Die Meisten können das Gejammer nicht mehr hören, Trainer und Sportvorstand fordern und fordern, anstatt zu liefern. Nach internen Angaben (Wüstefeld) wurden in dieser Transferphase bereits mehr als € 10 Mio. für neue Spieler ausgegeben, das ist mehr als alle anderen Gegner in der zweiten Liga zusammen. Doch trotz des größten Transferaufwands, trotz des höchsten Kaderwerts, sie jammern immer noch nach neuen Außenstürmern, obwohl sie seit Wochen Zeit hatten, genau diese Lücken zu schließen. Dabei verstehe ich die Forderungen nach den nächsten Offensiv-Raketen nicht wirklich, denn schließlich hat man mit Kittel, Amaechi, Bilbija, Opoku, Heil und Daffeh insgesamt 6 Spieler für 2 Positionen. Man sollte sich fragen, ob das nicht genügen sollte oder man sollte sich fragen, ob man vielleicht trotz des erneuten finanziellen Kraftaktes einfach nur die falschen Spieler geholt hat. Andere Frage: Wie machen das eigentlich die Konkurrenten, wie z.B. der 1. FC Heidenheim? Der Kader ist im Durchschnitt 25 Jahre alt und man hat in der bisherigen Transferperiode genau € 350.000 für 5 neue Spieler ausgegeben. Ich schätze mal, wenn man Frank Schmitt die Zahl € 10 Mio. übermittelt, er würde sich ans Kranzgefäß fassen und so schnell nicht wieder aufwachen.

 

 

Aber die Frage, die nicht nur ich mir stellen sollte, lautet: Was halten eigentlich all diese Spieler, deren Position von den Verantwortlichen als qualitativ nicht ausreichend besetzt kennzeichnen, von solchen Aussagen? Da balgen sich nach Daffehs Rückkehr im September 6 Spieler um zwei Plätze, aber es sollen eher noch mehr werden, was die Chancen auf Einsätze für jeden Einzelnen nicht gerade erhöht. Und im Gegensatz zur Meinung einiger Vollpfosten möchten Fußballspieler Fußball spielen und ihr Geld nicht auf der Bank sitzend bekommen. Von Auflauf- und Einsatzprämien mal ganz zu schweigen. Nach außen wird zwar immer kommuniziert, dass sich Spieler einer Mannschaft angeblich darüber freuen würden, wenn das Team qualitativ aufgehübscht wird, aber in der Realität wirken solchen Sprüche extrem demotivierend, besonders dann, wenn sie ständig wiederholt über die Medien gespielt werden.

Dies ist ohnehin eine Maßnahme, die ich absolut verwerflich finde. Man kann ja intern gern die eine oder andere Begehrlichkeit ansprechen und versuchen, das Problem gemeinsam zu lösen, aber wenn ein Trainer bei wirklich jeder sich bietenden Gelegenheit erklärt, er müsste unbedingt noch neue Spieler dazubekommen, obwohl man bereit als Ausgabenkrösus der Liga unterwegs ist, wirkt es nicht nur wie eine vorausgenommene Entschuldigung für das zu erwartende Neu-Desaster, es ist eine. Vor diesem Hintergrund finde ich es mehr als verständlich, dass Sanierer Wüstefeld das Thema Walter-Vertrag erst einmal weit nach hinten schiebt, ich würde meinem Übungsleiter anhand der Zahlen und Summen eine ganz klare Ansage machen. „Pass mal auf, Timmi, wir haben hier mehr Geld ausgegeben als allen anderen Teams zusammen. Als Abgänge haben wir lediglich die Ergänzungsspieler Kinsombi, Wintzheimer, Gyamerah, Meißner zu bedauern. Dazu Alidou, der in der gesamten Rückrunde nur noch Grütze gespielt hat und Wagnermann, der mehr verletzt als gesund war. Also hör auf zu labern und mach endlich einmal deinen Job, für den du übrigens auch deutlich mehr kassierst als deine Trainerkollegen in der gleichen Liga. Und wenn dir das nicht passt oder du dich der Aufgabe nicht gewachsen siehst, dann sag es und kündige. Aber halt endlich die Fresse!“  

Sowas in der Art wird dem Mann übrigens dessen direkter Vorgesetzter Michael Mutzel erzählt haben und daraufhin ist der seichte Tim zum Sonnenkönig gerannt und hat sich ausgeweint. Judas Boldt I. konnte zu diesem Zeitpunkt jeden Verbündeten gebrauchen, also hat er sogar Walter genommen, um seinem Hobby zu frönen: Der Intrige. Mal gucken, was passiert, wenn der Heimschläfer seinen Bromance-Kumpel Walter fallenlässt wie eine heiße Kartoffel, denn dazu wird es eher früher als später kommen.