„The Erfolgsplan“

Nachdem man die ersten Tage der Winterpause im Volkspark dazu nutzte, nächtelang „detailversessene Analysen“ zu erstellen und den Markt der WLAN-Router an den Rand der Verzweiflung brachte, weil noch nie jemand vorher so skypte, wie Judas Boldt, Tom Laszlo Walter und Costa Cordalis skypten, werden nun trotz Informationssperre erste Details der massiven Veränderungen bekannt, mit denen die führenden Führungskräfte (gleichzusetzen mit Frank Drebbins spezieller Spezialeinheit der Spezialpolizei) den bis dato glück- und erfolglosen Übungsleiter unter Druck setzen wollen. Es war sogar geplant, das liebgewonnene Wintertrainingslager aus dem beschaulichen Canale Grande ins überflutete Bielefeld zu verlegen, aber dies war aus logistischen Gründen kurzfristig nicht umsetzbar. Denn erstens hatte man beim KSV einen Vertrag bis 2064 mit den Spaniern abgeschlossen und zweitens können 59% der KSV-Profis nicht schwimmen. Trotzdem – die Maßnahmen haben es in sich und es gab nicht wenige, die sogar einen vorzeitigen Rücktritt der primitiven Bartlaus „befürchteten“, denn in den nächsten 8 Tagen (man ziehe den An- und den Abreisetag ab) wird unter Garantie keine Vergnügungssteuer fällig. HSV-Arena hat nun von gut unterrichteten Greisen erfahren, wie die Drangsalierung im Detail aussieht. 

Diät: Für Wasserflaschen-Halter Tom Laszlo Walter gibt es ab sofort statt der gewohnten zwei Portionen nur noch einen Pudding zum Nachtisch

Gutes Vorbild: Der eilig vom dreiwöchigen Kurzurlaub in Süd-Afrika zurückgekehrte Judas Boldt hat sich verpflichtet, statt der bisherigen zwei nur noch eine tägliche Golfrunde mit Buddy J. Edgar Huwer zu spielen

Glaube macht stark: Der von diversen Top-Klubs umworbene Bacardi Daffeh (34) wurde verpflichtet, vor jedem Flankenversuch lautstark „Allahu Akbar“ zu brüllen, damit die Zuschauer im C-Rang zukünfig die überteuerte Bratwurst rechtzeitig in Sicherheit bringen können

Ende, Aus, Mickey Mouse: Kapitän Johann (das Gespenst) Schönlauch wurde bis auf Weiteres untersagt, seine Film-Karriere bei der Serie „The Walking Dead“ weiter voranzutreiben, nachdem er sich während der Dreharbeiten mit einem Trinkhalm (ökologisch abbaubar) den linken Augapfel pürierte. 

Knallhart: Vereinsmaskottchen Tom Mickel wurde mitgeteilt, dass sein Vertrag nicht mehr verlängert wird, das aktuelle Arbeitspapier läuft demnach am 30.06.2054 aus, Mickel ist dann erst 64 Jahre alt. 

Detailversessen: Torhüter Frodo Feuer Hernandes muss ab sofort dem nächststehenden Innenverteidiger zweimal zublinzeln, bevor er diesen mit einem ungenauen Kurzpass in Bedrängnis bringt. So meint man, die gegnerischen Stürmer verwirren zu können. 

Erholung: Die verwöhnten Diven können sich ab sofort nicht mehr auf die erfrischende Eistonne nach der kräftezehrenden 34-Minuten-Einheit freuen, in Zukunft gibt es nur noch ein Eisfußbad

Listig: Mit den Behörden in Ghana ist man im Dialog, man versucht mit Hilfe bezahlbarer Beamter den Spieler Rotzfisch-Königstiger um 5 Jahre zu verjüngen, damit dieser in der U17 Spielpraxis sammeln kann. Man versucht hierbei ,die Erfahrungen mit den Behörden aus Gambia zu nutzen.

Clean: Wenn die Profis vom ersten zerstörerischen Vormittagstraining auf ihre Zimmer zurückkehren, erwartet sie dort ein kleines Geschenk, jeder Spieler erhält kostenfrei eine Klinikpackung „Le coq rock“, damit es im Pinselbereich nicht wieder zu Abnutzungserscheinungen kommt, eine Spende des Präsidenten. Diesmal will man wirklich nichts dem Zufall überlassen.

