Blendgranaten – Die Saga von den Nachwuchs-Juwelen

Seit Jahren sondern beim HSV die üblichen Verdächtigen ihre immer gleichen Wundergeschichten zu den „Nachwuchstalenten“ ab. Wenn es nach den jeweiligen Trainern, Vorständen und Direktoren, aber auch nach BILD, Mopo, Auftragsblatt und NDR geht, dann ist der HSV eine wahre Brutstätte von Nachwuchstalenten, in der es von neuen Uwes und Mannis nur so wimmelt. Dafür investierte der Verein Millionen und Abermillionen in Campus und Nachwuchsleistungszentrum NLZ. Und die Saga geht auch heute, unter Boldt und Mutzel, ungebrochen weiter. Denn die Entwicklung der „Jung-Juwelen“ soll nicht nur sportlichen Erfolg und Wiederaufstieg bringen, sondern auch den finanziell schwer angeschlagenen Verein über kurz oder lang sanieren. Eine Mär, die gutgläubige Fans wie jeden Furz des Vereins voll auf Lunge nehmen. Aber welches NLZ-Talent hat sich wirklich sportlich erfolgreich entwickelt? Und welches Juwel hat jemals einen nennenswerten Beitrag zur Entschuldung des Vereins geleistet?

 

Die Mutter aller Blendgranaten: Jann-Fiete Arp

Die Wiedergeburt von Uns Uwe. Der Jesus vom Volkspark. Heilsbringer und Retter des HSV. Das vielversprechendste Talent, das der HSV je hervorgebracht hat und das den Verein endlich erlösen und ins gelobte Land des internationalen Fußballs zurückbringen würde. So damals der allgemeine Tenor. Ausgezeichnet mit der U17-Fritz-Walter-Medaille in Gold. Der jüngste Torschütze des HSV in der Bundesliga-Historie und der erste Bundesliga-Torschütze, der nach 2000 geboren wurde.

So sah das damals die Presse:

“HSV-Juwel Fiete Arp – Wer ist dieser Tor-Teenie?” (Mopo)

“Super-Fiete: Der HSV will sofort verlängern” (BILD)

“Uns Fiete: Der schweigsame Hoffnungsträger” (Abendblatt)

“Ibrakadabra? Ab jetzt heißt es Aprakadabra” (Abendblatt)

“Manch einen erinnerte die Kaltschnäuzigkeit gar an Zlatan Ibrahimovic.” (Abendblatt)

“Arp jagt Pulisic und Werner” (Abendblatt)

Nach weiterem medialen Getöse wechselte die Hamburger Nachwuchshoffnung zur Saison 19/20 für eine Millionenablöse und ein Millionengehalt zu den Bayern. Es folgte: Der totale Absturz. In München zeigte der Weg des armen, reichen Jungen nur in eine Richtung: Steil nach unten. Erstes Pflichtspiel mit der zweiten Mannschaft in Liga 3. Dann Verletzungspech. Arp stand einmal im Bayern-BuLi-Kader, allerdings ohne Einsatz. Aus dem CL-Kader wurde er gestrichen. Schließlich war auch in der Drittligamannschaft nur noch Reservist. Flick sagte Oktober 2020 über Arp: „Sein Zuhause ist aktuell die U21“. Dort setzte sich der Abwärtstrend fort. Arp musste sich mit der Joker-Rolle begnügen und wurde am letzten Spieltag, als es um den Klassenerhalt ging, nicht mal mehr für den Kader berücksichtigt. Schlussendlich stieg er mit der Mannschaft in die Regionalliga ab. Fazit: Himmelhoch gehypt, megatief abgestürzt, vom Juwel ist nichts geblieben außer Scherben.

Höchster Marktwert: 7,5 Mio (2018). Aktueller Marktwert: 700.000.

Heute ist Fiete an Kiel ausgeliehen und spielt immerhin Zweite Liga, wenn auch mit sehr durchwachsenem Erfolg.

