Was für ein Drama

Lasst uns noch einmal über die EM 2024, die (möglichen) Spiele in der Volksparkruine und die eventuellen Folgen, sollte all dies aufgrund der Mißwirtschaft an der Sylvesterallee nicht passieren, reden. Die schlimmsten Alpträume haben besonders die Herren Senatoren Grote (Sport) und Dressel (Finanzen) gerade deshalb, weil sie der Meinung sind, es wäre für “ihre” Stadt Hamburg ein herber Imageverlust und würde Trillionen von fußballbegeisterte Fans von der Weltstadt fernhalten. Lustig ist dabei zuerst einmal, dass 1 P…Andy Grote in Dissen am Teutoburger Wald geboren ist, Hamburg ist also mitnichten “seine Stadt”, ebenso, wie sie es nicht für Herrn Peter Tschentscher (SPD) ist, der ist nämlich gebürtiger Bremer 😀 😀 Geplant sind in Hamburg zur Zeit folgende Spiele: 

16.06.: D1 – D2
19.06.: B2 – B4
22.06.: F2 – F4
26.06.: F4 – F1
05.07.: Viertelfinale

Und jetzt werfen wir einmal einen Blick auf diverse Vorrundenbegegnungen der letzten EM. Illustre Spiele wie 

Ukraine vs Österreich

Schweden vs Polen

Russland vs Dänemark

Kroatien vs Tschechien

Türkei vs Wales

Slowakei vs Polen

Östereich vs Nordmazedonien (Sorry, Dicker)

sorgten für Festtagsstimmung auf den überfüllten Rängen. Und erst Viertelfinals wie 

Schweiz vs Spanien oder Ukraine vs England

das war etwas für absolute Feinschmecker.

Mal ehrlich, würde in Hamburg die Welt untergehen, wenn man auf solche Partien verzichten müsste? Nicht jedes Spiel einer internationalen Meisterschaft ist Brasilien vs Argentinien (WM) oder Deutschland vs. Frankeich (EM). 

Bei der Gelegenheit erinnere ich an den 29. November 2015, denn dort hieß es nach einer Volksabstimmung in der “Sportstadt” Hamburg: 

Mit 335.638 Nein-Stimmen zu 314.468 Ja-Stimmen ist die Bewerbung Deutschlands mit der Freien und Hansestadt Hamburg um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 abgelehnt worden.

Befragt bzw. abstimmungsberechtigt waren damals alle Hamburger und nicht nur diejenigen, die sich KSV-Fans schimpfen. So bedauerlich es der eine oder andere auch empfunden hat, die Hamburger wollten keine Olympischen Spiele in ihrer Stadt. Angesichts der Größe, des Wirtschaftsimpulses, der neu zu bauenden Sportstädten, der Investitionen in die Hamburger Infrastruktur, was sind dagegen 5 lächerliche EM-Spiele? Wie kommen Hamburger SPD-Politiker auf den wirren Gedanken, die Welt würde untergehen, wenn Slowenien gegen Österreich nicht in der Volksparkruine gespielt werden? Am Ende ist es nichts anderes als persönliche Eitelkeit, die mit Hilfe der Steuergelder der Hamburger Bürger befriedigt werden soll. 

 

Von | 2022-08-28T08:48:49+02:00 28. August 2022|Allgemein|16 Kommentare

16 Comments

  1. Kevin allein in Hamburg 28. August 2022 um 08:45 Uhr - Antworten

    Das Problem ist mittlerweile sehr, sehr stark bis in die kommunale Politik meiner Meinung nach Folgendes:

    Jeder Möchtegern Politiker will sich unbedingt ein eigenes Denkmal bauen und wer das nicht akzeptiert, bzw. wie in einer Demokratie üblich, eine Abstimmung darüber erfolgt und das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht, dann wird man als Pöbel bezeichnet.

    ……Mit 335.638 Nein-Stimmen zu 314.468 Ja-Stimmen …………..
    Sind dann auch nicht besonders viele zur Abstimmung gegangen, oder sehe ich das falsch ?

    • Hein Blöd 28. August 2022 um 09:15 Uhr - Antworten

      Naja, 650.000 von 1,3 Millionen Wahlberechtigte, das ist so wenig nicht.
      Besonders bei einem Thema welches so manchen überhaupt nicht interessiert, zumal die Leute, welche die
      Spiele unbedingt in Hamburg haben wollten, mit ziemlicher Sicherheit fast alle abgestimmt haben.

      Aber anteilsmäßig sind prozentual immer noch viel mehr Menschen zur Abstimmung gegangen als
      MitgliederInnen sich bei Versammlungen ihres “Herzensverein” haben blicken lassen.

      • Kevin allein in Hamburg 28. August 2022 um 09:43 Uhr - Antworten

        Also grob 50 % Beteiligung.
        Was den Herzensverein angeht bezüglich der Abstimmungen:
        Es wär wirklich interessant zu erfahren, was passiert, wenn wirklich 50 bis 70 % an einer Abstimmung teilnehmen würden……………….

