Eine perverse Maschinerie

Man kommt sich vor, als wäre man machtlos und in der Tat, scheinbar scheint es teilweise wirklich so zu sein. Viele, die (absolute) Mehrheit sehen einen Sachverhalt, begreifen die Konsequenzen und verzweifeln an dem Umstand, dass sich trotzdem nichts ändert und dass sich ein Großteil der Betroffenen in der Geiselhaft einiger wenigen befindet. Ich gebe zu, der Bogen zum KSV ist heute ausgesprochen weit gespannt, aber es gibt ihn. In den letzten Wochen hat es ein Gremium in den USA geschafft, mehrfach gegen den Willen des Großteils der Bevölkerung zu entscheiden. Sei es das Recht auf das offene Tragen von Schusswaffen (nach unseren Maßstäben ein absoluter Wahnsinn), hier sind mehr als 75% der USA-Amerikaner für eine Verschärfung des Waffengesetzes. Sei es die Aufhebung von Roe v Wade nach mehr als 50 Jahren, was das Recht auf Abtreibung an die einzelnen Staaten zurückgibt, was zur Folge hat, dass einige von religiösen Eiferern gekaufte Gouverneure wenige Stunden nach dem Urteil des Supreme Court die legale Abtreibung nahezu verbieten und somit das Leben von unzähligen, besonders armen und farbigen Frauen, massiv gefährden. Zuletzte das für den Rest der Welt wohl bedeutenste Urteil des SOCUS, welches den Umweltschutz in den USA nahezu beendet. Auch hier steht die überwiegende Anzahl der Bürger auf der anderen Seite, aber ihre Interessen und ihr Wille ist nicht maßgeblich. Es gibt hierzu einen überaus interessanten Artikel im Spiegel (https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/supreme-court-urteil-im-wuergegriff-der-feinde-der-menschheit-kolumne-a-b5397f8a-415b-4787-a3b3-e189b243273d), aus dem ich gern einige Passagen zitieren möchte. 

Aber all das ist in Wahrheit vor allem Marketing, Werbebotschaften an den um seine Privilegien fürchtenden weißen, reaktionären Anteil der Bevölkerung. Ihr wirtschaftlicher und gesundheitlicher Abstieg – in keiner Industrienation ist die Lebenserwartung so niedrig wie in den USA  – wird mit der Bedienung von Ressentiments vergütet.

Wirklich profitieren werden von alledem aber eben vor allem die Öl- und Kohlebranche. Und andere Superreiche, denen Donald Trump bekanntlich ein gewaltiges Steuergeschenk gemacht hat. Strategisch noch viel wichtiger aber waren all die Richterinnen und Richter, die er in Windeseile in Ämter gehievt hat, über 200 an der Zahl .

Man hat im Lauf der Zeit an allen Stellen, auf die es im entscheidenden Moment ankommt, Leute installiert, die dann Urteile fordern oder fällen, die dem eigenen, die Menschheit auf den Abgrund zutragenden Geschäftsmodell zugutekommen.

Man darf bei alledem nicht vergessen, dass die Fossilbranchen nachweislich seit Jahrzehnten wissen , dass die von ihren Produkten und Praktiken verursachten Treibhausgase den Planeten immer weiter aufheizen, was schon jetzt ständig Katastrophen auslöst. Und dass sie seit Jahrzehnten zunächst sehr erfolgreich dabei waren, diese Tatsache zweifelhaft oder gar falsch erscheinen zu lassen, mit »Thinktanks«, »Stiftungen«, »Studien«, gekauften Wissenschaftlern, Kampagnen, Korruption.