 

Tatsuya Ito

Diese denkwürdige Karriere begann 2015 im NLZ. Der „HSV-Wirbelwind“ und „Zauberzwerg“ (mopo) spielte erst A-Junioren Bundesliga, dann Regionalliga Nord und stieß schließlich zur Saison 17/18 zu den Profis. Dabei halfen ihm die zahlreichen Verletzungsausfälle in Gisdols Team. Sein BuLi-Debüt war die 0:3-Niederlage gegen Bayer Leverkusen. Hollerbach ignorierte ihn dann fast komplett, Titz wiederum gab ihm regelmäßige Einsätze. Seine anfangs guten Leistungen ließen nach, so dass Hecking ihn die zweite Mannschaft zurückstufte. Im August wechselte Ito zum belgischen Erstligisten VV St. Truiden, wo er hauptsächlich als Einwechselspieler zum Zug kommt. St. Truiden ist aktuell 12ter der Liga. Ito hatte in dieser Saison verletzungsbedingt nur zwei Einsätze: 6 und 7 Minuten lang.

Höchster Marktwert: 2 Mio (2018). Aktueller Marktwert:  300.000. 

Kai-Uwe Hesse titelte am 8.4.18 in BILD:

Der Teufelsdribbler – HSV feiert Lionel Ito

Trotz schönstem Frühlingswetter fegte ein „Wirbelsturm“ durch den Volkspark. Flügelfloh Tatsuya Ito dribbelte den Schalkern immer wieder Knoten in die Beine. Lewis Holtby anerkennend: „Er hat Daniel Caligiuri schwindlig gespielt.“ Den Ritterschlag erhielt der kleine Japaner (1,63 Meter) von Rick van Drongelen. Der Innenverteidiger in Anlehnung an Barcelonas Super-Star Lionel Messi: „Man sollte ihn ab jetzt Lionel Ito nennen.” In der Halbzeit pushte Rick seinen formstarken Mitspieler (BILD-Note 1) mit folgenden Worten: „Die Schalker haben Angst vor dir!“ Tatsuya hielt bei seinem 15. Einsatz übrigens erstmals 90 Minuten durch.

„Tag 24“ titelte im März diesen Jahres:

„Eine Karriere im freien Fall“.

Am köstlichsten finde ich dabei den letzten Satz der BILD.

 

Stefan Ambrosius

Eine kurze Presseschau:

“Dieser Top-Klub will HSV-Star Ambrosius – Celtic Glasgow holte 51 Meistertitel” BILD

“HSV-Verteidiger gefragt – Leeds-Gerüchte um Ambrosius” BILD

Ambrosius wechselte 2012 von St. Pauli zum HSV ins NLZ, durchlief alle Jugendmannschaften und schaffte den Sprung zu den Profis Anfang 2018 unter Hollerbach, spielte aber nicht. Sein Bundesligadebüt war März 2018 unter Titz. Nach dem Abstieg wurde er vierter etatmäßiger Innenverteidiger und kam weder unter Titz noch unter Wolf zu einem Zweitligaeinsatz. Hecking versetzte ihn sogar wieder in die zweite Mannschaft. Erst unter Thioune wurde er zum Stammspieler. Zog sich im April dieses Jahres im Training seinen zweiten Kreuzbandriss zu und fällt seitdem aus. 

Aktueller Marktwert: 1,8 Mio. Alter: 22.

Wann er wieder mitspielen kann? Das steht in den Sternen.

 

Josha Vagnoman

Auch Vagnoman kann sich über die Presse nicht beschweren:

„HSV-Juwel lehnt Millionen-Offerte aus England ab“ sport1.de

„Engländer und Italiener locken HSV-Vagnoman“ BILD

„Der BVB schielt auf HSV-Talent Josha Vagnoman“ 4-4-2.com

Der Poppenbütteler kam 2010 ins NLZ. Er ging dort den üblichen Weg, der 2018 in Hollerbachs Profi-Kader endete. Sein Bundesliga-Debüt war die 6:0-Niederlage des HSV gegen Bayern München. Unter Titz kam er nicht zum Einsatz, unter Wolf vor allem in der Rückrunde. Hecking machte ihn zum Reservisten und erst als sich Gyamerah das Wadenbein brach, zog Vagnomann in die Stammelf ein. Dort verblieb er dann auch unter Daniel Thioune. Auch er blieb von massiven Verletzungen (u.a. Innenband, Fußwurzelknochen-Bruch, Außenbandriss, Bänderriss Sprunggelenk) nicht verschont. U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz attestierte ihm nach dem Viertelfinale gegen Dänemark sogar einen „Ganzkörperkrampf“. In die aktuelle Saison startete Josha mit einem Muskelfaserriss und später einem Muskelsehnenriss. Insgesamt absolvierte er nur 14 Minuten in dieser Saison, ausgerechnet im verlorenen Derby gegen St. Pauli. Er hat schon ein Händchen für sowas.