  2. Kalle Vornia 28. August 2022 um 09:21 Uhr - Antworten

    Argentinien – Elfenbeinküste
    Ecuador – Costa Rica
    Saudi Arabien – Ukraine
    Tschechien – Italien
    Italien – Ukraine

    Das waren übrigens die Spiele der WM 2006 in Hamburg.

    Ich sehe keinen Grund warum man sich als demokratischer Staat überhaupt noch um solche Events wie WM, EM und Olympia bewirbt. Leider war es abzusehen wie Dessel und Grote hier unruhige Nächte bekommen.

    Das aktuelle Handeln der beiden basiert aber für mich eher auf der Tatsache, dass es einfacher ist Geld zuzusagen, welches einem nicht gehört, anstatt potentiellen Wählern erklären zu müssen warum es keine EM Spiele in Hamburg geben wird.

  3. Hannover1958 28. August 2022 um 09:38 Uhr - Antworten

    Wenn die HanseMerkur unbedingt das Event haben will: warum tauschen sie mit der Stadt nicht einfach die Rollen. Die Stadt gibt das Geld und die HanseMerkur bürgt. Da hat dann sicherlich das Aufsichtsamt für das Versicherungswesen etwas dagegen.

  4. Maddin 28. August 2022 um 10:41 Uhr - Antworten

    Habt ihr schon mal überlegt wie viel Geld die Hanse Merkur als Sponsor gibt. Und wie viel Geld vom HSV in Richtung Hanse Merkur fliessen sollten für den Kredit auch Zinsen gezahlt werden müssen.😁

    • Demosthenes 28. August 2022 um 16:38 Uhr - Antworten

      @Martin: Das ist eine sehr gute und interessante Frage.

      HanseMerkur würde vom HSV Zinsen kassieren bei gleichzeitiger Sicherheit einer Staatsbürgschaft (auf Deutsch: der Steuerzahler haftet).

      Was erhält denn im Gegenzug die Stadt Hamburg (vulgo der Hamburger Steuerzahler) für die Gewährung der Bürgschaft? Bei dem hohen Risiko eines Zahlungsausfalls, der schlechten Kreditwürdigkeit des Schuldners und der hohen Darlehenssumme sollte da einiges zusammenkommen.

      Wie dem auch sei, ich bin voll und ganz gegen eine Bürgschaft der Stadt Hamburg. Da muss sich auch der Herrn Staatsrat Holstein an seinen eigenen Worten messen lassen. Und wenn, dann nicht ohne Untersuchungsausschuss bezüglich des Verbleibs der Gelder vom Stadiongrundstückskauf. Pacta sunt servanda.

      Für die Herren Dressel und Grothe gilt das englisches Sprichwort: Fool me once, shame on you. Fool me twice, shame on me!

  5. atari 28. August 2022 um 11:24 Uhr - Antworten

    In der Zeit vor Corona meldete Hamburg Jahr für Jahr einen Besucherrekord nach dem Anderen und das ohne Olympiade oder Fußball WM/EM. Die Hotels waren extrem ausgelastet. Das wird sich auch nach Corona bis dahin wieder nach oben bewegen, auch weil die Menschen nach zwei Jahren Knast viel nachzuholen haben, was das Reisen angeht. Was den Tourismus angeht benötigt Hamburg keine EM. Die Ausgaben für die Polizeieinsätze, die vielen Schadensabwicklungen nach Ausschreitungen und alle 3 Minuten einen Krankenwagen auf der Reeperbahn brauchen wird wirklich nicht Herr Dressel und Herr Grote.

  6. Luca 28. August 2022 um 12:13 Uhr - Antworten

    Der aktuelle Blog von Scholz hat Mal wieder erstaunliche Ähnlichkeiten mit einem Artikel vom Sportbuzzer.

    “Der HSV hat das Traditionsduell mit dem 1. FC Nürnberg souverän gewonnen und sich vorerst auf den Relegationsplatz gespielt. In einem guten, vom HSV diktierten und stimmungsvollen Flutlichtspiel beim „Club“ gab es am Ende einen 2:0-Sieg, Mario Vuskovic (37.) sowie Robert Glatzel in Gemeinschaftsproduktion mit Ludovit Reis (90.+2) herausschossen.

    35.713 Zuschauer sahen ein zweikampfbetontes Spiel mit vielen Unterbrechungen. Schiedsrichter Felix Zwayer brachte die HSV-Bank zum Toben, als er nach hartem Einsteigen von Nürnbergs Florian Hübner (21.) nicht auf Elfmeter entschied. Spielerisch war der HSV überlegen, führte aber lange eben auch nur mit einem Treffer. Nach der Pause wirkten die Franken offensiver und kamen immer wieder in Strafraumnähe, aber wirklich gefährliche Aktionen ließ der HSV nicht zu. Die Einzelkritik zu einer wirklich guten, geschlossenen Mannschaftsleistung, die ich als starke Reaktion auf das dumme 0:2 gegen Darmstadt am vergangenen Freitag werte.”