Uno-Generalsekretär António Guterres:

»Wir scheinen in einer Welt gefangen zu sein, in der die Produzenten und Finanziers fossiler Brennstoffe die Menschheit im Würgegriff haben. Seit Jahrzehnten hat die fossile Brennstoffindustrie massiv in Pseudowissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit investiert – mit einem falschen Narrativ, um ihre Verantwortung für den Klimawandel herunterzuspielen und ambitionierte Klimapolitik zu unterminieren. Sie haben exakt die gleichen skandalösen Taktiken eingesetzt wie die Tabakindustrie in den Jahrzehnten davor.«

Die Fossilbranchen sind, das ist längst völlig klar, Feinde der Menschheit. Sie haben sich Strategien, Verbündete und Handlanger zugelegt, um so noch möglichst lange weitermachen zu können. Das ist natürlich selbstzerstörerisch, denn auch die Kinder der Öl- und Kohlemanager und ihrer Anteilseigner werden auf einem heißeren, instabilen, in Teilen unbewohnbaren Planeten leben müssen. Aber bei denen, die am Zurasen auf den Abgrund verdienen, sind die kognitiven Abwehrmechanismen, die sie selbst so lange von Profis haben bedienen lassen, offenbar besonders gut ausgebildet. Es ist ein globaler Selbstmordpakt, wie John Kerry das einmal formuliert hat .

Mittlerweile müssen sie nicht einmal mehr lügen: Obwohl die deutliche Mehrheit der Menschen in den meisten Industrienationen verstanden hat, dass die menschengemachte Klimakrise real ist, kommen die Fürsten des Fossilen weiterhin mit fast allem durch. Sie suchen sich ihre eigenen Richterinnen und Richter aus, sie heben willfährige Politikerinnen und Politiker ins Amt, sie schicken ihre Abgesandten in Talkshows und Forschungseinrichtungen, in Thinktanks, Redaktionen und Beratungsgremien. Man hört ihnen noch immer zu.

Nun ist all dies nicht allein auf die USA beschränkt, ganz im Gegenteil. In Deutschland ist ein Großteil der Bevölkerung für ein Tempolimit von 130 km/h auf deutschen Autobahnen, aber besonders die FDP verteidigt das Recht auf geisteskrankes Rasen als einen “Eingriff in die Freiheit”. Ja Mensch, dann dürften die Menschen in Dänemark, Norwegen, Schweden, Holland, Belgien, Schweiz, Frankreich, Portugal und und und ja ausgesprochen unfrei sei, denn dort gilt überall ein Tempolimit, wie auf dem Rest des Planeten auch. Doch warum wird  in Deutschland der Wille des Volkes ebensowenig umgesetzt wie in den USA die Verschärfung des Waffengesetzes? Weil es eben Politiker gibt, die sich dafür bezahlen lassen, gegen den Willen des Volkes und für den Willen eines Industriezweiges zu votieren. Eigentlich Wahnsinn.  Nein, eigentlich kein Wahnsinn, sondern die Folge jahrelanger gezielter Propaganda. Den wohl extremsten Fall sehen wir aktuell anhand des Krieges in der Ukraine, in dem ein seit Jahrzehnten durch Propaganda sediertes russisches Volk ihrem geisteskranken Diktator in den Abgrund und die Isolation folgt, aber niemand stellt sich die Frage, wie aus einen ehemals schlecht bezahlten KGB-Agenten mittlerweile ein mehrfacher Milliardär werden konnte, während Teile der russischen Bevölkerung hungert. 

Versuchen wir nun den Bogen zum KSV aber wo soll ich anfangen? Bei einem Beirat, der in bester Nordkorea-Manier ohne jegliche Begründung einen Gegenkandidaten für den gescheiterten Präsidenten Pinselreiniger verhindert oder bei der Hamburger Presse, die sich nicht darüber echauffiert und zur Tagesordnung übergeht? Soll ich bei einem Aufsichtsratsvorsitzenden anfangen, der von weniger als 0,05% der wahlberechtigten Mitglieder gewählt wurde? Soll ich bei der Besetzung des Aufsichtsrats anfangen, ín dem man sich inzwischen einkaufen kann oder in den man berufen wird, wenn man geschäftliche Interessen mit Präsident und/oder Gönner teilt? Oder soll ich bei den Überbringern der Propanda anfangen? Mit-Blogger Alex war Zeuge im letzten Trainingslager und er berichtete mir (vielleicht kann er selbst auch noch einmal schildern), wie die gesamte!!! Schar der Journalisten-Simulanten nach dem letzten gewonnenen Testspiel auf dem Rasen zusammenkam, um das erfolgreiche Trainingslager abzufeiern und sich gegenseitig abzuklatschen. Wohl bemerkt, es sind diejenigen, deren Auftrag es eigentlich sein sollte, neutral und objektiv zu berichten und ihre Leser/Hörer zu informieren. In Hamburg ist die Presse nur leider schon längst nicht mehr unabhängiger Beobachter, sondern Teil einer Sekte, die einen Zuschauer im Trainingslager dafür abbeleidigt, weil er sich nicht zusammen mit der Mannschaft fotografieren lassen wollte. “Wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns”! 