Aktueller Marktwert: 4 Mio. Alter: 22.

Damit ist der Poppenbütteler Patient der zweitwertvollste Spieler im Kader. Wann er wieder einsteigen kann? Keiner weiß es!

 

Finn Porath

Seit 2010 im NLZ entwickelt durchlief Finn alle Jugendmannschaften des HSV. In der Saison 15/16 rückte er unter Bruno Labbadia in den Profikader auf. Mit gerade mal 18 Jahren. Dann ereilte auch ihn das Verletzungspech und er fiel monatelag aus. August 2017 wechselte er auf Leihbasis für 2 Jahre zum Drittligisten SpVgg Unterhaching. Dort wurde er von den HSV-Vereinsverantwortlichen dann vergessen. Erst Dieter Hecking teilte ihm als neuer Trainer mit, dass man nicht mit ihm planen würde. Daraufhin wechselte Porath zur Saison 19/20 zu den Störchen nach Kiel und kam in seiner ersten Kieler Spielzeit auf 19 Zweitligaeinsätze.

Aktueller Marktwert: 500.000. Alter: 24. Entwicklung: Abgeschlossen.

 

Ich könnte jetzt ewig so weitermachen und über Spieler wie Heil, Opoku, Knost, Kwarteng, Pfeiffer, Drawz, Behrens, Köhlert und andere schreiben, aber es kommt nichts anderes oder gar besseres dabei raus.

Lediglich zwei Spieler des NLZ sind heute international erfolgreiche Fußballer und spielen in Erstliga-Vereinen: Tah bei Bayer und Son bei Tottenham. Zur Wahrheit gehört dabei aber auch: wirklich entwickelt haben sich diese Spieler erst bei ihren neuen Vereinen. Unfähige Trainer und Sportvorstände des HSV haben das Potential beider nicht erkannt und statt sie zu fördern wurden sie ignoriert und viel zu günstig abgegeben.

Aktuell ist wieder die Parole von der Jugend und Entwicklungsmannschaft ausgegeben. Namen wie Suhonen, David, Alidou fallen im Sekundentakt. Dabei erfahren sie denselben Hype und dieselbe Fehleinschätzung seitens Fans und Medien wie viele andere vor Ihnen.

Ob Sie wirklich den Verein retten können?

Die Hoffnung gibt bekanntermaßen niemals auf, aber die Erfahrung weiß: Wahrscheinlich nicht.

 

 

Von | 2021-10-27T10:01:58+02:00 25. Oktober 2021|Allgemein|20 Kommentare

20 Comments

  1. Gravesen 25. Oktober 2021 um 08:52 Uhr

    Wie viele von denen hat man in Hamburg in den letzten 10 Jahren gesehen? Feka, Götz, bla bla bla

    https://www.bild.de/sport/fussball/fussball/hsv-entdeckung-faride-alidou-das-fuenfte-juwel-aus-dem-campus-78048262.bild.html

    Und wo sind sie heute, die “Juwelen”? Man hat den Eindruck, als würden die Hamburger Hofberichterstatter ihre Artikel inzwischen nur noch aus Satzbausteien basteln und in Jahres-Rhythmus die Namen tauschen. Aber solange die Hohlhüpfer immer wieder drauf reinfallen….

    Zum Glück kann sich der Verein immer noch auf die Komplett-Verblödung seiner sogenannten “Fans” verlassen. Drei Unentschieden in Folge und ein Sieg in einer Nachspielzeit, die niemand erklären kann. Schwupps, ist in Hamburg wieder alles supi-endgeil und man ist die Nr. 1 im Norden 😀 😀

    Ich habe gestern ein wenig St. Pauli gesehen und das macht 1000 mal mehr Spaß als das Geholze im Theatre of Nightmares im Volkspark. Eine Mannschaft der Namenlosen, die einfach nur Spaß am Fußball hat und auch nach einem 3:o noch nach vorn spielt. Dabei hat die Truppe von St. Pauli nur knapp die Hälfte des Marktwertes des HIV und hat am Anfang der Saison ihre beiden besten Spieler verloren. An der Sylvesterallee würde nun das große Gejammer beginnen und die Ausreden aus den Schubladen geholt werden.