Radikal: Aktuell wird überlegt, den Spieler Pherai nach Braunschweig zurück zu tranferieren. Immerhin machte man unter Tom Laszlo Walter einen Spieler, der in der letzten Saison vom Kicker noch als „herausragend“ eingestuft wurde, einen mittelmäßigen Mitläufer. 

Stark-sparen: Auch die Hofberichterstatter von den angeschlossenen Printhäusern werden von den knallharten Maßnahmen nicht verschont, so sollen die Bezüge für die Herren Jacobs, Walther, Rebien und Hesse ab sofort halbiert werden. Henrik Jacobs vom Kampagnenblatt soll bereits in der Schlange bei der Hamburger Tafel gesichtet worden sein.

Kopf zu: Dumpflaberkönig Schnecke Meffort wurden Interviews bis zum Saisonende untersagt, man vermutet einen Zusammenhang zwischen seiner Geschwindigkeit und dem Zustand seines Gebisses.

Wording: Da der Verein die signifikanten Veränderungen selbst als sogenannten „Erfolgsplan“ bezeichnet, sind alle Spieler angehalten, diesen Begriff während des Trainingslagers auswendig zu lernen. Das gilt auch für die 16 Spieler, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, selbst Superstar Bacardi Daffeh (34) macht keine Ausnahme

Einigkeit: Chef-Intrigant Judas Boldt wird ab sofort sein eigenes Schicksal noch enger mit dem seines Chef-Trainers verknüpfen. Bedeutet: Sollte Bartfick Walter während der Rückrunde gefeuert werden, bleibt auch Boldt nur noch bis 2031.

Neue Taktik: Eigentlich ist es noch geheim, aber Primaten-Trainer Walter plant in Zukunft mit einer 7-2-1-Taktik spielen zu lassen, um die Flut an Slapstick-Gegentoren zu minimieren. Man hofft, mit 14 Unentschieden bei drei Niederlagen den Klassenerhalt sichern zu können.

Revolutionär: Die medizinische Abteilung des KSV hat beim FC Barcelona nachgefragt, wie es durch Medikation möglich war, aus dem 1,42 m großen Lionel Messi immerhin einen großen Zwerg zu machen. Die gleiche Behandlung will man Juwel Tom Sahne angedeien lassen. 

Spektakulär: Mit dem Spieler Öz-TUNA-Li wird derzeit besprochen, ob er nicht zumindest während der Rückrunde als Levin Seeler auflaufen könnte. Man verspricht sich davon einen maßgeblichen Leistungssprung, besonders im Torabschluss

Fakt ist: Öffentlich wird man all diese Maßnahmen weder kommunizieren noch kommentieren, man möchte sich schließlich nicht selbst zu sehr unter Druck setzen, die 5 Stunden für die „detailversessene Analyse“ waren aufreibend genug. Derweil werden in Hamburg immer neue Details zum Entführungsdrama Block bekannt, wir von HSV-Arena sind fassungslos über soviel Naivität.

Die Situation mit seinen Enkeln habe ihm aber „viel Herzleid“ bereitet, so Eugen Block. Er sei sogar um die Weihnachtszeit herum noch in Dänemark gewesen, wollte dort ein Paket für die Enkel abgeben. „Mit HSV-Trikot und einem Fußball für den Jungen“, erzählt er. „Doch ich bin wiederholt nicht hereingelassen worden“. Das Paket sei schließlich bei der Polizei gelandet und dort geöffnet worden. Man habe wohl etwas „Gefährliches“ darin vermutet.

Mein Gott, was hat der Mann denn erwartet, wenn er denen ein KSV-Trikot schickt? Schließlich ist diese Taktik sowohl von der Hamas wie auch vom IS bereits erfolgreich angewendet worden. Inzwischen weiß doch jeder Ermittlungsbeamte von Athen bis Aden: Wer ein KSV-Trikot verschenkt, ist zu absolut allem fähig. Mensch, Eugen. Wäre ich der Vater, ich hätte auch alles getan, um meine armen Kinder aus diesem Elend zu befreien.