Telkos über Teams oder Zoom beherrschen. Und lange vorher gab es auch schon Produkte wie Cisco WebEx, die professionelle Videokonferenzen ermöglicht haben. Unfassbar, dass man als Journalist dabei so dilettantisch auftritt. Und noch unbegreiflicher, dass die verantwortlichen Chefredakteure ihren Mitarbeitern so ein Auftreten durchgehen lassen. Im übrigen würde ein hinreichend qualifizierter Pressesprecher eines professionell geführten Fußballklubs solche Gesprächspartner in einer Pressekonferenz, die auch noch live gestreamt wird, gar nicht zulassen. Und falls sich so etwas wiederholen sollte, würde ja umgehend der zuständige Mediendirektor (tüt-tüt) eingreifen. Und dann der Sportvorstand. Und dann der Vorstandsvorsitzende.🤭 Die Pressekonferenzen des HSV sind seit Jahren kaum zu ertragen und wie so vieles zum Fremdschämen und somit absolut bezeichnend für einen auf allen Ebenen gescheiterten Verein.

    • atari 30. September 2021 um 14:32 Uhr

      wenn man bedenkt wie viele Jahre in den Büro’s und Firmen Konferenzen mit WebEx oder anderen Tools von den Mitarbeitern schon Jahre vor Corona täglich eingesetzt werden dann ist es doch auch wieder ein Beleg dafür, dass unsere Sportjournalisten auch auf dem anderen Planeten leben über den sie berichten. Die Kluft könnte nicht größer sein. Ich schaue auch oft PK’s des Gegners und stelle immer wieder fest, dass die getstellten Fragen in Hamburg ohne fachliche Substanz, nur langweilig und unwichtig sind. Der Letzte, der hier damit gut umgehen konnte und immer schön für Gelächter gesorgt hat war Huub Stevens.

    • Dirk 30. September 2021 um 15:53 Uhr

      Da bin ich komplett bei dir. Lustig war es im letzten Jahr, Peak bei Corona und Jens Spahn macht eine Webex mit dutzenden Medienvertretern. Bei Erstellen der Session haben sie vergessen die Beitrittstöne zu deaktivieren (für die, die es nicht wissen: es piept wenn ja jemand kommt und wenn jemand geht, bei vielen Teilnehmern fast durchgehend)

      Ich habe mich echt schlapp gelacht.

      Des Weiteren hasse ich die Begriffe Schaltkonferenz, Telefonschaltkonferenz oder einfach nur Schalte. Solche Begriffe verwenden nur Journalisten und Politiker, komplett rückwärtsgewandt. Niemand, wirklich niemand redet so.

    • Demosthenes 30. September 2021 um 16:43 Uhr

      Aber der Simon wohnt nett im Grünen. Mit Streifentapete. Hat auch nicht jeder.

  11. hekto 30. September 2021 um 14:33 Uhr

    Münchhausens Pupillen… was ist da im Körper drin? Grausam

    • Kevin allein in Hamburg 30. September 2021 um 14:57 Uhr

      😎😎😎😎

    • Demosthenes 30. September 2021 um 16:43 Uhr

      Gelenkkapseln.
      Aber nicht von Orthomol.

  12. atari 30. September 2021 um 14:37 Uhr

    Ihr bewegt einen ja immer wieder dazu mal in den Insolvenzblog zu schauen. Ich bin tief erschüttert. Das ist ja eine Ruine. Wie kann man diesem Schwachsinn noch folgen? Klar, DSDS wird auch noch geschaut, sogar Verona hat noch Fans, nur Naddel will keiner mehr sehen. Also ein Aushängeschild für den HSV ist der Insolvenzblog nicht, oder doch?

    • Kevin allein in Hamburg 30. September 2021 um 14:55 Uhr

      Natürlich ist es ein Aushängeschild, wenn man die Augenlider von Münchhausen betrachtet wie diese hängen…..😎😎
      Nüchtern betrachtet ist da etwas nicht in Ordnung…😎

  13. hekto 30. September 2021 um 15:10 Uhr

    Bayern startete damals eine Rettungsaktion für St. Pauli, sollte man von hier aus etwas wagen?
    Spendaktion zu seinen Gunsten?

  14. Dirk 30. September 2021 um 16:01 Uhr

    Habe eben erst die Videos in dem Blog von gestern gesehen, beim ersten musste ich echt lachen, beim „Individualtraining“ hatte ich Mitleid….

    Wenn man das so sieht, wundert es mich, das die überhaupt was gewinnen. Es scheint ja irgendwie zu funktionieren.

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