    Quelle: https://moinvolkspark.de/blog/souveraener-geschlossen-starker-20-sieg-in-nuernberg/

    “Mit einem Sieg im Traditionsduell beim 1. FC Nürnberg hat sich der Hamburger SV in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga zurückgemeldet. Treffer von Mario Vuskovic und Robert Glatzel machten die bittere Heim-Niederlage gegen Darmstadt in der Vorwoche vergessen.

    Der Hamburger SV hat das Traditionsduell mit dem 1. FC Nürnberg gewonnen und sich vorerst auf den Relegationsplatz der 2. Bundesliga gespielt. Die Norddeutschen siegten im stimmungsvollen Flutlichtspiel beim Club am Samstagabend mit 2:0 (1:0) und bescherten den Franken die dritte Saisonniederlage. Mario Vuskovic (37.) brachte die Gäste im Nord-Süd-Gipfel in Führung. Robert Glatzel (90.+2) drückte gemeinsam mit Ludovit Reis den Ball in der Nachspielzeit über die Linie.

    35.713 Zuschauer sahen ein zweikampfbetontes Spiel mit vielen Unterbrechungen. Schiedsrichter Felix Zwayer brachte die HSV-Bank zum Toben, als er nach hartem Einsteigen von Nürnbergs Florian Hübner (21.) nicht auf Elfmeter entschied. Spielerisch waren die Gäste zunächst überlegen, auch wenn der FCN durch Enrico Valentini (11.) oder Mats Möller Daehli (31.) Chancen hatte. Der HSV agierte abgebrühter und Vuskovic hämmerte den Ball schließlich rein.

    Nach der Pause belagerten die Franken zunächst den HSV-Strafraum. Den Abschlüssen fehlte aber wie so oft die letzte Konsequenz, um die Gäste ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Nürnbergs Drangphase verpuffte und Hamburg erhöhte in der Nachspielzeit.”

    Quelle: https://www.sportbuzzer.de/artikel/hsv-zeigt-reaktion-in-nurnberg-vuskovic-und-glatzel-hamburg-tore-bericht/

  7. Stefan 28. August 2022 um 12:55 Uhr - Antworten

    Selbst ein Großteil der Fans will die EM ja nicht, da aus ihrer Sicht so noch mehr Geld für dringend benötige Neuverpflichtungen bereit steht. Das ein Großteil der renovierungsarbeiten überhaupt nicht nur für die EM sondern für die Durchführung des ganz normalen Spielbetriebes zwingend erforderlich ist, ist bislang nicht zu jedem durchgerungen.

  8. hobbyfred 28. August 2022 um 13:00 Uhr - Antworten

    Das rumgeheule von Pimmel und Dressel ist unerträglich. Lt. NDR vom 26.08. wird es “vermutlich” keine Bürgschaft von der Stadt geben. Die Grünen wollen (noch) nicht.
    Sämtliche Vollpfosten der Stadt, einschl. der o.g. Personen, reden jetzt vom Imageverlust der Stadt.
    Was für ein Blödsinn!!!
    Gerade in dieser Situation können die Beteiligten sich profilieren. (Was für ein Wortspiel).
    Jetzt kann man zeigen daß man ein politisches Rückgrat hat und nicht erpressbar ist.
    Weder vom KSV noch von der UEFA.
    Sowas kommt auch bei den Wählern an, denn es sind alle Steuerzahler.
    In diesem Sinne einen schönen Restsonntag und keine EM-Spiele in HH.

  9. Der Greif 28. August 2022 um 18:27 Uhr - Antworten

    Frankreich, Deutschland und Portugal waren bei der letzten EM auch in einer Gruppe und im Viertelfinale einer EM steht kein Fallobst. Insofern kann es auch interessante Spiele in der Vorrunde geben, auch wenn die UEFA durch die Vergrößerung der Teilnehmerzahl zu einer Verwässerung beigetragen hat.

    • Gravesen 28. August 2022 um 19:13 Uhr - Antworten

      Toller Kommentar

  10. HamburgerJung70 28. August 2022 um 21:12 Uhr - Antworten

    Losgelöst von meiner persönlichen Meinung zu diesem Anliegen… mir fehlt wirklich die Fantasie, wie man (gaaaanz viel good will unterstellt) einen nur halbwegs seriösen Förderzweck begründen will

    https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/landesbuergschaften-der-fhh

    • Süd-Fan 29. August 2022 um 09:49 Uhr - Antworten

      Wieso, passt doch perfekt:

      Landesbürgschaften der Freien und Hansestadt Hamburg werden insbesondere gewährt
      zur Förderung der Hamburger Wirtschaft in den Clustern Luftfahrt…und Kreativwirtschaft

      Also wenn der HSV nicht kreativ wirtschaftet, wer dann?

  11. Profikommentator 1. September 2022 um 21:06 Uhr - Antworten

    Ich fand Costa Rica : Ecuador damals im Stadion super.
    Und besonders für Kinder/Jugendliche ist so eine Heim-EM toll, die sind auch noch nicht so vom Fußball “verbittert” 😉

    Dass das in Hamburg leider heißt, den KSV unterstützen zu müssen, ist natürlich Mist.

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