  2. Demosthenes 25. Oktober 2021 um 09:02 Uhr

    Wie Nachwuchs beim HSV geht, dazu ein schöner Bericht von 90min.de:
    https://www.90min.de/posts/hsv-news-nachwuchs-campus-streit-machtkampf-horst-hrubesch-bernhard-peters

    • Gravesen 25. Oktober 2021 um 09:14 Uhr

      Über das Thema Nachwuchs habe ich im Verlauf der letzten 9 Jahre mehr als einmal geschrieben und sowohl Möglichkeiten wie auch Aussichten, was den eigenen Nachwuchs betrifft, sind maßgeblich von zwei Dingen abhängig.

      1. (Finanzielle) Möglichkeiten des Vereins
      2. Ruf des Vereins, was Ausbildung und weitere Chancen des Spielers betrifft.

      Beides ist beim HSV seit vielen Jahren nicht mehr erst- oder zweitklassig, sondern maximal drittklassig. Fakt ist: Man bekommt einfach die besten der jeweiligen Jahrgänge nicht mehr in den Volkspark, die wirklich “Stars von morgen” gehen woanders hin. Wolfsburg, Leipzig oder noch weiter in den Süden (Freiburg). Das bedeutet, dass das eigentliche “Material” (widerlicher Begriff im Zusammenhang mit jungen Menschen) nicht mehr für höchste Ansprüche genügt. Am Ende kommt dann vielleicht mal ein Wagnermann oder ein Ambrosius raus, der einen Weg in der zweiten Liga geht. Aber mit solchen Spielern wird man einen Schuldenklub wie den HSV eben im Leben nicht sanieren können.

  3. jusufi 25. Oktober 2021 um 09:54 Uhr

    Die größten Talente im Norden landen nicht mehr beim HSV, sondern in NLZ mit einem besseren Ruf. Und wenn sich ein großes Talent mal zum Campus verirrt hat, ist es spätestens mit 15 Jahren bei einem Verein, der seinen Weg besser und kompetenter fördern kann. Da kann man sich noch so oft wünschen, es gäbe beim HSV Juwelen noch und nöcher. Die besten Nachwuchsakademien finden sich eher im Westen (Leverkusen, Schalke, Dortmund, Köln) oder in Stuttgart, Wolfsburg oder Leipzig.

    Theatre of Nightmares – hahaha. Super!

  4. BesuchausdemSüden 25. Oktober 2021 um 13:16 Uhr

    Zum Thema Nachwuchs muss man sich ja nur mal zB. die Kader der deutschen U19 und U17 anschauen. Auch bei bekannten Jugendturnieren tauchen da immer die Jugendmannschaften der gleichen Vereine auf genauso am Ende der Saison wenn es um die Titel (Meisterschaft und Pokal ) geht. Der Nachwuchs ist doch gerade für Vereine, welche nicht mehr mit dem großen Geld gesegnet sind eine sehr wichtige Einnahmequelle. Um eine erfolgreiche Jugendarbeit zu betreiben muss man ja auch nicht unbedingt ein Topclub in der ersten Liga sein. Stuttgart zB ist auch innerhalb von 4 Jahren 2 mal abgestiegen und dennoch gehört das dortige NLZ zu den Besten des Landes. Oder wie die Schalker Knappenschmiede, welche trotz Chaos in der Vereinsführung immer noch erfolgreich arbeitet. Entschuldigungen wie Abstieg zB gibt es also keine.

  5. atari 25. Oktober 2021 um 13:26 Uhr

    Sport-Journalisten haben es in Hamburg schwer 🙂 denn es gibt nichts nennenswertes zu berichten. Also kommt es täglich zur Erfindung der Wahrheit. Die Juwelen des HSV bleiben eine Erfindung der Hamburger Medien. Die sind sich aber nicht dafür zu Schade den Leser weiter zu verarschen.