Es ist exakt diese Denkweise, die all diese Entscheidungen, diese widersinnigen Ungerechtigkeiten überhaupt erst möglich macht. Sei Teil einer Bewegung und vor allem: Hilf dabei, diejenigen, die mit Fakten kommen, zu diskreditieren. Besonders was den KSV betrifft, ist diese Verfahrensweise bemerkenswert. Bezahlte und extra engagierte Claqueure kontern bewiesene Fakten! mit Worthülsen wie “Ich könnte mir vorstellen, dass…” oder “das kannst du alles gar nicht wissen”. Doch, kann ich. Dafür muss ich mir nur die Entwicklung des Vereins in den letzten 15 – 20 Jahren angucken. Ich frage mich ja immer wieder, wie man sich wohl fühlt, wenn man seine Seele verkauft hat und ein paar Euros dafür bekommt, dass man bewusst die Unwahrheit verbreitet. Argumentieren solche Gestalten dann mit Sätzen wie “Wenn ich es nicht mache, macht es ein anderer” oder “von irgendwas muss ich ja auch leben”? Und damit meine ich absolut alle. Ich meine diejenigen, die mit ihrer verlogenen Propaganda dafür sorgen,, dass Menschen sterben und dass der Planet vor die Hunde geht, ich meine aber auch diejenigen, die Selbstoptimierern wie Jansen und Boldt dauerhafte Starthilfe geben, damit sie sich auf Kosten des Vereins die Taschen noch voller stopfen können. Ich würde lieber hungern, als so zu leben und ich investiere lieber weiterhin eigenes Geld, um als Letzter gegen diese Brechmittel zu kämpfen. 

 

Von | 2022-07-04T07:30:50+02:00 4. Juli 2022|Allgemein|47 Kommentare

47 Comments

  1. Hein Blöd 4. Juli 2022 um 08:58 Uhr - Antworten

    Wie sich die Republikaner in den USA das Land mit Hilfe des Supreme Courts und den von Trump
    eingeschleusten Richtern unter den Nagel reisst kann man hier prima nachlesen, es lohnt sich:

    https://anonleaks.net/2022/hintergruende/warum-uns-scotus-angst-machen-sollte-moore-v-harper/
    Und es interessiert dort keinen.

    Das Land ist sowas von im Arxxx…
    Erinnert mich aber irgendwie an eine Fussballspielkapitalgesellschaft aus Stellingen.

  2. klaus meetz 4. Juli 2022 um 09:12 Uhr - Antworten

    …und sollte Interesse an weiteren, die vorstehenden Erkenntnisse in HAMBURG in Bezug auf den HSV e.V. und die HSV Fußball AG ergänzend belegenden Fakten (!) bestehen, hier:

    über die “mafiösen Strukturen des Hamburger Justizapparates”, geschützt von korrumpierten Politikern und wissentlich unterdrückt von allen (!) Medien… –

    dann bitte ich um die E-Mail-Adresse, an die ich z.B. meine gestern eingereichte Feststellungsklage wegen der fortgesetzten, gesetzwidrigen Machenschaften beim “Vereinsregister” und beim “Handelsregister” sowie die bereits am 04.06.2022 gestellte Strafanzeige gegen den Vorsitzenden des Ehrenrats des HSV e.V., Kai Esselsgroth, wegen dessen nachweislich begangener Urkundenfälschungen (!) – zu der mir trotz Erinnerung mit Fristsetzung bis zum 30.06.2022 sogar das Aktenzeichen von der Staatsanwaltschaft bisher vorenthalten wurde (!) – weiterleiten kann…

    ergo: …man kann und muss sich wehren…!

