Aktueller denn je…

 

Und seit 2014 (Ausgliederung) und 2020 (Buch-Veröffentlichung) hat sich nichts geändert. Im Gegenteil, es ist eher noch schlimmer geworden.

Im Sommer 2013 schließt Ulrich Hetsch eine Bekanntschaft, die sein Leben als Fußballfan nachhaltig verändern wird. Hetsch, Jahrgang 1964, ist glühender Anhänger des Hamburger Sport-Vereins. Auf einer Mitgliederversammlung spricht ihn einer der damaligen Aufsichtsräte an und bittet um ein Gespräch. Er erfährt aus erster Hand, welche Abgründe sich im Inneren seines Vereins auftun und für den schleichenden Niedergang vom europäischen Spitzenteam bis hin zur Zweitklassigkeit verantwortlich sind. Dass sich hochrangige Funktionäre des Klubs mit einem vermeintlich einfachen Fan zu einem informellen Treffen verabreden, hat einen besonderen Grund: Hetsch betreibt einen eigenen Blog, der im Umfeld des HSV stetig wachsende Leserzahlen erreicht. Unter dem Pseudonym Gravesen , in Anlehnung an den beinharten dänischen Nationalspieler Thomas Gravesen, der von 1997 bis 2000 das Trikot des HSV trug, steht Hetsch als Autor seinem sportlichen Idol in nichts nach. Mit seinen Kommentaren über den Zustand seines Klubs trifft Hetsch den Nerv der Zeit wie Gravesen die Knochen seiner Gegenspieler. Der Ton ist rustikal, manchem zu rau, aber wirkungsvoll. Hetschs scharfe Kritik an Spielern, Trainern und Vorständen verschafft ihm einen Zugang zum Verein, der einen Einblick hinter die Kulissen ermöglicht und nach und nach dafür sorgt, dass aus einer heißblütigen Leidenschaft nur noch Desillusion übrig bleibt. Denn was seine zahlreichen Gesprächspartner ihm über die Jahre anvertrauen, weil sie wollen, dass es in aller Deutlichkeit und ungeschönt einem größer werdenden Publikum bereitgestellt wird, sorgt für Ernüchterung: Intrigen, Mauscheleien, Bestechlichkeit und unvorstellbare Inkompetenz haben seinen Verein durchseucht wie ein Virus. Egal, wer an der Seitenlinie die Mannschaften coacht oder in der Führungsetage Transfers zu verantworten hat besser geworden ist durch die vielen personellen Wechsel gar nichts. Hetsch hat all seine Erfahrungen von den Anfängen des Blogs, über Einladungen von Vereinsoffiziellen bis hin zu persönlichen Anfeindungen in einem Buch verarbeitet. In Alles andere ist Propaganda , so der provokante Titel, reflektiert er vor allem, wie es Funktionären mithilfe einfacher Methoden der Public Relations gelingt, die riesengroße Anhängerschaft bei Laune zu halten, immer wieder neue Hoffnungen zu schüren, obwohl von den hehren Zielen, die sich die Rothosen vor jeder Saison setzen, kaum etwas umgesetzt wird. Was einem Verantwortliche in Hintergrundgesprächen erzählen, unterscheidet sich zum Teil gravierend von dem, was sie öffentlich äußern und was die Masse dann zu lesen oder hören bekommt. Es ist manchmal sogar das genaue Gegenteil , kritisiert der Autor. Als einer der wenigen Schreiber über den HSV greift er frühzeitig kontroverse Thesen auf und beschreibt durch Anekdoten und messerscharfe Analysen Gründe für den Niedergang: Sowohl Figuren wie Investor Klaus-Michael Kühne als auch die für sein Empfinden zu enge Verzahnung zwischen Teilen der Boulevard-Medien ( Die Rolle der BILD-Zeitung ist ein Problem für den Verein ) und Amtsinhabern tragen auf ganz spezielle Art und Weise dazu bei, dass der HSV aus den Strukturen, die um ihn herum gewachsen sind, nicht ausbrechen kann. Doch Alles andere ist Propaganda ist mehr als nur eine einfältige Abrechnung eines ehemaligen Fans mit seinem Verein, der ihn über Jahre hinweg enttäuscht hat. Es zeigt Defizite des kommerziellen Profifußball-Geschäfts auf und beschreibt mit sehr persönlichen Eindrücken einen Prozess der Entfremdung. Genau das macht das Buch nicht nur für Anhänger des HSV lesenswert. –Taz, vom 27.07.20