  6. atari 25. Oktober 2021 um 13:27 Uhr

    Ich frage mich täglich, warum man Kimmich ins Stadion lässt, wo doch die 2G Regel gilt.

    • Ex-HSVer+im+Herzen 25. Oktober 2021 um 20:15 Uhr

      Weil die 2G Regel für „privat“ gilt. Da er seinen Beruf nachgeht und es als gewerblich einzuschätzen ist, gilt 3G.

  7. Goldfather 25. Oktober 2021 um 13:56 Uhr

    Der Kern der Bemühungen ist ein Vorstand der eine Entwicklungsphilosophie vorgibt. Dem folgt ein Sportdirektor, der weiß wie Spieler entwickelt werden und welche Trainer man dafür benötigt. Das Trainerteam sollte dann in der Lage sein innovative Konzepte zu erstellen und umzusetzen.
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    Die besten Jugendspieler werden dann kommen, wenn sie wissen, dass sie beim HSV Dinge lernen können die sie woanders nicht in dieser Qualität und Geschwindigkeit lernen.
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    Es besteht kein Mangel an Talenten, sondern an Trainern die verstehen wie Entwicklung funktioniert.
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    Der HSV mit seinen Möglichkeiten ist für die meisten Talente dieser Welt immer noch eine große Nummer.
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    Der Fixstern an dem man sich orientieren sollte heißt AJAX AMSTERDAM. Gemessen daran, dass in den Niederlanden lediglich so viele Menschen leben wie in Nordrhein-Westfalen, kommen verdammt viele Weltklassespieler von dort. Darüber hinaus scoutet Ajax in der ganzen Welt und lädt zu großen Sichtungsveranstaltungen ein.
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    Allein die Stadt Hamburg besitzt mit dem HSV, FC St.Pauli und dem Eimsbütteler TV drei U19-Bundesligamannschaften. Der HSV sitzt seit Jahrzehnten an der Quelle und ist komplett unfähig zu verstehen wie man sie nutzen könnte.
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    Neben Ajax Amsterdam würde ich mich als HSV-Verantwortlicher intensiv mit Thomas Tuchel und Cus D’Amato dem Trainer und Erzieher von Mike Tyson auseinandersetzen.
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    https://www.youtube.com/watch?v=dKNqwLDEEhw
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    Cus D’Amato hat gezeigt wie junge Athleten geprägt und bis zur Weltspitze entwickelt werden können.
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    Wenn man erst einmal daran glaubt, dass es nur noch Marktwerte gibt und man enorm viel Geld benötigt, um sportlich aus dem Knick zu kommen, hat man bereits verloren. Der HSV ist jetzt an einem Punkt angekommen an dem es entweder innovativ in die richtige Richtung geht oder konservativ in den Amateurbereich.
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    Und ja, natürlich werden dann wenn sich ein außergewöhnliches Talent offenbaren sollte die Bayern, Leverkusen und der Rest sofort auf der Matte stehen. Und auch für diesen Fall benötigt man ein komplettes Umdenken. Und das bedeutet bereits schon frühzeitig langfristige Verträge mit Toptalenten abschließen und sie mit Horror-Ablösesummen, wie Barca sie aufruft, absichern.
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    Es muss klar sein, dass der HSV Chef im Ring ist und nicht irgendein Berater. Bis hin zur Konfrontation und der Möglichkeit, dass ein Toptalent zwei Jahre auf der Tribüne sitzt, weil es die falsche Idee von seiner Zukunft hat.
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    Berater und Spieler müssen zukünftig wissen, dass beim HSV der Club und sein sportlicher Erfolg über allem steht und man durchaus bereit ist dafür hohe wirtschaftliche Einbußen in Kauf zu nehmen. So etwas nennt man Rückgrat

    • Gravesen 25. Oktober 2021 um 14:00 Uhr

      Der HSV mit seinen Möglichkeiten ist für die meisten Talente dieser Welt immer noch eine große Nummer.