    • omnipräsent 4. Juli 2022 um 16:05 Uhr - Antworten

      A masterpiece in every way. I can’t stop reading …

  3. uwe twiehaus 4. Juli 2022 um 09:34 Uhr - Antworten

    Ich hoffe, dass der HSV soviel Verantwortungsbewusstsein besitzt, und in der sylvesteralle vorsorglich ein Trauma Center errichtet.

  4. Gravesen 4. Juli 2022 um 10:08 Uhr - Antworten

    OT. Mich würde interessieren, was wohl aus Billy Bremner geworden ist. Der Typ hatte zwar einen gewaltigen Vogel, aber er war außerordentlich unterhaltsam.

  5. Demosthenes 4. Juli 2022 um 10:12 Uhr - Antworten

    OT. Aktuelles zum Traineramt bei Lokomotive Moskau:

    Ex-HSV-Trainer Gisdol warf aus Gewissensgründen hin (…konnte es mit seinen “Werten nicht vereinbaren”…).
    Ex-HSV-Trainer Zinnbauer übernimmt.

    Finde den Fehler.

    Btw: Irgendjemand Interesse am AktG §101 bezüglich Bestellung von Aufsichtsratmitgliedern?

  6. Demosthenes 4. Juli 2022 um 11:00 Uhr - Antworten

    Aktiengesetz – § 101 Bestellung der Aufsichtsratsmitglieder

    (1) Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Hauptversammlung gewählt, soweit sie nicht in den Aufsichtsrat zu entsenden oder als Aufsichtsratsmitglieder der Arbeitnehmer nach dem Mitbestimmungsgesetz, dem Mitbestimmungsergänzungsgesetz, dem Drittelbeteiligungsgesetz oder dem Gesetz über die Mitbestimmung der Arbeitnehmer bei einer grenzüberschreitenden Verschmelzung zu wählen sind. An Wahlvorschläge ist die Hauptversammlung nur gemäß §§ 6 und 8 des Montan-Mitbestimmungsgesetzes gebunden.

    (2) Ein Recht, Mitglieder in den Aufsichtsrat zu entsenden, kann nur durch die Satzung und nur für bestimmte Aktionäre oder für die jeweiligen Inhaber bestimmter Aktien begründet werden. Inhabern bestimmter Aktien kann das Entsendungsrecht nur eingeräumt werden, wenn die Aktien auf Namen lauten und ihre Übertragung an die Zustimmung der Gesellschaft gebunden ist. Die Aktien der Entsendungsberechtigten gelten nicht als eine besondere Gattung. Die Entsendungsrechte können insgesamt höchstens für ein Drittel der sich aus dem Gesetz oder der Satzung ergebenden Zahl der Aufsichtsratsmitglieder der Aktionäre eingeräumt werden.

    (3) Stellvertreter von Aufsichtsratsmitgliedern können nicht bestellt werden. Jedoch kann für jedes Aufsichtsratsmitglied mit Ausnahme des weiteren Mitglieds, das nach dem Montan-Mitbestimmungsgesetz oder dem Mitbestimmungsergänzungsgesetz auf Vorschlag der übrigen Aufsichtsratsmitglieder gewählt wird, ein Ersatzmitglied bestellt werden, das Mitglied des Aufsichtsrats wird, wenn das Aufsichtsratsmitglied vor Ablauf seiner Amtszeit wegfällt. Das Ersatzmitglied kann nur gleichzeitig mit dem Aufsichtsratsmitglied bestellt werden. Auf seine Bestellung sowie die Nichtigkeit und Anfechtung seiner Bestellung sind die für das Aufsichtsratsmitglied geltenden Vorschriften anzuwenden.

    Und wie hört sich das beim HSV an? Hier der Originaltext von hsv.de:

    “DETLEF DINSEL ERHÄLT PLATZ IM HSV-AUFSICHTSRAT”

    Wie schön, von wem denn?