https://www.amazon.de/ALLES-ANDERE-IST-PROPAGANDA-HSV-Arena/dp/3946635288/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&crid=VIYVHG4XYBBC&dchild=1&keywords=alles+andere+ist+propaganda&qid=1628921883&sprefix=Alles+andere+ist+Pr%2Caps%2C156&sr=8-1

 

 

Und die (Ex)-Hüpfer? Die lernen es in diesem Leben nicht mehr. Wenn man ihnen während der Saison erzählt, sie sollen sich nicht von knappen Ergebnissen blenden lassen, wird man als Hater ohne Ahnung beschimpft. Wenn man ihnen die Fehler bei den Transfers, die fehlende Tiefe des Kaders und den nicht vorhandenen Plan erklärt, ist man ein Pester, der dem Verein immer nur Schlechtes wünscht. Und dann, meistens im April, kommt das große Erwachen. Aber anstatt dann einfach mal kleine Brötchen zu backen, sich gegebenenfalls zu entschuldigen und für die Zukunft zu lernen, haben sie alle ihre dummen Texte der letzten 8 Monate vergessen und drehen ihre Meinung um 180 Grad. Ohne Skrupel, ohne Scham, ohne Gewissen. Auch sie sind, wenn sie es selbst auch nicht wahrhaben wollen, ein Teil des Problems. 

Der Unterschied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist eine Illusion [Abert Einstein]

Übrigens: Umsonst ist der Tod und wir sind hier nicht bei Münchhausen. Hier gibt es noch echte Fakten, echte Analysen, klare Kante und keine Hofberichterstattung. Deshalb – gern mal drücken 🙂 

Thanks 

Von | 2022-04-05T07:26:57+02:00 5. April 2022|Allgemein|32 Kommentare

32 Comments

  1. Stefan 5. April 2022 um 08:59 Uhr - Antworten

    Glückwunsch Gravesen, dass du noch als Fan genannt wirst 😉

    Man kann nur gespannt sein, ob die Sky Reporter heute Abend auch wieder von der üblichen “großartigen Fussball Atmosphäre” unter Flutlicht sprechen und wann
    der übliche Spruch über die “deutlich bessere individuelle Qualität der Spieler” geschwurbelt wird.

    Falsche Bundesland? Der Typ explodiert doch bald…

  2. Hobbyfred 5. April 2022 um 09:45 Uhr - Antworten

    Moin
    anderes Bundesland?
    Wie lange muss ich dieses inkompetente Arschloch noch ertragen?
    St.Pauli liegt in welchem Bundesland?
    Ende

    • Gravesen 5. April 2022 um 09:54 Uhr - Antworten

      Danach gab es vom HSV-Boss jedoch noch eine kleine Spitze gegen den Stadtrivalen. „Aber es ist interessant. St. Pauli war Tabellenführer, jetzt haben sie in Rostock nicht gewonnen. Da gibt es eine kleine Nachricht darüber. Aber es ist halt nicht die Schlagzeile, wie wenn es dem HSV passieren würde“, so Boldt, der damit auf die ungleiche Behandlung beider Vereine in den Medien anspielt (Mopo)

      Wäre ich St. Pauli-Spieler, ich würde jetzt nochmal 10% extra reinhauen.

      • Ex-HSVer im Herzen 5. April 2022 um 14:00 Uhr - Antworten

        Lebt dieses Stück Scheiße eigentlich auf einem anderen Planeten? Woher kommt so eine Arroganz? Das ist ja unerträglich!!! Der HSV ist mittlerweile genauso irrelevant wie alle anderen Zweitligavereine.