      Du schreibst dir teilweise einen absoluten Bullshit zusammen

      • Goldfather 25. Oktober 2021 um 14:10 Uhr

        Du bist nicht der Meinung, dass ein 12 jähriger Jugendspieler in Afrika, Asien, Skandinavien oder sonst wo den HSV für eine erstklassige Gelegenheit hält Profi zu werden?
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        Bei allen Problemen die der Club gegenwärtig hat, halte ich das immer noch für Jammern auf hohem Niveau. Es gibt Gegenden in dieser Welt in denen es vollkommen unmöglich ist an neue Fußballschuhe oder Bälle zu kommen.
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        Wir haben mittlerweile 8 Milliarden Menschen auf dem Planten. Den Rest sollte eine Scoutingabteilung die ihren Namen verdient erledigt bekommen.

        • Gravesen 25. Oktober 2021 um 14:14 Uhr

          Nein, ich bin nicht der Meinung. Denn wenn ein 12-jähriger aus Afrika solche Anlagen zeigt, dass er interessant sein könnte, haben ihn Vereine wie Ajax, RB Salzburg und 1000 andere längst auf dem Schirm und der HSv bekommt am Ende sowas wie Daffeh. Dieser Verein spielt einfach keine Rolle mehr und ist in jeglicher Hinsicht irrelevant.

          • Goldfather 25. Oktober 2021 um 14:36 Uhr

            Gut, ich bin nicht der Meinung, dass die großen Clubs alles auf dem Schirm haben. Und ich bin vor allem nicht der Meinung, dass alle Ausbildungskonzepte austauschbar sind. Die großen Clubs beobachten in der Regel etablierte Clubs in den jeweiligen Ländern. Sie scouten nicht auf den Bolzplätzen, Stränden und Provinzen fernab der großen Metropolen.
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            Scouting ist ein Riesenthema, doch die Entwicklung des Spielerpotenzials ist in der Regel ebenfalls vollkommen unterentwickelt, was sich daran zeigt, dass in den meisten Nachwuchsleistungszentren lediglich das Trichterprinzip betrieben wird, was bedeutet, dass im wesentlichen die Masse gesiebt wird und es nicht darauf ankommt individuelle Stärken zu entwickeln. Bei den meisten Jugendtrainern der NWZ handelt es sich um austauschbare Billiglöhner.
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            Jatta wurde offensichtlich nicht von den großen Clubs entdeckt und wäre mit einer anständigen Ausbildung in jungen Jahren ein ganz anderer Spieler heutzutage.

  8. Gravesen 25. Oktober 2021 um 14:45 Uhr

    Jatta wurde offensichtlich nicht von den großen Clubs entdeckt und wäre mit einer anständigen Ausbildung in jungen Jahren ein ganz anderer Spieler heutzutage.

    Das ist doch kompletter Käse. Das würde ja bedeuten, dass du aus jedem untalentierten Maltafuß einen Messi bauen könntest, wenn du ihn nur richtig fördern würdest. Sorry, halte ich für absoluten Mumpitz und ich habe selbst viele Jahre nicht ganz so schlecht gebolzt. Bei uns gab es Spieler, die hättest du auch mit 14 Stunden Training am Tag nicht zu Profis machen können.