    “62-JÄHRIGER FINANZUNTERNEHMER ÜBERNIMMT AUF ANTRAG DES VORSTANDES DAS MANDAT VON DR. THOMAS WÜSTEFELD.”

    Hä? Auf wessen Antrag? Des Vorstands? Wie geht das denn, was hat der Vorstand mit der Berufung eines AR-Mitglieds zu tun? Ich zitiere kurz mal das Aktiengesetz AktG, § 101, Abs. 1: “Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden von der Hauptversammlung gewählt…”. Die einzigen Ausnahmen sind der Präsident des eV, der ein “geborenes Mitglied” des AR ist und die im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften zu stellenden Arbeitnehmervertreter. Und um einen solchen wird es sich bei Beinahe-Investor Disney, äh, Dinsel wohl kaum handeln.

    “DINSEL (…) IST AUF EINEN ENTSPRECHENDEN ANTRAG DES VORSTANDS GERICHTLICH BESTELLT WORDEN UND ÜBERNIMMT DEN RUHENDEN POSTEN DES FÜR EIN JAHR VOM AUFSICHTSRAT IN DEN VORSTAND ENTSANDTEN DR. THOMAS WÜSTEFELD.”

    Jetzt wird’s total verrückt. Der Vorstand beantragt einen Aufsichtsrat? Welcher Vorstand denn, Stinkstiefel Judas Boldt oder gar “Prof.” “Dr.” Wüstefake himself? Was für ein Tollhaus! Würde das im Endeffekt nicht bedeuten, dass Sportvorstand Judas dem ungeliebten Kollegen aus dem Finanzbereich einfach so den Aufsichtsratsposten entziehen kann? Schön, wenn ein Vorstand so viel Macht hat, unliebsame Kollegen zu killen. Oder will sich Wüstefake selbst den AR-Stuhl unterm Arsch wegschießen? Wenn ja, warum? Und überhaupt, wo kann man denn sowas beantragen? Wer ist es, der einen solchen Antrag überhaupt entgegennimmt? Haben alle auf der MV irgendwas in der Art verpasst? Bier war doch ruckzuck aus, so besoffen konnte also keiner sein.

    “DINSEL STELLTE SICH SEINEN NEUEN AUFSICHTSRATSKOLLEGEN AM DONNERSTAG AUF EINER GEMEINSAMEN SITZUNG VOR.”

    Kollegen? Am Donnerstag? Dann muss Disney, äh, Dinsel ja bereits vorher, also vor der Donnerstags-Sitzung zum Aufsichtsrat ernannt worden sein. Also das nennt man vollendete Tatsachen! Ich frage erneut: Wer hat Dinsel ernannt? Wann? Und auf welcher gesetzlichen Grundlage? Was für ein abgekartetes Hinterzimmergemauschel.

    Den restlichen Scheiß mit “auf die Aufgabe freuen”, “Expertise” und “ins Gremium einbringen” von Dinsel schenke ich mir, das sind nur die üblichen Stanzen und nicht mal besonders gute. Das gilt auch für Präsident Pinselreiniger Geschwätz von “großes Fachwissen”, “Erfahrung” und “froh, dass der HSV ihn für dieses Engagement gewinnen konnte“. Typischer PR-Bullshit.

    Die wichtigen Fragen an die Herren Aufsichtsräte und insbesondere Präsident Pinselreiniger lauten:

    – Wer hat Dinsel zum Aufsichtsrat gemacht?

    – Auf welcher gesetzlichen Grundlage ist das geschehen? (Und immer brav dran denken, ist ein AR-Mitglied rechtswidrig ernannt, können alle Beschlüsse, an denen er beteiligt ist, also auch schon die vom Donnerstag, angefochten werden.)

    – Was wird aus Wüstefeld, wenn er das Vorstandsamt abgibt und zurück auf seinen freigehalten Aufsichtsratsposten will? (Wenn ich richtig gerechnet habe, hat die AG nun sieben Aufsichtsräte und ein achter ist nicht vorgesehen.)