  3. jusufi 5. April 2022 um 09:59 Uhr - Antworten

    Könnte auch daran liegen, dass man bei St. Pauli nicht so die Fresse aufreißt, keine Sonderbehandlung einfordert und erhält, sondern seriös arbeitet.

    Ich möchte noch auf einen Fehler hinweisen: Es heißt nicht desillusioniert, sondern desillunisiert!

    • Gravesen 5. April 2022 um 10:02 Uhr - Antworten

      Korrokt! Sogar in diesem Bolg.

  4. Stefan 5. April 2022 um 10:01 Uhr - Antworten

    Herrlich mit anzusehen, wie diesem Typen jetzt seine ganze Arroganz und Überheblichkeit langsam aber sicher auf die Füße fällt…

    Trotzdem, die verwirrten Aussagen der letzten Tage kann man doch nur noch so interpretieren, dass er auf seinen Rausschmiss und damit eine Abfindung hofft, um dann bei Liverpool, Barca oder Paris anzuheuern, um denen die große Fussballwelt zu erklären.

  5. Demosthenes 5. April 2022 um 10:08 Uhr - Antworten

    Der Doppelpass war schrullig.

    Zum Ersten:
    Wie lümmelt sich Stein denn da in den Sessel. Mensch, Du bist im Fernsehen, mach Dich gerade. Und man muss auch nicht aussehen wie ein Teilnehmer am “Caitlyn-Jenner-Lookalike-Contest”, der in die Altkleidertonne gefallen ist.

    Zum Zweiten:
    Boldt ist sympathisch und macht gute Arbeit? Wer so etwas behauptet, kann kein Experte sein. Oder hat keinen Blick für das Offensichtliche. Wer dreimal als sportlich Verantwortlicher den Aufstieg vergeigt, macht wohl nicht alles richtig. Von Rom, Frankfurt und Chefmobbing mal ganz abgesehen. Und sympathisch? Betteln die alle um einen Job in Hamburg?

    Zum Dritten:
    Wenn schon ein HSV-Sympathisant wie Gottschalk vom Trainingsniveau entsetzt ist, dann müssen sich alle Alex-Kritiker schamesrot unter die Erde verkriechen.

    PS: Für heute Abend einfach mal die Erinnerung auffrischen: https://www.hsv-arena.hamburg/2021/10/04/der-nette-herr-walter/

    Aue hat noch was gutzumachen. Jede Menge sogar. Zum Beispiel die seltsame Art der Vergabe der Roten Karte. Oder das Ausgleichs-Eigentor lang nachdem die Nachspielzeit abgelaufen war. Der HSV mag es vergessen haben, die Erzgebirgler mit Sicherheit aber nicht. Da können sich die Hamburger auf allerhand gefasst machen. Sonny bleibt besser gleich in der Kabine.

  6. Sportjournalist Scholz 5. April 2022 um 10:31 Uhr - Antworten

    Heute sind ScholzeFestwochen. 2 x Büfett umsonst.
    Dafür schreibt er dann seine “Wahrheiten”. Hüpft sie nieder!!

  7. Demosthenes 5. April 2022 um 12:25 Uhr - Antworten

    PS: Nicht zu vergessen: Walters arrogante Kommentare direkt nach dem Spiel.

    Man merkt es auch auf der Pressekonferenz. Keinen Blick für den Anderen und ein grußloses Auseinandergehen. Sieht heute nach Payback-Time für Aue aus, auch wenn Hensel nicht mehr da ist..
    https://www.youtube.com/watch?v=gM5GsatG7WE&t=14s

    • Stiflersmom 5. April 2022 um 12:41 Uhr - Antworten

      Jeder Sieg des Vereins verlängert das Leid nur. Echte HSV-Fans sind heute für Aue.