    • Goldfather 25. Oktober 2021 um 15:39 Uhr

      Sicherlich hättest du aus Jatta keinen Messi gemacht, dafür aber einen Spieler der seine Schnelligkeit mit deutlich besserem Spielverständniss und Ballkontrolle versehen hätte. Hinzu kommt, dass Jattas Fernschüsse unterirdisch sind.
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      Schusstechnik lässt sich trainieren und Ballkontrolle bis zu einem gewissen Grad ebenfalls. Unser Körper ist enorm anpassungsfähig, wenn er entsprechenden Reizen ausgesetzt wird.
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      Viele Spieler aus der dritten Welt haben eine schlechte Schusstechnik und eine schlechte Ballbehandlung, weil sie schlicht zu wenig Bälle besitzen und zudem keine Sportanlagen auf denen sich Schusstechnik gut trainieren ließe. Keine Fußbälle, keine Fußballschuhe, keine vernünftigen Rasenplätze, keine Auffangnetze, keine Kameras mit denen gute SloMos gemacht werden können. Es fehlt einfach an allem und deswegen sind Spieler wie Jay-Jay Okocha die absolute Ausnahme.
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      Hier in Deutschland sind es im wesentlichen die falschen Trainingsmethoden die dafür sorgen, dass aus den Spielern nicht noch bessere Spieler werden. Zuwenig Training, zu wenige Ballkontakte, zu statische Trainingsformen, falsche Platzgrößen, zu wenige spielerische Elemente, zu viele Spieler pro Trainer, zu wenig Geld für Jugendtrainer, zu geringe wissenschaftliche Begleitung von Entwicklungsprozessen.
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      Das entscheidende Rohmodell für den Hamburger Fußball heißt für mich Andreas Brehme. Brehme hat alles was er konnte von seinem Vater in Hamburg Barmbek gelernt. Und das hat ihn in die Weltspitze geführt. Eine Entwicklung wie Andreas Brehme sie unter den Augen seines Vaters, der selbst Trainer gewesen ist, gemacht hat, halte ich jederzeit wieder für möglich.
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      Junge Spieler mit dem Talent und dem Willen eines Andreas Brehme gibt es auch heutzutage noch in Hamburg, aber in der Regel haben sie das Pech keinen Vater zu besitzen der Trainer ist und sie individuell fördert.
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      Ein anderes Beispiel heißt Matthias Sammer, der ebenfalls durch seinen Vater ausgebildet wurde. Dann wäre da noch Paul Breitner, Lionel Messi…. oder Pelé und viele andere mehr.
      .
      Nachwuchsleistungszentren bilden nicht wirklich aus, sondern sieben und sortieren. Ausbildung geht anders. Das ist der Ansatzpunkt an dem der HSV seine Zukunft in die Hände nehmen könnte. Vorausgesetzt es findet sich ein Manager der es schafft die Juwelen langfristig an den HSV zu binden. Dort sehe ich die zweite große Hürde.

      • Kevin allein in Hamburg 25. Oktober 2021 um 17:05 Uhr

        Wichtig ist wohl, wenn man immer das letzte Wort hat, auch wenn man kein Recht hat ?

  9. jandpunkt 25. Oktober 2021 um 17:37 Uhr

    Und ich dachte schon so lange ich wäre der einzige…

  10. Gravesen 25. Oktober 2021 um 17:54 Uhr

    Ich habe heute gelernt, dass der HIV nicht die beste, aber die “spannenste” Mannschaft. 😀 😀 Man muss sich fragen, was sich bezahlte Bots noch so alles an Schwachsinnigkeiten einfallen lassen. Da gibt es doch noch einige Möglichkeiten, oder?

    Die längste Mannschaft
    Die kleinste Mannschaft
    Die kulturell vielfältigste Mannschaft
    Die Mannschaft mit den meisten Sprachen
    Die Mannschaft, deren Spieler in den meisten unterschiedlichen Stadtteilen wohnen
    Die Mannschaft mit dem meisten Schiedsrichter-Glück
    Die Mannschaft mit den meisten unterschiedlichen Buchstaben in den Vornamen

    Nur die erfolgreichste Mannschaft wird dieser Haufen in diesem Leben nicht mehr.

  11. Sag'+Tschüß+Dino 25. Oktober 2021 um 19:57 Uhr

    Persönlich habe ich zu diesem Spieltag für mich festgestellt, dass nicht “Nur der HSV” die teilweise schlimmsten Fans hat, bzw. DD, sondern auch Hansa. So sind auch gar keine Gedanken zum HSV gekommen und als ich Sonntag nach einem Familienessen mal schaute und vom 4:0 St. Paulis gegen Hansa las, hatte ich innerlich Party gefeiert.

    Um Spieler aufzubauen braucht man nicht nur Geld, sondern auch ein ehrlich engagiertes Team mit Charakter, das den Spielern auch als Vorbild taugt. Was die Skepsis betrifft, bin ich bei Grave, denn inzwischen dürfte alles, was Charakter und einen eherlichen Plan hat, beim HWV geflüchtet sein. Pure Energie- und Zeitverschwendung in diesem zerstörten Umfeld noch sportliche Talente entwickeln zu wollen.

  12. Kevin allein in Hamburg 25. Oktober 2021 um 20:26 Uhr

    Der HSV ist eine Reste Rampe.
    Auf allen Ebenen.

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