    Bin mal gespant, wann die Hamburger Investigativpresse diese stellt?

    • Christian Horner 4. Juli 2022 um 17:49 Uhr - Antworten

      Das ist ja interessant! Wie ist das eigentlich juristisch, wenn ein Aufsichtsratsmitglied nicht ordentlich bestellt wurde. Sind seine Amtshandlungen dann schwebend unwirksam oder gar nichtig?

  7. jusufi 4. Juli 2022 um 11:28 Uhr - Antworten

    Meines Wissens werden AR grundsätzlich durch die Hauptversammlung gewählt. Ausnahme nach § 101 Abs. 2 AktG ist, dass eine Aktionär ein satzungsmäßiges Entsendungsrecht hat. Vorstände besitzen keine Aktien an der AG und sind demnach nicht entsendungsberechtigt. Komische, undurchsichtige Vorgehensweise mal wieder. Die Rechtsfolge einer fehlerhaften Bestellung ist nicht zwangsläufig, dass alle Beschlüsse unwirksam sind, an denen der fehlerhaft bestellte AR beteiligt war (so meine dunkle Erinnerung). Woher kommt denn dieses “auf Antrag des Vorstandes”? Ist das die Wortwahl der Presse oder die des Vereins?

    Zum Bolg: Früher – als idealistisches Pubertier – dachte ich naiver Weise mal, dass mächtige Menschen in Politik und Wirtschaft intelligente, verantwortungsbewusste Menschen sind, die vernunftorientiert und dem Allgemeinwohl verpflichtet handeln. Inzwischen weiß ich: Das Gegenteil trifft es eher.

    • Demosthenes 4. Juli 2022 um 14:38 Uhr - Antworten

      Hi Jusufi,

      das steht hier: https://www.hsv.de/news/detlef-dinsel-erhaelt-platz-im-hsv-aufsichtsrat

      Dödel Dinsel nimmt Wüstefakes Platz ein. Damit kehrt Wüstefake nicht mehr in den AR zurück und wenn er nicht Finanzvorstand bleibt, ist er nur noch ein Aktionär ordinaire.

      • jusufi 4. Juli 2022 um 14:51 Uhr - Antworten

        Danke, Demo! Dann könnte es ja so sein, dass dem Aktionär Wüstefeld, so er es denn selbst ist und nicht die calejo GmbH, für die er dann allenfalls als Gesellschafter-Geschäftsführer deren Rechte ausgeübt haben kann bzw. satzungsgemäß Aktionären ab einem gewissen Beteiligungsgrad ein Entsendungsrecht eingeräumt wurde und Wüstefeld/calejo nun davon Gebrauch gemacht hat. Das wäre dann grds. satzungskonform. Ich würde dennoch erwarten, dass dies dann auch mal von den Medien erklärt wird. Und die Formulierung “Vorstand beantragt” ist zumindest irritierend bis falsch.

  8. LeonadomitCabrio 4. Juli 2022 um 11:52 Uhr - Antworten

    Es sind schon perverse Zeiten

    Der Bremner hat richtig einen an der Mütze gehabt aber irgendwie hat er immer den Nagel aufn Kopf getroffen und dabei lustig…

    by the way, ich hoffe, Du hast nichts mit den Wassermassen zu tun oder bist von den betroffen.

    • Gravesen 5. Juli 2022 um 05:40 Uhr - Antworten

      Nein, keine Sorge. Ich lebe im äußersten Süden Victorias, das ist von den Übeschwemmungen so weit entfernt wie Hamburg von Paris.

  9. Sportjournalist Scholz 4. Juli 2022 um 12:01 Uhr - Antworten

    Hallo und in aller Kürze Bin noch am Auspacken, möchte daher nichts versprechen

    • prenk 4. Juli 2022 um 18:47 Uhr - Antworten

      Wenn man 3 Tage weg war ist so ein Koffer ja auch riesig. Einer reicht da doch eigentlich gar nicht. Von daher vollkommen normal und nachvollziehbar.

  10. stillerhiller 4. Juli 2022 um 12:24 Uhr