    • BesuchausdemSüden 5. April 2022 um 12:44 Uhr - Antworten

      Habe es schon damals nach dem Spiel geschrieben. Timmi Walter ist ein großer Motivator, allerdings für die gegnerische Mannschaft. Aue hat nix zu verlieren weswegen ich als Trainer von Aue volleAttacke spielen würde. Hoch anlaufen, das Gewaltere schon früh im Aufbau attackieren, Manndeckung etc. Das sollte genügen damit die Edelkicker, Atomtalente und der Pep Guardiola für Arme schon frühzeitig die Lust am Spiel verlieren.

    • Ralf Schulz 5. April 2022 um 12:59 Uhr - Antworten

      Und noch ein Kommentar zum Aufhängen in der Auer Umkleidekabine: „Die Saison ist noch nicht zu Ende, ich werfe die Flinte nicht ins Korn“, sagt HSV-Sportvorstand Jonas Boldt und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Wir haben das Spiel extra in den April gelegt, damit wir da auch mal ein Spiel gewinnen.“
      Dem Mann ist beim besten Willen nicht zu helfen, hat also auch nur von Gegnermotivation eine Ahnung. Dann noch der unsympathische Trainer dazu und man weiß genau warum jeder Gegner speziell gegen den HSV immer 110% bringt.

    • Ex-HSVer im Herzen 5. April 2022 um 14:02 Uhr - Antworten

      Ich frage mich immer wieder, warum solche Assis solche Jobs bekommen. Unfassbar. Wenn der mir gegenüber sitzen würde beim Bewerbungsgespräch, könnte er nach 3 Minuten wieder sein Arsch die Tür raus bewegen.

  8. Stiflersmom 5. April 2022 um 13:03 Uhr - Antworten

    Unglaublich der Mann. Wie kann man nach so einer Bilanz und permanenten Versagen noch so arrogant sein? Nach Boldt wird man sehr viel Dreck werfen, wenn er endlich (viel zu spät) gegangen wurde. Beiersdorfer lässt grüßen.

  9. Stefan 5. April 2022 um 14:03 Uhr - Antworten

    Jeder Gegner bringt 110% gegen den HSV , weil es, wie wir nun aus erster Hand wissen, gegen die Nr 2 im deutschen Fußball geht. Wer will die nicht schlagen?

  10. Stefan 5. April 2022 um 14:12 Uhr - Antworten

    Schön auch , dass sich heute morgen nach MOPO auch die Bild mit dem massiven Zuschauer Rückgang befasst, um dann gleich heute Mittag zu melden, dass die Server für das Halbfinale zusammen gebrochen sind.

    Ich gehe also davon aus , dass das Halbfinale in einem anderen Bundesland statt findet…

  11. Stiflersmom 5. April 2022 um 17:43 Uhr - Antworten

    Super-Talent Rohr (26) spielt heute. Ich hoffe er wird ruhig herangeführt. Alles ist weiterhin auf Entwicklung ausgerichtet.

  12. Demosthenes 5. April 2022 um 18:12 Uhr - Antworten

    Sturkopf Walter startet mit Kittel und Jatta. Offensichtlich hat er keine Freistellung zu befürchten, egal, wie es ausgeht.

    • Ralf Schulz 5. April 2022 um 19:36 Uhr - Antworten

      Ich glaube eher aufgrund seines von Boldt ausgehandelten 2-Jahres-Vertrages wird er so lange seinen Sturkopf durchsetzen und vielleicht auf die Entlassung spekulieren. Es lebt sich schön am Starnberger See, v.a mit bezahltem Urlaub.

  13. Stefan 5. April 2022 um 18:15 Uhr - Antworten

    Startaufstellung HSV 25,3 Jahre
    Startaufstellung Aue 26,5 Jahre

    *Daffeh mit Kicker Alter

    • ottensener 5. April 2022 um 18:20 Uhr - Antworten

      So jung! Das ist ja fast Kinderarbeit! 😀

  14. Stiflersmom 5. April 2022 um 18:22 Uhr - Antworten

    Hauptsache Walter ist zufrieden. Was ein Vogel😂😂😂

  15. Ex-HSVer im Herzen 5. April 2022 um 18:47 Uhr